Zauberwort mit drei Buchstaben

Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert. Danach handeln die Mitglieder des Vorarlberger Export Clubs seit 25 Jahren. Und haben Erfolg. Seit über 14 Jahren steht Josef Vonach (56) an der Spitze.

Heidrun Joachim

Im Jahr 1987 regten etwa 15 Absolventen eines Universitätslehrgangs für Exportkaufleute in Schloss Hofen an, den Club zu gründen. Die Idee, ein Netzwerk für Exporteure zu knüpfen, hatten die jungen Leute um den Initiator Andreas Ruescher lange bevor das Modewort „Networking“ in aller Munde war. Denn der Export war bereits damals ein wichtiger Faktor für Vorarl­bergs Entwicklung.

Rüstzeug „ausbauen“

Die Absolventen fühlten sich gut gerüstet mit theoretischem Wissen für die Eroberung neuer Länder, neuer Märkte. Sie erkannten aber auch: Es reicht eben nicht aus, Zollbestimmungen zu kennen und die jeweilige Sprache zu sprechen. Wer auf fremden Terrain Fuß fassen will, der muss vor allem auch die Kulturen verstehen. Das ist notwendig aus Respekt vor den anderen Gegebenheiten und auch, um das Vertrauen der Manager in fremden Ländern zu gewinnen. Deshalb wurde der Club als Basis für den Erfahrungsaustausch im März 1987 aus der Taufe gehoben. Wirtschaftspio­niere wie Franz Rauch oder Artur Doppelmayr waren mit von der Partie.

Dem Ländle kam – und kommt – eine Sonderrolle in Österreich zu. Bedingt ist dies durch das „Abseits von Restösterreich“, die Kleinheit und durch die geografische Lage im Dreiländereck. „Da müssen Unternehmer schon über die Kirchtumspitze hinaus schauen, wollen sie Erfolg haben. Und mit Sicherheit ist diese Weltoffenheit auch durch die ,Schaffa-Mentalität‘ gefördert worden“, sagt Josef Vonach. Seit über 14 Jahren steht der erfolgreiche Exporteur, Inhaber und Geschäftsführer der Dornbirner AMACO, dem Club als Obmann vor. Vonach gründete AMACO im Jahre 1982. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, besondere Drucker zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten. Der Exportanteil beträgt fast 100 Prozent. Vonach ist also ein Experte. AMACO exportiert heute weltweit in fast 80 Länder. Interessant ist, dass Vonach sehr erfolgreich auf den schwierigen Märkten in Asien unterwegs ist. Der Unternehmer „beackert“ seit 1990 Malaysia, Indonesien, Singapur, Taiwan und seit 1995 Indien und China. Als ein Erfolgs-Modul nennt er: „Man muss sich intensiv in die Seele, in die Mentalität der Asiaten hineinversetzen. Indien beispielsweise muss man lieben, um dort auf dem Markt bestehen zu können.“ Zeit sei dort beispielsweise ein relativer Faktor. Die müsse der Manager haben, um Kundenkontakte zu knüpfen und vor allem zu pflegen.

Exportanteil wächst weiter

Vorarlberg ist Exportweltmeister. 2012 soll das Volumen der heimischen Exporte auf acht Milliarden Euro wachsen. Eine Steigerung um zwölf Prozent zum Vorjahr. Das bedeutet, der Pro-Kopf-Exporterlös beläuft sich in Vorarlberg auf 21.000 Euro. Im Vergleich dazu lag im Jahre 2009 dieser Wert bei 17.500 Euro und der Österreich-Durchschnit bei 10.200 Euro pro Kopf. „Und der Export wird weiter wachsen“, ist Vonach sicher.

Wichtige Insider-Tipps

Es ist immer von Vorteil bei einem Markteinstieg, auf Insider-Tipps zu setzen. „Es ist selbstverständlich, dass jeder kluge Manager vor der Ausweitung seines Geschäftsbereiches die Hausaufgaben macht. Er prüft das Umfeld, wägt die Chancen ab und checkt die Finanzierung. Insider-Tipps jedoch helfen da, manches Türchen zu öffnen“, weiß der Experte aus eigener Erfahrung. Und genau aus diesen Gründen ist der Export Club aus der Taufe gehoben worden. Möglich wird über den Zusammenschluss, weit über die Theorie hinaus Wissen zu vermitteln. Dieses wird durch die Mitglieder, deren Einsatzbereiche breit gefächert sind, getragen. Hauptaufgabe ist also die Vermittlung von Wissen über die Märkte, das nicht in den Büchern steht oder im Internet zu finden ist.

Seit Club-Gründung wird der Fokus des Wirkens auf den Erfahrungsaustausch, die Kommunikation und Information der Mitglieder untereinander gerichtet. Ebenso gibt es Fachvorträge, Seminare, Exkursionen und Workshops. „Wichtig ist, dass dies nicht irgendwelche trockenen Geschichten sind, sondern dass Lebensnahes präsentiert wird“, betont Vonach. Wichtig ist ihm auch, bei all diesen Veranstaltungen Angenehmes mit Nützlichem zu verbinden. „Manager stehen stets unter Zeitdruck. Deshalb gilt bei uns: Wir haben es fein und lernen dabei.“

Nach einem Vierteljahrhundert repräsentieren 278 Mitglieder, alle aus dem mittleren und oberen Management der Vorarlberger Exportunternehmen, Versicherungen und Banken, den Querschnitt des gesamten Wirtschaftslebens. „Der Club ist ein angenehmer Rahmen zum Knüpfen und zur Vertiefung von Kontakten“, sagt Vonach.

Tolle Veranstaltung

Gründe genug, das Vierteljahrhundert des Bestehens würdig zu begehen. Das wurde jüngst im Bregenzer Festspielhaus getan. „Es war eine tolle Veranstaltung, die Mitglieder wie prominente Gäste begeistert hat.“ Für Josef Vonach gab es eine Überraschung, die ihn sehr gefreut hat. „Per Videoeinschaltung haben die Wirtschaftsdelegierten der AußenwirtschaftsCenter Zürich, Singapur, Seoul, Tokio, London und WKÖ-Präsident Christoph Leitl persönlich mir und dem Export Club gratuliert.”

Das Erfolgsrezept von Josef Vonach, des Vorstandsteams und der Mitglieder ist ein Wort mit drei Buchstaben: TUN. Und im Export Club tut sich immer etwas. „Das wird auch weiterhin so sein”, betont Josef Vonach.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.