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Vorarlberger der woche

Erreichtes ist noch lange nicht genug

Lukas Gabriel (22) hat sich bei den jüngsten Berufseuropameisterschaften EuroSkills eine Goldmedaille erarbeitet. Der junge Mann wohnt in Bregenz-Fluh und arbeitet als Installations- und Gebäudetechniker bei Intemann Lauterach.

Heidrun Joachim

Der 22-Jährige ist ein „Schaffa“-Typ. Ausgeglichen und ruhig wirkt er. Erzählt Lukas aber über seine Arbeit, dann schwingt Begeisterung in seiner Stimme. Ein junger Mann, der weiß, was er will. Dem Erreichtes noch lange nicht genug ist. Aber er geht Schritt um Schritt vor.

Als kleiner Bub hat er schon gerne in der Werkstatt gebastelt und handwerkliches Geschick gezeigt. Für ihn war früh klar: Nur ein Job, der Abwechslung bringt, ist die Perspektive. Den Handwerksberuf Installateur (Gas, Wasser und Heizung) hat sich Lukas genau deshalb ausgesucht, weil die Branche stetig Neues bietet, ein lebenslanges Lernen programmiert ist, keine Stupidität aufkommt. Jede Baustelle birgt neue Herausforderungen.

Mathematik ist wichtig

Neben dem Handwerksgeschick zählt vor allem genaues Arbeiten, dreidimensionale Vorstellungskraft zu den notwendigen Fähigkeiten. „Und natürlich muss man rechnen können“, sagt der sympathische junge Mann.

Frühzeitige Verantwortung

Während der Lehrzeit bei Intemann hat er es als angenehm empfunden, frühzeitig in die Verantwortung genommen zu werden. „Nach einer kurzen Einführung geht es für die Lehrlinge gleich mit der Praxis los. Auf der Baustelle lernst du am schnellsten die notwendigen Fertigkeiten. Es ist immer jemand da, der hilft, Fragen beantwortet. Natürlich muss der Lehrling das Geschehen selbst beobachten und sich einbringen wollen“, erzählt Lukas. Wichtig sei neben dem eigenen Geschick und Können die Fähigkeit zur Teamarbeit auf einer Baustelle. „Es geht da ja immer Hand in Hand.“ Theoretische Schwerpunkte werden im Fachunterricht an der Berufsschule gesetzt – etwa Fachzeichnen, Laboratoriumsübungen oder angewandte Mathematik.

Nach der Lehre, die er im Jahr 2010 mit „Auszeichnung“ abgeschlossen hat, stieg Lukas als Fachkraft bei seinem Ausbildungsbetrieb Intemann ein. Er entschied sich für die Haustechnik. „Von der Planung über die Ausführung bis zur Inbetriebnahme vom Einfamilienhaus, Büro- und Verwaltungsgebäude bis zu umfangreichen Gewerbehallen reicht da die Angebots-Palette. Für mich heißt das, immer neuen Anforderungen zu entsprechen. Das ist spannend.“

Gold und Silber

Was er kann, hat Lukas jüngst bei den Berufseuropameisterschaften im belgischen Spa gezeigt: Eine Gold- und eine Silbermedaille im Team hat er mit nach Hause gebracht. Bevor der Bregenzer jedoch als Medaillengewinner auf die Bühne gerufen wurde, hatte er drei Tage voller Adrenalin und Spannung hinter sich.

Im Einzelwettkampf der EuroSkills musste Lukas eine komplette Gastherme installieren und sie mit einem Modellbadezimmer verbinden. Eine Aufgabe, deren Lösung fachliches Know-how, Schnelligkeit und vor allem starke Nerven erforderte: „Die Installation war ziemlich kompliziert, die Zeit sehr knapp bemessen. Buchstäblich bis zur letzten Minute habe ich gearbeitet.“ Wichtig war dabei auch die Abstimmung mit dem Elektriker-Kollegen, der zur gleichen Zeit und im gleichen Raum seine Aufgabe erledigte. Eine besondere Herausforderung stellten für ihn die zahlreichen Besucher dar, die den Wettbewerbsteilnehmern der EuroSkills in ihren Schauwerkstätten über die Schulter schauten. „Da hat mich wohl die Musik gerettet, die mein Bruder David mir auf den MP3-Player gespielt hatte“, sagt der Goldbursche und grinst. Mit Kollegen aus Wien und der Steiermark hat er zudem den silbernen Rang im Bereich Installation Technology erobert.

Lukas sieht seine Teilnahme an den Europameisterschaften pragmatisch: „Ich bin froh, dass sich die Zeit, die ich selbst und meine Trainer in die Vorbereitung investiert haben, mit der Medaille ausgezahlt hat. Nicht zu vergessen – die Unterstützung durch meinen Betrieb. Mir wurde das erforderliche Werkzeug zur Verfügung gestellt und auch Zeit zum Üben eingeräumt. Das war nicht bei allen Teilnehmern so“, berichtet der Bregenzer. Spannend sei es gewesen, mit anderen Kollegen zu reden, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen. Insgesamt habe er eine gute Erfahrung gemacht, die ihn weiterbringe auf seinem Weg.

Und diesen Weg hat der ehrgeizige Lukas Gabriel recht klar im Blick. Er lässt sich gerade zum Lehrlingsausbilder schulen, besucht dazu Kurse am Wifi. Dann ist noch lange nicht Schluss. „Mal schauen, ob es mit dem Meister- oder mit dem Technikerstudium weitergeht. Eines nach dem anderen“, sagt der clevere 22-Jährige. Und schon ist er wieder auf dem Weg – zur täglichen Arbeit.

„Stets neue Anforderungen – das ist spannend.“ Lukas Gabriel, Gold- Gewinner bei EuroSkills 2012.

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