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Traum von der Goldmedaille in Kapstadt

Die Mitglieder der Akrobatikgruppe „Zurcaroh“ wollen bei der „Gym for Life 2013“ gewinnen. Daher wird dreimal pro Woche hart trainiert.

Schon am Gebäudeeingang zur Götzner Töbelehalle ist das tiefe Wummern des Basses zu hören. Je näher der Besucher der eigentlichen Sporthalle kommt, umso deutlicher sind auch die höheren Töne zu vernehmen. Doch erst beim Betreten der Halle wird klar, was in Götzis dreimal pro Woche vor sich geht. Über 30 Kinder und junge Erwachsene stehen in einer akkurat geordneten Formation auf Rollmatten. Diese bedecken beinahe den ganzen Boden des Turnsaales. Die Sportler bewegen sich synchron im Rhythmus der Musik, verändern ihre Position oder zeigen ihr akrobatisches Können. So werden etwa einige der Mädchen von den kräftigen Burschen in die Höhe gehoben oder sogar in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Oder es werden imposante Figuren gebildet wie etwa ein „menschlicher“ Fächer.

Immer wieder sind kurze Rufe mit Anweisungen wie etwa „Jetzt!“ oder „Weiter nach links!“ zu hören. Der Mann, der diese Kommandos gibt und die Vorführung genau beobachtet, ist Peterson da Cruz Hora (31). Er ist der Trainer und Choreograph der Truppe. Und sogar Namensgeber, denn „Zurcaroh“ – wie sich die Akrobatikformation nennt – setzt sich aus „Cruz“ und „Hora“ zusammen, rückwärts gelesen. Der Brasilianer trainiert die Gruppe seit 2009. Er und seine Mitstreiter haben ein großes Ziel vor Augen: Sie wollen bei der „Gym for Life“, die vom 10. bis zum 14. Juli 2013 in Kapstadt über die Bühne geht, eine Goldmedaille gewinnen. Und um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie eine fehlerlose Leistung abliefern. Dies ist mit ein Grund, warum Peterson beim Training jede Bewegung seiner Schützlinge genau verfolgt und Fehler sofort korrigiert. „Außerdem bin ich Perfektionist. Es muss immer alles passen“, sagt er und lacht.

Zwei Choreographien

Die Reise in die südafrikanische Metropole ist jedoch alles andere als günstig. Daher sind die Götzner auf der Suche nach Sponsoren. Auch ein Gewinnspiel soll dabei helfen, das nötige Kapital zusammenzubringen. Außerdem kann die Gruppe für Auftritte gebucht werden. Etwa eine Viertelstunde dauert eine solche Show und die Kunden können aus zwei unterschiedlichen Programmen mit jeweils passender Musik und passenden Kostümen wählen: „Amazonas“ oder „Afrika“. An einer dritten arbeiten die jungen Menschen gerade.

Bei Sabine Mittelberger (50) laufen alle Fäden zusammen. Sie ist die Haupt-Organisatorin von „Zurcaroh“. Außerdem sind ihre beiden Kinder – Tochter Lena (9) und Sohn Tim (21) – als Akrobaten in der Gruppe. „Mittlerweile habe ich viel zu tun. Nicht nur bei der Suche nach Sponsoren, sondern auch bei der Koordination unserer Auftritte“, erzählt sie. Denn der Bekanntheitsgrad der Formation sei in den vergangenen Monaten enorm gestiegen. „Fast an jedem Wochenende haben wir einen Auftritt.“ Daher hat die 50-Jährige auch keinen Zweifel daran, dass sie im kommenden Juli nach Südafrika reisen werden. „Wir bekommen das Geld zusammen“, meint sie voller Überzeugung.

Bis zur Perfektion

Genauso überzeugt ist sie von Peterson. „Er ist ein Genie“, sagt Mittelberger. Der Brasilianer kennt das Ländle bereits seit 2007. Mit einer brasilianischen Gruppe hat er an der Gymnaestrada in Dornbirn teilgenommen. Nur kurze Zeit später verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Vorarlberg. Irgendwann will er hier wieder in seinem Beruf als Exportkaufmann arbeiten. Allerdings muss er dafür seine Deutschkenntnisse noch weiter verfeinern. Wohl bis hin zur Perfektion, die er auch mit „Zurcaroh“ anstrebt.

Michael Steinlechner

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