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Evangelium

Vom Glück und Scheitern

In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot ge-geben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

markus 10,2–12

An der Nadel eines Zettels auf unserer Fürbittwand hing eines Tages ein Ehering. Dazu stand geschrieben: Lieber Gott, ich gebe dir den Ring zurück und bedanke mich für 33 Jahre und bitte um Loslassen. Danke! Diesen Ring hebe ich immer noch bei mir Zu Hause auf. Er steht für mich für eine Ehe mit schönen Zeiten und mit der Erfahrung von Trennung. Er erinnert mich auch an viele mir bekannte liebe Menschen, die mit viel Hoffnung sich in eine Partnerschaft eingelassen haben und – aus welchen Gründen auch immer – darin enttäuscht worden sind.

In Zeiten hoher Trennungsraten und zunehmender Skepsis vor festen Bindungen dieses Evangelium auszudeuten, ist nicht unproblematisch. In einer sehr schnelllebigen und vergesslichen Zeit, in einer Zeit, die eher mehr im Augenblick lebt, kann ein Blick auf das Grundanliegen Gottes im Hinblick auf das Verhältnis von Mann und Frau hilfreich sein.

Entlassen

Die Pharisäer beschäftigt heute die Rechtsfrage: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Jesus fragt grundsätzlicher zurück. Er kämpft für den Schutz der Frau gegenüber der Willkür des Mannes. Damals war dies ein ganz entscheidender Fortschritt. Jesus führt dann den Blick auf die Schöpfungsordnung: Sie will eine verlässliche Gemeinschaft als Ausdruck der Treue Gottes. Jesus nennt den Anspruch beim Namen. Aber er kennt auch das Scheitern wegen der Hartherzigkeit.

Verlassen

Jesus verweist auf das Buch Genesis: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen … Gereifte und eigenständige Personen, als Mann und Frau, nicht als Kinder, die nie losgelassen werden, sind Voraussetzung für eine gelingende Ehe.

Hier liegt die Betonung wirklich auf „verlassen“ im Sinne von Los-lassen und endgültigem Abnabeln. Ich mache die Erfahrung, dass nicht wenige zerbrochene Ehen ihren Grund unter anderen darin haben, dass die Eltern (vor allem die Mütter!) ihre Söhne oder Töchter nicht wirklich freigegeben haben.

Einlassen

Jesus erinnert daran, dass letztlich Einswerden für eine tragfähige Verbindung entscheidend sind: Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins … Das Gelingen dieses Einsseins wird heute stärker von Gefühlen getragen gegenüber früher, wo Vernunftgründe und Kinder als Ehezweck vorherrschend waren.

Jesu Anliegen sind Beziehungen, die glücken und erlebbar machen, wie Gott sich auf uns verbindlich und treu einlässt. Ich finde es immer noch erfreulich, dass auch bei uns mehr als fünfzig Prozent der Ehen mit allen Höhen und Tiefen glücken. Manchmal glückt erst die zweite Beziehung. Sie wird dann zum Zeichen unseres Gottes, der in seiner Liebe auch das Scheitern zum Guten wenden kann.

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