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Wilde Kräuterfee

Pflanzen- und Kräuterexpertin Katharina Waibel (48) aus Hohenems erklärt in ihrem Buch „wildes weiber wissen“, wie man gesund und natürlich im Rhythmus der Jahreszeiten lebt. Ab sofort schreibt sie für die NEUE am Sonntag eine wöchentliche Kolumne zu diesem Thema.

Elisabeth Willi

Das neue Buch „wildes weiber wissen“, Vieles in Einem: Es erklärt, wie Pflanzen und Kräuter wirken; es beschreibt die Jahreszeiten und enthält einen Plan, auf dem die Pflanzen mit ihren Botschaften den Wochen zugeordnet sind; es beinhaltet 56 Karten zum Legen sowie Anleitungen, wie das funktioniert; es ist voller hilfreicher Gedanken und Impulse, das Leben naturnaher zu gestalten.

Das Wichtigste jedoch kann nicht mitgekauft werden – das sollte der Leser selbst erarbeiten: Wenn er sich mit dem Buch und den Karten beschäftigt, erfährt er mehr über sich selbst. Dies ist jedenfalls die Absicht der Autorin Katharina Waibel (48) aus Hohenems. „Menschen, die ihre eigene Kraft entwickeln möchten, sollten die Grundgesetze der Natur und des eigenen Körpers kennen. Heilpflanzen, Wurzeln und Räucherwerk helfen, immer mehr uns selbst zu werden“, sagt sie.

Katharina Waibel, Vieles in Einem: Kräuter- und Pflanzenfee, die ihr Wissen in Kursen lehrt; psychiatrische Krankenschwester beim IfS, die verhaltensauffällige Jugendliche betreut; Ehefrau und Mutter einer erwachsenen Tochter; lebensbejahende, fröhliche Frau mit grünen, sanften Augen, die die Jahreszeiten bewusst lebt.

Hineingeboren

In die Pflanzen- und Kräuterkunde wurde sie „hineingeboren“. Ihre Mutter kurierte mit Tee viele Leiden, ihr Vater stellte Salben her, holte Wurzeln und brannte Schnaps. Die Natur – die große Lehrmeisterin ihres Lebens – fasziniert Waibel seit ihrer Kindheit. Damals begleitete die gebürtige Bezauerin ihren „Däta“ oft in die Berge. „Er kannte alles und wusste immer, was man wofür nehmen musste“, erzählt sie. Sie lernte sehr viel von ihrem Vater, wollte aber noch mehr über die Zusammenhänge zwischen Jahreszeiten und Pflanzen erfahren. Dieses Wissen sammelte sie in unzähligen Gesprächen mit der kräuterkundigen Montafonerin Hildegunde Engstler und anhand von Kursen.

Nun gibt sie es in ihrem Buch weiter. Waibel plädiert dafür, bewusst über die Schwellen der Jahreszeiten zu gehen und sich wieder in den Zyklus der Natur einzuklinken. „Dieser Zyklus ist sehr wichtig, da er sich im Lebensrhythmus des Menschen und seines Körpers widerspiegelt. Danach sollte er handeln.“ Der Herbst mit der Ernte zum Beispiel steht für Dankbarkeit. Da sich die Natur in dieser Jahreszeit aber auch für den Winter vorbereitet und Pflanzen absterben, sollte der Mensch ebenso Abschied nehmen, Wehmut zulassen, sich vermehrt zurückziehen. „Pflanzen und Kräuter unterstützen uns in diesen Handlungen. Sie trösten und heilen den Menschen auf seinem Lebensweg“, erklärt die Hohenemserin.

Körperliche Heilung erfolgt mit Arnika, Baldrian und Co. anders als mit Tabletten: Während zum Beispiel bei Kopfschmerzen eine Aspirin schnell den Schmerz nimmt, muss bei der Pflanzenheilkunde erst überlegt werden, was die Schmerzen auslöst. Je nach Ursache werden verschiedene Mittel angewandt, die dann auch sehr rasch wirken können.

