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Die Karten werden neu gemischt

Wer hätte das gedacht? Am Sonntagabend jubelten nicht etwa die Dauersieger der Volkspartei am lautesten. Die Grünen hatten eindrucksvolle 22,8 Prozent erreicht und hatten die Nase sogar noch vor den Freiheitlichen.

Das Geheimnis des Erfolgs mag mehrere Gründe haben. Zum einen hatten die Spitzenkandidaten Karas und Freund keinen Wahlkampf geführt, der begeistert. Die Themen wirkten ähnlich bieder und langweilig wie die Kandidaten selbst. Sympathische, den Vorarlbergern bekannte Persönlichkeiten, rangierten auf unwählbaren Plätzen.

Mit Antje Wagner – einer Deutschen – fehlte den Grünen zwar auch das heimische „Vorzugsstimmen-Zugpferd“. Doch mit Ulrike Lunacek als Gegenspielerin zu Karas und Freund verfügten die Grünen über eine Spitzenkandidatin, die zwar unauffällig, aber sympathisch wirkte.

Ein weiterer Pluspunkt dürfte die Glaubwürdigkeit sein. Die Arbeit der Regierungsparteien auf Bundesebene kann die wenigsten Bürger zufriedenstellen. Schwarz, Rot und auch Blau fällt in Sachen Hypo nichts Besseres ein, als sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu zuschieben.

Warum also die Regierungsparteien bei den EU-Wahlen mit einer Stimme belohnen? Warum nicht diejenigen unterstützen, die sich seit Jahren auf glaubwürdige und ehrliche Weise mit Zukunftsthemen (Atomkraft, Fracking, Freihandelsabkommen, Monsanto) beschäftigen?

Neben den Ländle-Grünen dürfen sich sicherlich auch die Neos über ihren Erfolg freuen. Mit 14,2 Prozent lagen die Pinken ebenfalls weit über dem Bundesschnitt (7,6 Prozent).

Welche Aussagekraft das Ergebnis für die Landtagswahlen hat? Nun, Grünen-Chef Johannes Rauch sollte in den kommenden Monaten wieder etwas ruhiger schlafen können. Ansonsten werden die Karten im Herbst komplett neu gemischt.

Die Absolute der ÖVP dürfte nicht zuletzt durch das Antreten der Neos Geschichte sein. Dennoch verfügt die Volkspartei mit Markus Wallner über einen Spitzenkandidaten, der nicht nur den Landeshauptmann-Bonus innehat, sondern auch ein guter Stratege ist. Dementsprechend betont Wallner auch stets, einen eigenen Vorarlberger Weg zu gehen – und distanziert sich oft genug vom ungeliebten Wien. Die Strukturen seiner Partei reichen bis in die kleinsten Orte. Auch eine höhere Wahlbeteiligung durch entsprechende Mobilisierung dürfte der Volkspartei zugutekommen.

Doch wer wird den Schwarzen die Stimmen klauen? Der große Gegenspieler Dieter Egger, der sich vor fünf Jahren mit Herbert Sausgruber matchte? Der noch unbekannte Kandidat der Neos? Oder freut sich am Ende der lachende Dritte Johannes Rauch? Es bleibt auf jeden Fall spannend…

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