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Frauenbilder aus Ikea-Katalog entfernt

Verantwortliche des Möbelkonzerns ließen für die saudische Katalog-Version Fotos retuschieren oder gleich komplett entfernen.

Die Auflage des Katalogs der Möbelkette Ikea liegt bei rund 208 Millionen Stück. Er wird in 43 Ländern vertrieben. Doch er sieht nicht überall gleich aus. Für Aufregung sorgt derzeit die Ausgabe für Saudi-Arabien, aus der sämtliche Frauen-Bilder wegretuschiert wurden. Ein Beispiel findet sich auf den Badezimmerseiten (siehe Bild). Während in der normalen Version Familienidylle mit Papa, Mama und zwei kleinen Kindern zu sehen ist, wurde die Mama in der saudischen Version entfernt.

Das Foto einer Designerin ist überhaupt verschwunden und in einem Foto wurde eine Frau per Bildbearbeitung in einen Mann umgewandelt, berichtet die Stockholmer Gratiszeitung „Metro“. Hintergrund seien die strengen Vorschriften in dem arabischen Land, was Abbildungen von Frauen betrifft, insbesondere, wenn unbedeckte Haut zu sehen ist.

Empörung und Bedauern

In Schweden hat das Vorgehen von Ikea Empörung ausgelöst. „Diese Bilder sind ein weiteres trauriges Beispiel dafür, dass Saudi-Arabien noch einen weiten Weg bis zur Geschlechtergleichstellung hat“, so die schwedische Handelsministerin Ewa Björling.

Bei Ikea bedauert man den Vorfall. Der saudische Katalog sei von einem Franchise-Unternehmen außerhalb der Ikea-Gruppe fertiggestellt worden. „Wir bedauern sehr, dass das passieren konnte und hätten erkennen müssen, dass der Ausschluss von Frauen aus der Saudi-Arabien-Version des Katalogs in Konflikt steht zu den Werten der Ikea-Gruppe.“

Erst vor wenigen Tagen handelte sich Ikea wegen eines gelöschten Fotos auf seiner russischen Internet-Seite Kritik ein. Auf dem Bild waren vier Jugendliche mit Strumpfmasken im Stil der regimekritischen Punkband Pussy Riot zu sehen. Die Jugendlichen hatten sich bei einer Werbeaktion des Unternehmens auf Ikea-Möbeln ablichten lassen. In einer Abstimmung der Nutzer erreichte das Bild den ersten Platz. Die Verantwortlichen von Ikea argumentierten damit, dass man nicht zulassen wolle, „dass unser Werbeprojekt als Ort für Agitation jedweder Art ausgenutzt wird“.

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