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LEITARTIKEL

Die Welt geht nicht unter, nur der Mensch vielleicht

Warum uns Weltuntergänge seit jeher beschäftigen.

Die Welt geht unter, seit es sie gibt. In den Kindertagen der Menschheit mögen schon Gewitter oder Nordlicht als unfreundliche Signale mysteriöser Gottheiten gegolten haben. Später konstruierten Philosophen, Propheten und Sterngucker ihre Wanderkarten zu einem Ende der Welt. Die jüngste Untergangsversprechung galt dem 21. Dezember 2012. Drei Tage später haben wir dennoch Weihnachten gefeiert.

Für diese seriellen Endzeitszenarios gibt es verschiedene Gründe. Zum einen die offenbar angeborene Angstlust des Menschen. Zweitens zählt der Umstand, dass selbst gestandene Atheisten von der Ahnung gequält werden, dass es jenseits der uns bekannten Welt irgendetwas Anderes, Großes, Machtvolles geben könnte. Zumal wir ja selbst in jenem Universum, das wir so halbwegs zu überblicken meinen, allenfalls eine Mikrobenkolonie auf einem Staubkörnchen sind.

Und vor allem: Wir haben bisher keinerlei Fluchtmöglichkeiten. Sich auf dem Mond den Hintern abzufrieren oder in einer Klimakabine auf dem Mars zu logieren, sind wenig attraktive Alternativen. Das erklärt durchaus, warum uns beim Gedanken an den Kollaps unseres Planeten ein wenig bang ist.

Was die Schweden und ihre Kollegen in Oxford an möglichen Vorfällen ausmachen, ist ja nicht so unrealistisch, auch wenn Hollywood es schon mehrfach durchdekliniert hat. Vielleicht trifft uns ja einmal so ein Trumm aus dem All, schon ein zwei, drei Kilometer dicker Brocken würde reichen, um das Leben auf der Erde massiv zu beeinflussen. Auf längere Sicht wird das der Klimawandel tun.

Wie zerbrechlich alles ist, kann man am Beispiel der Sonne illustrieren. Sie ist bekanntlich nur eines von Milliarden ähnlicher Gestirne, die immer wieder verlöschen, implodieren, explodieren. Dass die Wissenschaft der Sonne noch rund drei Milliarden Lebensjahre zuschreibt, mag manche beruhigen. Aber Tatsache ist, dass wir alle total von ihr abhängen. Wenn sie verlischt, heißt es bei uns: Klappe zu, Affe tot.

Angesichts der immer vielfältiger werdenden Medikation der Menschheit ist auch nicht auszuschließen, dass sich bald polyresistente Viren entwickeln, gegen die sich Ebola oder HIV wie Heuschnupfen ausnehmen werden und die die Menschheit ganz ausrotten.

Dann trifft folgender Witz zu: In einer fernen Zukunft trifft der Mond die Erde und sagt: „Mein Gott, du siehst aber schlecht aus!“ Darauf die Erde: „Weißt du, ich hab Homo sapiens gehabt.“ „Ui“, erwidert der Mond, „mich hätte es ja beinahe auch erwischt.“

Sie erreichen den Autor unter

frido.huetter@kleinezeitung.at

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