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Mathematik ungenügend

Jeder neunte österreichische Volksschüler verfehlte Mathe-Standards. Für Vorarlberg setzte es in diesem Fach den letzten Platz.

Jeder neunte Volksschüler hat im Vorjahr bei den Bildungsstandardtestungen in der vierten Schulstufe die Standards im Fach Mathematik nicht erreicht. Weitere zwölf Prozent konnten sie nur teilweise erfüllen. Das zeigen die am Freitag präsentierten Ergebnisse. In Englisch in der achten Schulstufe haben im Kompetenzbereich Schreiben 37 Prozent nicht das Lehrplanziel erreicht.

Bei den Tests im Frühjahr 2013 wurden in ganz Öster­reich rund 74.000 Volksschüler der vierten Klasse im Fach Mathematik und 77.000 Schüler der vierten Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule im Fach Englisch abgeprüft.

„Erfreulich ist, dass drei Viertel aller Schulen Top-Werte in Mathematik haben. Mehr als 70 Prozent erreichen oder übertreffen die Standards. Auch bei Englisch zeigt sich ein klarer Aufwärts­trend“, sagte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Sieht man sich die Ergebnisse im Detail an, so zeigt sich, dass der Anteil der Buben und Mädchen, die die Standards Mathematik erreichen, gleich hoch ist. Jedoch es noch etwas mehr Mädchen sind, die die Standards nicht erreichen. „Ich ziehe daraus den Schluss, dass wir möglichst früh Mädchen für die Technik begeis­tern und Mathematik interessanter gestalten müssen. Dazu gibt es einen Schwerpunkt im Regierungsprogramm, daran arbeite ich auch als Frauenministerin,“ erklärte Heinisch-Hosek.

Mädchen in Englisch besser

In Englisch schneiden Mädchen deutlich besser ab als Buben. Die Ergebnisse beider Fächer zeigen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Kompetenz und Bildung der Eltern sowie Migrationshintergrund gibt.

„Noch immer entscheidet die Bildung der Eltern über den schulischen Erfolg ihrer Kinder. Das müssen wir ernst nehmen. Mit dem Ausbau der ganztägigen Schulformen erhöhen wir die Chancengleichheit. Bis 2018 werden insgesamt 400 Millionen Euro dafür investiert.“

Durchaus kritisch werden die Ergebnisse der rund 8000 Schüler in Vorarlberg gesehen. Im Bereich Englisch, Kompetenz Lesen und Hören, liegen die Vorarlberger noch im Österreichschnitt, im Schreiben schon darunter. Den letzten Platz belegten die Vorarlberger bei der Mathematik.

„Wir nehmen diese Ergebnisse sehr ernst. Wir werden genau hinschauen, analysieren und Maßnahmen setzen. Es gibt ein Gespräch mit jedem Direktor“, sagte Bildungslandesrätin Bernadette Mennel. Am Ende der Volksschule müsse jeder Schüler Lesen, Schreiben und auch Rechnen beherrschen. Die getroffenen Maßnahmen – etwa die Bereitstellung von 2,7 Millionen Euro für zusätzliche Stunden an den Volksschulen – seien wichtig und richtig.

Landesschulinspektorin Karin Engstler betonte, dass der Fokus in den vergangenen Jahren sehr stark auf den Bereich Lesen gelegt wurde. „Bei der Lehrerfortbildung werden wir künftig auch stark in den Bereich Mathematik hineingehen müssen.“

„Wir haben eine klare Aufgabe, wenn wir unter dem Österreich-Schnitt liegen.“

Bildungslandesrätin Bernadette Mennel konnte mit den Ergebnissen der Vorarlberger nicht zufrieden sein.

Bildungsstandards – die Österreichischen Bundesländer im Vergleich

BURGENLAND: In Mathematik (4. Klasse Volksschule) erreichten die Burgenländer einen Mittelwert von 526 Punkten, das liegt unter dem Österreich-Schnitt von 533 Punkten. In Englisch kommen sie mit 520 Punkten fast genau auf den Österreich-Schnitt. Neun Prozent der Burgenländer erreichen in der Mathematik die höchste Kompetenzstufe, in die schlechteste Kompetenzstufe fallen elf Prozent. In Englisch wurde auf die Einreihung in Kompetenzstufen verzichtet. Das Burgenland verfügt österreichweit über die homogensten Schülerleistungen in Englisch.