Botschaften der Pflanzen

Waibel hat in „wildes weiber wissen“ jeder Woche eine Pflanze zugeordnet und kurz beschrieben, wofür sie steht und wobei sie hilft. „Das Buch informiert vor allem über die Botschaften der Pflanzen, über die Verarbeitung gibt es bereits viele schöne Werke“, sagt Katharina Waibel. Der Leser kann das Buch auf mehrere Arten nutzen: Entweder er schaut sich jede Woche an, welche Pflanze aktuell ist und was dies bedeutet oder er hält sich an die Jahreszeiten. Für jede Pflanze gibt es eine schön gestaltete Karte plus vier Jahreszeiten-Karten. Diese Karten kann man legen, im Buch sind einige Legesysteme beschrieben. „Karten-Legen ist kein Zauber“, betont die Pflanzen-Expertin. „Dadurch wird lediglich die Energie, die bereits da ist, sichtbar gemacht.“ Es kann Fragen beantworten, Impulse geben und Richtungen aufzeigen.

Die Richtung, ein Buch zu schreiben, wurde Waibel übrigens von ihren vier guten Freundinnen aufgezeigt. „Ich schob ihnen im Laufe der Jahre immer wieder Pflanzen in den Mund, sodass sie stets mit grünen Zähnen nach Hause kamen“, erzählt sie frei von der Leber weg und schmunzelt. Die vier Frauen waren begeistert von den Auswirkungen und drängten die Kräuterfee, das alles aufzuschreiben. Sie aber wollte nicht. Dazu bedurfte es schon des Zuspruchs eines Profis, Günter Bucher, seines Zeichens Chef des Bucher Verlages.

Er ist der Ehemann ihrer Freundin Michelle und geriet im vergangenen Jahr am 21. Dezember in die Sonnwendfest-Feier der fünf Freundinnen. Als er sah, was Katharina Waibel mit ihren Mädels alles machte, sagte er: „Das sollte man als Buch herausbringen.“ Und plötzlich wollte es auch Katharina Waibel. Bereits vier Tage später am 25. Dezember hatte sie ihre Idee, was das Buch konkret beinhalten sollte, geboren. Im März war der Text fixfertig, aber: „Das Wichtigste sind die Karten. Grafiker Bruno Reis und Günter Bucher gestalteten sie sehr schön, ihnen gebührt ganz großes Lob.“

„Nicht ganz gezähmt“

Und wie kam sie auf den Titel „wildes weiber wissen“? „Weil die Pflanzen des Buches wild in der Natur wachsen“, erklärt Waibel und schiebt murmelnd einen Nachsatz hinzu: „Und weil ich selbst auch nicht immer so brav bin. Oder besser gesagt: Nicht ganz gezähmt.“ Davon erzählt übrigens auch ihre kecke, rötlich schimmernde Kurzhaar-Frisur.

Nun ist sie nach all der Arbeit stolz darauf, ihr Buch in den Händen zu halten. Kaum trat Waibel in den Autorenstand, war sie schon auf der Buchmesse in Frankfurt und der Liebling einiger Franzosen dort. Wann „wildes weiber wissen“ ins Französische übersetzt werde, wollten sie wissen. Das drängt nicht, denn das Schnelle, Übereilte ist nicht die Art der sympathischen Kräuterexpertin – ganz dem Wesen der Pflanzen entsprechend.

Wofür die Jahreszeiten stehen

Herbst: Dankbarkeit, beginnende Weisheit; Abschied nehmen, Wehmut, loslassen. Arbeit mit Pflanzen: Tee sammeln, Tinkturen herstellen

Winter: Ruhe und Stille, Heilung; sich neu erschaffen, tiefe Erotik, ausatmen. Arbeit mit Pflanzen: Räuchern

Frühling: Träume und Visionen, Inspiration; reinigen, für sich sorgen, unbekümmerte Ich-Bezogenheit. Arbeit mit Pflanzen: Kochen, pflanzen.

Sommer: die Fülle feiern, Wachsen in der Begegnung; freudiges Begehren, einatmen, sich entfalten in der Begegnung. Arbeit mit Pflanzen: Tee sammeln, Salben herstellen.

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