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LEITARTIKEL

Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?

Das griechische Drama geht uns alle an.

Würde nicht so viel auf dem Spiel stehen, könnte man von einer Komödie sprechen. Aus der allerdings schnell ein Trauerspiel werden könnte. Während die Akteure um Worte feilschen – Hilfsprogramm, Kreditprogramm, Brückenprogramm –, gerät aus dem Blick, worum es in Wirklichkeit geht: Stabilität des Euro, Zukunft der Währungsunion und, was meist völlig ausgeblendet wird, das Schicksal der Griechen.

Ihnen droht bei einem „Grexit“, der Rückkehr zur Drachme, der Absturz in noch größeres Elend, als es das vermeintliche „Rettungsprogramm“ in den vergangenen fünf Jahren ohnehin schon über das Land gebracht hat. Das kann Europa nicht kaltlassen. Denn es droht mehr als der Totalverlust der gewährten Hilfskredite.

Wenn das politische Gefüge in Griechenland ins Wanken gerät und extremistische, anti-europäische Kräfte die Oberhand gewinnen, werden sich die Schockwellen flott auf dem ganzen Kontinent verbreiten.

Natürlich: Die neue Athener Regierung agiert nicht geschickt. Sie ist unerfahren, sie macht Fehler. Der Linkspopulist Tsipras glaubte offenbar anfangs, Europa erpressen zu können. Da täuscht er sich.

Der Wahlsieg seines Linksbündnisses Syriza mag für ihn ein Triumph sein und Umfragen zeigen, dass Tsipras inzwischen sogar noch mehr Zustimmung findet als bei der Wahl. Aber das Votum der Griechen setzt die Regeln Europas nicht außer Kraft. Das muss der griechische Premier nun nach und nach erkennen.

In einem Punkt kann man Tsipras aber schwer widersprechen: Das bisherige Hilfskonzept ist gescheitert. Die bisher verabreichte Medizin stärkt den griechischen Patienten nicht, sie schwächt ihn. Mehr davon zu verabreichen, könnte ihn umbringen. Daran kann gerade den Gläubigern nicht gelegen sein. Tsipras hat bereits Wasser in seinen Ouzo gegossen, wie der Antrag auf Verlängerung des Hilfsprogramms zeigt. Jetzt muss die EU einen Schritt auf die Griechen zugehen. Die Gläubiger sollten den Spardruck zurücknehmen.

Die Athener Regierung braucht Spielraum, um die sozialen Härten der Krise zu mildern und den gesellschaftlichen Frieden zu wahren. Allen muss daran gelegen sein, die Krise zu entschärfen.

Zwar meinen manche Experten, ein „Grexit“ sei zu verkraften, ein Dominoeffekt nicht zu befürchten. Sicher kann sich aber keiner sein, welche Folgen eine mögliche Staatspleite Griechenlands für die anderen Problemländer und die Währungsunion als Ganzes hätte. Will man das wirklich ausprobieren? Sie erreichen den Autor unter redaktion@kleinezeitung.at

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