KÄRNTEN: Sowohl in Mathe als auch in Englisch gehört Kärnten zu den schlechtesten Bundesländern. In der Mathematik erreichten die Kärntner 520 Punkte, in Englisch setzte es mit 501 Punkten mit Abstand den letzten Platz. In der Mathematik weist Kärnten mit acht Prozent den geringsten Anteil an Schülern aus, die die höchste Kompetenzstufe erreichen. In Englisch ziehen sich die schlechten Ergebnisse durch alle Schultypen – im Bundesländervergleich gab es sowohl im AHS- als auch im Bereich der Neuen Mittelschule (NMS) die schlechtesten Resultate.

NIEDERÖSTERREICH: Die niederösterreichischen Schüler weisen sowohl in Mathematik als auch in Englisch Spitzenwerte auf. In Englisch liegt das Bundesland gemeinsam mit Wien überhaupt an der Spitze, in der Mathematik liegt es mit 544 Punkten nur knapp hinter Spitzenreiter Oberösterreich. Gemeinsam mit Oberösterreich weist Niederösterreich mit 14 Prozent den höchsten Anteil an Schülern auf, die in Mathe die höchste Kompetenzstufe erreichen.

OBERÖSTERREICH: Mit 545 Punkten ist Oberösterreich der Spitzenreiter in der Mathematik. In Englisch liegt man mit 520 Punkten dagegen ziemlich genau im Österreich-Schnitt. In der Mathematik weist das Land ob der Enns mit 14 Prozent gemeinsam mit Niederösterreich den höchsten Anteil an Schülern auf, die die höchste Kompetenzstufe erreichen. In Englisch stechen die hohen Mittelwerte der AHS hervor – mit 618 Punkten liegen die Oberösterreicher an der Österreich-Spitze.

SALZBURG: Die Salzburger erreichen sowohl in Mathe als auch in Englisch den dritthöchsten Punktwert aller Länder. In der Mathematik liegt man mit 541 Punkten klar über dem Öster­reich-Schnitt, in Englisch gab es mit 524 Punkten fast den gleichen Wert wie für die Spitzenreiter Wien und Niederösterreich. Darüber hinaus weist Salzburg in der Mathematik mit acht Prozent den geringsten Anteil an Schülern auf, die nur die niedrigste Kompetenzstufe erreichen.

STEIERMARK: Die Steiermark landet in der Mathematik praktisch im Österreich-Schnitt, in Englisch gab es nach Kärnten das österreichweit zweitschlechteste Ergebnis. Die Verteilung auf die einzelnen Kompetenzstufen in der Mathematik entspricht dem Österreich-Schnitt.

TIROL: In der Mathematik landete Tirol knapp unter dem Österreich-Schnitt, in Englisch praktisch im Schnitt. Die Verteilung auf die einzelnen Kompetenzstufen in der Mathematik entspricht fast dem Österreich-Schnitt.

VORARLBERG: In der Mathematik setzte es für Vorarlberg mit 514 Punkten deutlich den letzten Platz, in Englisch lag das Ergebnis mit ebenfalls 514 Punkten auch unter dem Österreich-Schnitt (519). In der Mathematik verfügt Vorarlberg gemeinsam mit Kärnten mit acht Prozent über den geringsten Anteil an Schülern in der höchsten Kompetenzstufe und nach Wien mit 14 Prozent den zweithöchsten in der niedrigsten Leistungskategorie.

WIEN: Dem Spitzenplatz in Englisch mit 525 Punkten steht ein deutlich unterdurchschnittliches Ergebnis in der Mathematik gegenüber. Darüber hinaus gibt es in der Bundeshauptstadt mit 17 Prozent den höchsten Anteil an Schülern, die in der Mathematik nur die geringste Kompetenzstufe erreichen. Das gute Ergebnis in Englisch führen die Studienautoren auf den hohen Mittelwert an den AHS zurück. Die Hauptschulen erreichen dafür die schlechtesten Ergebnisse. Konsequenz: Wien weist die heterogenste Leistungsverteilung in Englisch auf.

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