Steiermark

Klage wegen zu lauter Wasserleitung

24.02.2022 • 18:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolfoto. <span class="copyright">Ralf Hämmerle/Dornbirn</span>
Symbolfoto. Ralf Hämmerle/Dornbirn

Einigung in Zivilprozess um Schallschutzrohre: Beklagter Installateur zahlt den klagenden Bauherrn.

Die Geräusche des abfließenden Wassers sind dem klagenden Eigentümer des neuen Einfamilienhauses zu laut. Dabei habe er eigens bei seinem Installateur Abflussleitungen mit Schallschutz bestellt, sagt der Kläger.
Aber die Wasserrohre in dem Holzhaus seien zum Teil nicht mit Schallschutzmänteln versehen worden und zum Teil nicht sach- und fachgerecht installiert worden. Der Hausherr verklagte den Installateur deshalb auf 124.000 Euro. Dabei soll es sich um die Wertminderung seines Hauses durch die Baumängel bei den Installationsarbeiten handeln.

Doch noch verglichen

Der bereits fortgeschrittene Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch wurde am Donnerstag doch noch mit einem unerwarteten gerichtlichen Vergleich beendet. Die gütliche Einigung besteht darin, dass der beklagte Installateur dem klagenden Bauherrn 37.200 Euro bezahlt. Jede Streitpartei kommt für die eigenen Anwaltskosten auf.
Damit wurde, auch was die Vergleichssumme anbelangt, dem Vorschlag von Richter Robert Renzler gefolgt. Der nunmehr für das Verfahren zuständige Zivilrichter hatte darauf hingewiesen, dass allein die am Donnerstag von 8 bis 17 Uhr anberaumte Verhandlung mit der Erörterung von drei erstellten Gutachten 24.000 Euro kosten würde.

Keine der Streitparteien verfügt über eine Rechtsschutzversicherung. Nach Ansicht der Sachverständigen, so der Richter, sei teilweise falsch installiert worden, und es gebe mehrere schalltechnische Mängel. Die Behebungskosten würden sich demnach auf 80.000 bis 90.000 Euro belaufen und seien angesichts der Mängel und der Auftragssumme wohl unverhältnismäßig hoch.
Der beklagte Installateur sagte vor dem abgeschlossenen Vergleich, er habe die von ihm angebotenen Schallschutzrohre fachgerecht angebracht. Zunächst bot er am Donnerstag vor Gericht als Kompromisslösung nur 15.000 Euro an, der Kläger forderte dafür aber 50.000 Euro.

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