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Misters 3000 Prozent aus Lustenau: Xi-Berg-Angels

Einen Stockerlplatz haben die Lustenauer „Xi-Berg-Angels Reloaded“ beim Red-Bull-Flugtag in Wien verpasst. ­Bewunderung verdienen die fünf Freunde trotzdem: Sie haben ihre Leis­tung um mindes­tens 3000 Prozent gesteigert.

Spektakulär“, brüllt Markus Jochum (Gigges). Marcel Hagen lacht und stellt fest: „Die Bordkanone ist zu früh gezündet worden.“ Gerhard Fitz (Geri) fordert: „Nochmal“. Rainer Weber bewahrt wie immer die Ruhe, sagt: „Da hätte man nach vorn ziehen müssen.“ Und Helmut Zirker ist sicher: „Wir müssen leichter werden.“ Nein, die fünf Lustenauer schauen weder Fußball noch eine spezielle Diät-Sendung für Männer. Sie ergötzen sich an einer DVD über den Red-Bull-Flugtag 2012, erinnern sich an Gesehenes, bewundern die Mitstreiter – natürlich mit kritischem Blick. Und werten natürlich ihre eigene Leistung aus. „Eigentlich waren wir gut. Schließlich haben wir unsere Flugweite von minus einem Meter auf 14,4 Meter gesteigert. Das sind mindes­tens 3000 Prozent”, sagt Rainer Weber und erntet Lachanfälle seiner Mitstreiter. Fakt ist, dass Weber als „Angelina“-Pilot eine sensationelle Haltung bewahrt und das Bad in der Donau mit stoischer Ruhe genommen hat. Erst im Nachgang hat er gemerkt, dass er sogar seine Rücklehne samt Gurt aus dem Gefährt mit in die Fluten gerissen hat. Aber die Lehne war aus Pappe, und die hat Weber-Gewicht-mal-Beschleunigung doch nicht ausgehalten. Vielleicht doch eine Diät? Blöder Gedanke. Denn dann müsste auch auf den Hüftgold fördernden Treibstoff – Mohren-Pfiff – verzichtet werden.

Tolle Erfahrung

Rückblickend auf Wien sind sich die fünf Lustenauer auf jeden Fall in dem Fakt einig: Es war erneut eine tolle Erfahrung, sie hatten Spaß und Stress. Stress vor allem wegen der Anreise mit dem Zug. „Wir sind am Freitagabend gegen 23 Uhr mehr oder weniger zerstört in Wien angekommen“, sagt Geri. Ein Schelm, der meint, die „großen Buben“ hätten sich das eine oder andere „Pfiff“ einverleibt. „Nein. Es war das Gerüttel im Zug”, meint Marcel und grinst. Am Samstag hatten die „Xi-Berg-Angels“ zunächst mit dem Aufbau zu tun. „Ein kompletter Sattelschlepper war notwendig, um unsere Flug­kiste in die Bundeshauptstadt zu bringen“, erzählt Rainer Weber. Unbestritten haben die Xi-Berger in ihrem silbern glänzenden Outfit und mit einem Flieger, der an den Beginn der Luftfahrt erinnerte, die Aufmerksamkeit der Zuschauer – im positiven Sinne – erregt. Und natürlich auch mit der Explosion, als das „Hinterteil“ des Fliegers „abgesprengt“ wurde. Dafür und für die passende Musik und Performance sorgten Rainer-Frantis Engel Gigges, Geri, Marcel und Helmut.

„Sensationell ist es, wenn du auf der Bühne stehst. So müssen sich Stars fühlen. Da ist man schon nervös“, erzählt Gigges. Darüber, wie sich diese Nervosität äußerte, schweigt der Schreiberin Höflichkeit. Begeistert berichten die Angels über die herzliche Aufnahme, als sie mit Sack und Pack in Wien ankamen. „Um uns herum war ein ständiges Kommen und Gehen. So wird das bei den Star-Auftritten sein“, schildert Helmut die Eindrücke. „Es gab viele Gespräche und Fachsimpeleien. Und das Mohren-Bier hat auch den Wienern und den Gästen aus den anderen Bundesländern geschmeckt“, ergänzt Geri.

Unterm Strich hat den XiBergern auch ihr dritter Auftritt in der Bundeshauptstadt gefallen. Denn neben dem Minus-Flug vor vier Jahren sind die Lustenauer Frohnaturen bereits 2006 beim Redbull-Seifenkis­tenrennen mit einer „Zigarre“ auf Platz fünf (unter immerhin 80 Teilnehmern) gefahren. Das hat den Sportgeist in den Männern eigentlich erst geweckt. 2008 legten sie dann den „Minus-Flug“ hin. Diesmal landeten sie auf Platz 15. Nach der kuriosen Flugshow, gepaart mit Extrem-Kopfweh, haben sie den Rückweg ins Ländle angetreten. Seither zerbrechen sie sich den Kopf über ihre nächsten Taten, nicht ohne die jüngste zu analysieren. Und sie haben den Red-Bull-Flugtag-Machern auch schon Kritisches geschrieben. Etwa, dass sie den Jury-Wechsel nicht gut gefunden haben. „Es muss doch möglich sein, eine Jury zu besetzen, die die gesamten Starts bewertet“, meint Geri. Oder: Die vorbereiteten pyrotechnischen Überraschungen verrauchten in des Wortes wahrsten Sinne, weil eine Moderation den Start verzögert hatte. Sehr wohl bemerkt haben die Angels ebenso, dass nicht jede Crew die festgelegte 45-Sekunden-Performance eingehalten hat. „Inzwischen haben wir schon Antwort und sind sicher, dass unsere Verbesserungsvorschläge auf fruchtbaren Boden gefallen sind“, sagt Rainer Weber. Den Spaß werden sich die Lustenauer jedoch nicht verderben lassen. Das sind sie auch den vielen Sponsoren schuldig, ohne die der Wien-Auftritt nicht möglich gewesen wäre.

„Die Wiener werden uns nicht los. Es wird ein Revival geben. Die Startrampe wird brennen“, verrät Marcel Hagen voller Vorfreude. Vier Jahre haben sie ja Zeit, die Angels, um ihre Kreativität und Fantasie wieder ins Spiel zu bringen. Oder sollte man die lustigen Lustenauer nicht doch in „Misters 3000 Prozent“ umbenennen?

Heidrun Joachim

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