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Blicke über Kirchturm und weit in die Zukunft

Architekturstudenten der Universität Liechtenstein wollen mit Wohnkomplex Nachbarschaftsbeziehungen in Lustenauer Wohnquartier intensivieren.

Eigentlich wollte Rosalie Schweninger in ihrem Semesterprojekt einen mehrstöckigen Gebäudekomplex entwerfen. Mit dem Ziel, die sozialen Verbindungen der Bewohner untereinander zu stärken. Doch das war der 23-jährigen Architekturstudentin aus Lustenau zu wenig. Sie entschied sich kurzerhand für einen Wohnkomplex samt Nachbarschaftsküche und Mas­terplan. Ein kleines Mammutprojekt, das sich der entwicklungsschwachen Gegend rund um die Lustenauer Augartenstraße annimmt. Dort hat sich die Architekturstudentin ein Grundstück zwischen Rheindamm und Augartenstraße gesucht, auf dem derzeit zwei Wohnblöcke stehen. Aufgrund der minderwertigen Bausubstanz werden diese voraussichtlich innert der kommenden 20 Jahre abgerissen. Dann gäbe es genügend Platz für Schweningers Wohnprojekt mit 31 Wohnungen und einer zusätzlichen Nachbarschaftsküche.

Die versetzten Kuben schaffen nach außen hin eine asymmetrische Oberfläche mit unterschiedlich großen Außenbalkonen. Mit variablen Wandelementen kann die Wohnung individuell an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden. „Ich habe versucht, in meinen Masterplan möglichst viele unkommerzielle Ideen einfließen zu lassen. Entlang der Augartenstrasse sind so ein Sprachencafé, eine Bücherei und ein Kindergarten entstanden, mit teils öffentlichen, teils halböffentlichen Angeboten.“

Architekturstudent David Dudler (26) hat sich bei seinem Wohnkomplex für ein Grundstück in Lustenau-Rotkreuz entschieden, auf dem bereits ein Supermarkt steht. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich ein Kindergarten, eine Primarschule, eine Einfamilienhaussiedlung und eine Tiroler Siedlung mit Sozialwohnungen. Dudlers Gebäude orientiert sich mit seinen zwei bis vier Geschossen an der umliegenden Architektur. Auch er bringt – wie Schweninger – verschiedene Wohntypologien in den Komplex mit ein.

Hintergrund

Das Forschungsprojekt „Soziale Nachbarschaften – Schlüsselfaktor einer Regionalentwicklung“ untersucht den Zusammenhang zwischen gelebten Nachbarschaftsbeziehungen und Siedlungsrealitäten im Rheintal. Als Teil des Forschungsprojektes haben Studierende der Uni Liechtenstein gemeinsam mit Wissenschaftlern der FHS St. Gallen zwei Semester lang über Zaungrenzen hinweg geschaut. Im Fokus der Betrachtungen standen Lebenswelten, Nachbarschaftsstrukturen und die Frage, wie gelebte Nachbarschaftsbeziehungen und bauliche Gegebenheiten das Zusammenleben der Einwohner beeinflussen. Gefördert wird das Projekt durch die Internationale Bodensee Hochschule (IBH).

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