Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Wieder alle neun für Christoph Leitl

Wirtschaftsbund bei 66 Prozent. Wien bleibt schwarz. Leitl: „Mir fällt ein Stein vom Herzen.“

WIEN. Christoph Leitl strahlte übers ganze Gesicht, als er gestern Abend vor die Öffentlichkeit trat. Entgegen allen Prognosen konnte der ÖVP-Bund in allen neun Bundesländern die Absolute halten. Davon können die Sozialdemokraten in der rot dominierten Arbeiterkammer träumen. Tirol und Vorarlberg sind dort längst in schwarzer Hand.

Bei der Wirtschaftskammer war Wien der große Wackelkandidat, 2010 kamen die Schwarzen auf knappe 50,3 Prozent. Die Absolute schien so gut wie dahin zu sein, noch dazu wurde 2014 der Obmann gewechselt. Doch es kam anders, Leitls Leute konnten sogar minimal zulegen.

„Mir fällt ein Stein vom Herzen“, meint Leitl im Gespräch mit der Kleinen Zeitung gestern spätabends. „Wir haben in Wien den Ansturm der anderen abgewiesen.“ Der Vorwurf der Grünen, man habe in Wien ein paar Namenslisten dazugezählt, wischt Leitl vom Tisch: „Wenn es so wäre, hätte die Wahlkommission das Ergebnis nicht akzeptiert.“

Bundesweit konnte der Wirtschaftsbund zwei Drittel der Wähler (66,6 Prozent) hinter sich scharen, Leitl musste allerdings ein Minus von 4,4 Prozent hinnehmen. Das größte Plus verzeichnen die Grünen (3,3 Prozent), gefolgt von den Freiheitlichen (ein Prozent). Die Sozialdemokraten verloren und liegen bei bescheidenen 10,8 Prozent. Die Neos konnten nur in Wien ein passables Resultat (6,1 Prozent) einfahren.

Doch in die Freude mischen sich im schwarzen Lager auch ein paar Wermutstropfen. In drei Ländern musste der Wirtschaftsbund zum Teil herbe Verluste hinnehmen: in Oberösterreich, der Heimat von Leitl und Ex-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner, 9,8 Prozent, in Salzburg 8,6 Prozent, in der Steiermark 7,5 Prozent.

„Bis zur letzten Patrone“

Für Leitl ist das Ergebnis jetzt Ansporn, um sich in die Debatte über die Steuerreform einzumischen. „Österreich muss zurück an die Spitze“, so Leitl, „und das geht nicht über neue Steuern.“ Sogar zwei Drittel der SPÖ-Wähler wollen keine neuen Steuern. Und dann konkret: „Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen, damit keine Erbschafts-, Schenkungs- und Vermögenssteuern kommen.“ Und auf die Frage, ob er mit der Hofburg liebäugle: „Das ist keine Option und auch kein Thema.“ Ob es nicht Teil seiner Lebensplanung sei? „In der Politik kann man nicht planen, sondern man übernimmt Verantwortung.“ Ein hundertprozentiges Dementi klingt anders.

MICHAEL JUNGWIRTH

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.