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Ski-Akademie-Trainer vom Dienst suspendiert

WM-Ort Schladming zwischen neuen und alten Vorwürfen sowie seltsamen Thesen.

Nachdem bisher vor allem Schulen in Tirol betroffen waren, erreichte die Welle der Meldungen über sexuelle Übergriffe und ritualisierte Gewalt unter Schülern gestern auch Schladming. Gerüchte um solche Rituale gab es zwar immer wieder, trotzdem ist die Betroffenheit in der WM-Stadt groß. Es geht einerseits um Vorfälle aus den späten 1990er-Jahren im Internat der Skihauptschule. Andererseits meldete die Kleine Zeitung gestern online einen frischen Fall: die Suspendierung eines Trainers der Ski-Akademie.

Ein Schüler hat seinen Eltern anvertraut, dass ein Ausbildner versucht haben soll, ihm am 21. November zwischen die Beine zu greifen. Er habe ihn am Oberschenkel betatscht und gebeten, sich auszuziehen. „Wir verurteilen jede Form von Missbrauch und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt: Wir betreiben eine aktive Aufklärung“, erklärte Schulleiter Franz Schaffer. Die Polizei ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Hinter den ziegelroten Mauern des altehrwürdigen Schladminger Rathauses sorgten außerdem öffentlich gewordene Vorwürfe einer ehemaligen Schülerin für Hektik (wir berichteten). Bürgermeister Jürgen Winter bat Verantwortliche der Schulen und des Internats zum Krisentreffen. Während im Bürgermeisterbüro hinter verschlossenen Türen die Köpfe rauchten, eroberte das brisante Thema die Stammtische im Ennstal.

Viele wissen, dass es Rituale wie das „Pastern“ gegeben hat. Nicht alle verstehen die aktuelle Aufregung und schon gar nicht, warum die Vorwürfe allein Skisportler betreffen sollen. Tenor: Es handle sich um eine gezielte Kampagne gegen den Skisport. Genauer gesagt gegen den Österreichischen Skiverband und dessen Präsidenten Peter Schröcksnadel.

Diese Verschwörungstheorie zog sich am Mittwoch wie ein roter Faden durch die Diskussionen – auch Schladmings Ortschef mochte die These nicht ausschließen. So oder so: Man nehme die aktuellen Vorwürfe sehr ernst, betonte der Bürgermeister. „Jetzt geht es erst einmal darum, Opfern und Betroffenen so schnell und gut wie möglich zu helfen“, so Winter. Man schloss sich mit Anlaufstellen für Opfer (siehe unten) kurz. Winter: „Gleichzeitig bemühen wir uns besonders um präventive Maßnahmen, um solche Dinge in Zukunft zu verhindern.“

Der verstärkte Einsatz von Schulpsychologen sei ebenso beschlossene Sache wie der Einsatz von anonymen Briefkästen und schulfremden Vertrauenspersonen. Winter steht im laufenden Kontakt mit dem Land, wo Ursula Lackner am Mittwoch Beamte und Behördenvertreter zum Gespräch bat, um Hilfe anzubieten.

In der Causa 1990er-Jahre tritt man am Fleck: „Eine ganze Schule wird unter Generalverdacht gestellt, wir haben bisher aber keinerlei konkrete Hinweise“, bedauerte Hermann Zoller (Schulaufsicht).

Christian Nerat, Thomas Rossacher

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