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Seit 90 Jahren im Takt für die Exekutive

Vor 90 Jahren wurde die „Polizeimusik Vorarlberg“ als „Vorarlberger Zollwachmusik“ in ­Feldkirch gegründet. Heute hat die Kapelle rund 45 Mitglieder. Den Takt gibt Manfred ­Allmayer an.

Wenn die 45 Mitglieder der „Polizeimusik Vorarlberg“ zu ihren Instrumenten greifen und aufspielen, dann tun sie dies nicht in ihrer Freizeit, sondern während des Dienstes. Denn die Kapelle ist eine Dienstmusik, die Musikanten sind Botschafter der Vorarlberger Exekutive. Manfred Allmayer, Kapellmeister und Dirigent, erklärt: „Nicht alle Mitglieder sind aktive Polizisten. Wir brauchen auch Gastspieler.“ Und das sind entweder pensionierte Polizisten, Zöllner oder Justizwachebeamte. Aber auch Verwandte und Freunde von „Exekutivlern“ geben in der Kapelle den Ton an. „Alle Mitglieder haben auf irgendeine Art und Weise ein Naheverhältnis und somit einen Bezug zur Polizei“, betont Allmayer.

Seit mittlerweile 90 Jahren treten die Musikanten nun schon als Botschafter der Exekutive im gesamten Ländle auf. Die Geburtsstunde der Truppe war am 28. Juli 1922. Unter der Regie von Obmann Rudolf Huchler sowie des Kapellmeisters Gustav Bastl wurde sie als „Vorarlberger Zollwachmusik“ in Feldkirch gegründet. Rund 20 musikbegeisterte Zollwachbeamte gewannen Huchler und Bastl damals auf Anhieb dafür, die Musikkapelle aus der Taufe zu heben. Rasch war auch ein Vereinslokal gefunden. Von da an probten die Musiker für ihre Auftritte im damaligen Gasthaus Ochsen in der Montfortstadt. Ob die Vorarlberger Dienstmusik die älteste ihrer Art ist, das kann Allmayer heute nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass es zu jener Zeit nur drei im gesamten Bundesgebiet gegeben hat. Neben Vorarlberg noch in Wien und in der Steiermark.

Kriegsdienst brachte Aus

Die geschichtlichen Ereignisse der Gründungszeit und deren Auswirkungen gingen an der damaligen Zollwachmusik nicht spurlos vorbei. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Kapelle in „Musikzug der Reichszollbeamten Vorarlberg“ umbenannt. Die Einberufung der Musiker in den Kriegsdienst ließ den Bestand zusammenschrumpfen. Die Kapelle war schon sehr bald spielunfähig.

Nach den Kriegswirren gelang es dem ehemaligen Gründungsobmann und Ehrenvorstand Huchler, der Kapelle wieder neues Leben einzuhauchen. Er fand erneut musikbegeisterte Zöllner, und von nun spielte sie wieder als „Vorarlberger Zollwachmusik“ auf.

Die Zusammenlegung von Gendarmerie und Zollwache im Jahr 2004 brachte der Kapelle erneut einen Namenswechsel ein. Von da an hieß diese: „Musik der Exekutive Vorarlberg“. Damit waren nicht mehr nur Zöllner Musikanten, sondern ebenso Gendarmen, Sicherheits- und Justizwachebeamte oder Mitarbeiter der Sicherheitsdirektion und der Finanzveraltung mit dabei.

Im Jahr 2006 erfolgte die neuerliche Umbenennung. Grund war die Zusammenlegung der Bundesgendarmerie und der Bundespolizei im Jahr 2005. Der neue Name: „Polizeimusik Vorarlberg“.

Dieser Zusammenschluss brachte auch eine einheitliche Uniform für die Musikanten mit sich. Denn bis dahin trugen die Musikanten ihre jeweiligen Uniformen. „Die einen hatten die Polizeiuniform, die nächsten kamen in der der Justizwachebeamten, und pensionierte Zöllner hatten ihre alten Uniformen an. Das war dann schon ein recht buntes Bild“, sagt Allmayer und lacht.

Allmayer ist seit 1968 bei der Musik. Egal, ob diese als „Kleine Harmonie“, „Bläserensemble“ oder als „Großes Orchester“ aufspielt, die Musiker müssen nach seinem Taktstock tanzen. „Das Bläserensemble spielt beispielsweise bei Auszeichnungsfeiern, Geburtstagsjubiläen, aber auch bei Ehrentagen von Polizeiinspektionen. Insgesamt haben wir an die 30 Auftritte pro Jahr.“

Koordiniert werden diese von Rainer Fitz von der Landespolizeidirektion Bregenz. „Auch die Proben sind geplant und fallen somit in die Dienstzeit. Daher kommt es nur selten vor, dass Beamte aufgrund eines Einsatzes fehlen“, erklärt Fitz. Er betont jedoch, dass die Sicherheit der Bevölkerung und somit der polizeiliche Außendienst Vorrang vor der Musik hat. Geprobt wird, da die Mitglieder aus allen Talschaften kommen, in Rankweil bei der dortigen Bürgermusik. „Dort sind wir sehr gut untergebracht. Der Probeort ist zentral gelegen, und wir können die gesamte Infrastruktur des Musikheims nutzen“, erklärt Allmayer.

Blickt der Kapellmeister auf die vergangenen Jahre zurück, ist ihm ein Konzert unter seiner Ägide gut in Erinnerung: „Das war das Jahreskonzert 2010. Es stand unter dem Motto ,Let’s Dance‘, und zwei Tanzpaare traten damals auf. Das war sehr schön.“

Was erwartet nun die Besucher des Jubiläumskonzerts? „Es ist ein Gemeinschaftskonzert der Polizeimusiken St. Gallen, Graubünden und Vorarlberg. Die Graubündner werden gehobene Unterhaltungsmusik zum Besten geben. Die St. Galler werden als Big Band Combo auftreten. Und wir werden die Besucher mit konzertanter Blasmusik und auch Märschen unterhalten“, gibt Allmayer einen kleinen Vorgeschmack auf das Konzert.

Dunja Gachowetz

Information

Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der „Polizeimusik Vorarlberg“ veranstaltet diese bei freiem Eintritt ein gemeinsames Konzert mit der Polizeimusik Graubünden sowie der Polizeimusik St. Gallen.

Wann: Freitag, 16. November 2012, um 19.30 Uhr

Wo: Kulturhaus Dornbirn, Rathausplatz 1.

Weitere Informationen: www.polizeimusik.com

Freiwillige Spenden sind erwünscht.

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