Lokal

Diese große Steuerberatungskanzlei kommt nun nach Vorarlberg

25.09.2023 • 19:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch in Dornbirn werden die Kunden nun vor Ort betreut. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Auch in Dornbirn werden die Kunden nun vor Ort betreut. Symbolbild/Shutterstock

Kürzlich wurde in Dornbirn ein eigener Standort zur Betreuung der mittlerweile vielen Unternehmenskunden in Vorarlberg in Betrieb genommen.

Die Wirtschaftspresseagentur berichtete von der Betriebsansiedelung.

Das große Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen LeitnerLeitner mit Stammsitz in Linz hat vor wenigen Wochen im element-Gebäude in Dornbirn den ersten eigenen Standort in Vorarlberg eröffnet. Darüber informierte LeitnerLeitner-Partner Norbert Schrottmeyer im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur.com. Dornbirn ist der achte Standort von LeitnerLeitner in Österreich. Insgesamt unterhält die Kanzlei international 16 Standorte mit mehr als 800 Mitarbeitern, ein Großteil davon in Österreich.

Lange Geschäftsbeziehungen

Schrottmeyer begründet den Schritt damit, dass LeitnerLeitner seit einigen Jahren diverse Unternehmen in Vorarlberg vor allem bei Projekt- und Spezialberatungen betreue und dabei vermehrt von Kundenseite der Wunsch nach einer eigenern Repräsentanz in Vorarlberg geäußert worden sei. „Mit dem neuen Standort können wir unsere Vorarlberger Mandantinnen und Mandanten noch besser und näher beraten und unsere Geschäftsbeziehungen vertiefen.“ Zu einem Verdrängungswettbewerb innerhalb der Branche werde es dabei sicher nicht kommen. „Diese Region hat noch genügend Potenzial auf Kundenseite. Wir werden niemandem etwas wegnehmen.“

Aktueller Leiter in Dornbirn: Sebastian Pribas.  <span class="copyright">STUDIO MATPHOTO /KOENIGSHOFER MICHAEL</span>
Aktueller Leiter in Dornbirn: Sebastian Pribas. STUDIO MATPHOTO /KOENIGSHOFER MICHAEL

Aktuell leite Sebastian Pribas von der eng mit LeitnerLeitner zusammenarbeitenden Rechtsanwaltskanzlei LeitnerLaw den Standort Dornbirn vor Ort und werde dabei von einer Mitarbeiterin unterstützt. Schrottmeyer wiederum, der seit einigen Jahren beruflich mehrere Tage pro Monat in Vorarlberg verbringt, sei als LeitnerLeitner-Repräsentant für alle Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsfragen im Ländle zuständig. Innerhalb von fünf Jahren soll der Standort auf 20 Mitarbeiter oder mehr ausgebaut werden. Während sich LeitnerLeitner und LeitnerLaw in Vorarlberg bislang auf Firmen jenseits von 30 Millionen Euro Umsatz konzentrierten, wolle man mittelfristig auch kleinere Unternehmen etwa in Sachen Steuerberatung laufend betreuen. „Dafür benötigen wir jedoch zuerst eine gewisse Größe unserer eigenen Belegschaft vor Ort“, so Schrottmeyer.

LeitnerLeitner-Partner Norbert Schrottmeyer.  <span class="copyright">KOENIGSHOFER MICHAEL</span>
LeitnerLeitner-Partner Norbert Schrottmeyer. KOENIGSHOFER MICHAEL

Internationalität

Die bislang hierzulande angebotenen Spezialberatungen würden sich vor allem um internationales Steuerrecht, Verrechnungspreise in unterschiedlichen Ländern und Konzernsteuerrecht drehen. Das hänge auch damit zusammen, dass viele große Unternehmen in Vorarlberg zu weiten Teilen international tätig seien. Immer mehr gefragt sei das „Horizontal Monitoring“, also die begleitende Kontrolle, bei der sich ein Unternehmen viermal pro Jahr mit den Finanzbehörden austauscht, um wichtige Fragen zu klären. Dafür gibt es keine nachträglichen Betriebsprüfungen mehr. An Bedeutung gewinne auch das „Steuerkontroll-System“ zur Absicherung des Managements bei möglichen Fehlern in Steuerfragen. Und schließlich biete man auch Unterstützung bei „festgefahrenen Betriebsprüfungen“, bei denen Unternehmen und Finanzbehörden aufgrund von Auslegungsunterschieden schon entsprechend aneinandergeraten seien.

Bewusstsein für mögliche Folgen gestiegen

Angesprochen auf die derzeit größten Herausforderungen für Unternehmen sagte Schrottmeyer, dass dies einerseits die angespannte Personalsituation vor allem bei Fachkräften sei. Andererseits würden sich Unternehmen immer stärker von der ausufernden Steuerbürokratie und den wachsenden Compliance-Regeln belastet fühlen. „Wir merken aber auch, dass das Thema Steuern in den Unternehmen an Gewicht gewinnt. Mittlerweile weiß man, dass Fehleinschätzungen oder falsche Entscheidungen hier mitunter sehr kostspielige Folgen haben können“, so Schrottmeyer.

Es sei mittlerweile nämlich eine Tatsache, dass bei Betriebsprüfungen deutlich konkreter hingesehen werde und man diverse Förderungen vonseiten der Finanzbehörden genau unter die Lupe nehme. Das habe nicht nur mit den neuen Durchgriffsmöglichkeiten des Finanzminis­teriums nach der Umstellung der Struktur der Finanzämter zu tun. „Der Staat muss aufgrund der Budget-Situation dazu schauen, dass er mehr Geld hereinbringt“, so Schrottmeyer.

Günther Bitschnau/wpa