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Fünf Jahre Gefängnis: Stieftöchter vergewaltigt

Mehrfach hat der 63-jährige Türke nach Ansicht des Gerichts die beiden minderjährigen Töchter seiner Lebensgefährtin vergewaltigt.

Seff Dünser

Er werde das Urteil bekämpfen, sagte der von Markus Fink verteidigte Angeklagte am Ende der gestrigen Verhandlung. Der verheiratete 63-Jährige bestreitet, die zwei minderjährigen Töchter seiner langjährigen Lebensgefährtin über Jahre hinweg mehrfach vergewaltigt zu haben. Das Landesgericht Feldkirch glaubte aber nicht dem im Bregenzerwald lebenden Türken, sondern den mutmaßlichen Opfern. Der mittlerweile 20-Jährigen soll er 8000 Euro Schmerzengeld bezahlen, ihrer inzwischen 22-jährigen Schwester 5000.

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schuldspruch erfolgte wegen Vergewaltigung, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und Nötigung. Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt sechs Monate bis zehn Jahre Haft.

Vor der Polizei hatte der Pensionist noch angegeben, er habe mehrfach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit den minderjährigen Töchtern seiner türkischen Geliebten gehabt. Sie hätten ihn dazu verführt. Diese Aussage widerrief er später und behauptete, er sei ab 2003 und damit zu den behaupteten Tatzeiten bereits impotent gewesen.

Urologische Gutachten

Seine damalige Lebensgefährtin sagte aber im Prozess als Zeugin, sie habe mit ihm zwischen 1996 und 2008 regelmäßig Sex gehabt. Zudem widersprechen zwei urologische Gutachter den Angaben des Angeklagten. Demnach sei es „im Bereich des Möglichen“, dass der Mann zu den fraglichen Zeiten Geschlechtsverkehr mit Samenerguss gehabt habe, sagte Richterin Claudia Hagen.

Der erste urologische Sachverständige war allerdings zunächst nach einem Test mit einem Potenzmittel zum Schluss gekommen, der 63-Jährige sei tatsächlich impotent. Daraufhin wurde der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen.

Danach wurde dem Urologen eine Ergänzung seines Gutachtens aufgetragen. Der Arzt testete den Türken noch einmal, dabei offenbar mit einer zu hohen Dosis des Potenzmittels. Der Pensionist hatte deshalb eine Dauererektion, die 18 Stunden lang angehalten haben soll. Er musste zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft verzichtete dann darauf, neuerlich einen Antrag auf Verhängung der Untersuchungshaft zu stellen. Der türkische Staatsbürger ergriff nicht die Flucht in seine Heimat, die er 1971 verlassen hatte, sondern erschien gestern auf freiem Fuß zu seinem Strafprozess.

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