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Karlheinz Kopf (ÖVP)

Sportlicher Frühstarter mit Familiensinn

Der Altacher Karlheinz Kopf (56) ist einer der erfahrensten Vorarlberger Kandidaten bei der Natio­nalratswahl. Der frischgebackene Opa ist seit 19 Jahren Mitglied des österreichischen Parlaments.

Michael Steinlechner

Seit fast zwei Jahrzehnten ist Karlheinz Kopf Mitglied im österreichischen Parlament. Begonnen hat er 1994 als „einfacher“ Abgeordneter. Heute ist er Klubobmann der ÖVP. Eigentlich wäre für den Altacher, der mit 22 Jahren erstmals in die Gemeindevertretung gewählt worden ist, ein anderer politischer Karriereweg vorgesehen gewesen: Er sollte die Nachfolge von Bürgermeis­ter Gregor Giesinger antreten. „Doch da waren die Weichen bei mir nach einer vorarlbergweiten Vorwahl schon in Richtung Nationalrat gestellt“, erinnert sich der 56-Jährige. Also wechselte er direkt von der Gemeindevertretung ins Parlament.

Nie aufgedrängt

Auch sein beruflicher Werdegang ist vom kontinuierlichen Aufstieg geprägt. Nach erfolgreichem Abschluss der Handelsschule arbeitete er 15 Jahre lang bei der Firma „Huber Tricot“, wurde vom Assistenten der Geschäftsleitung zum Personalchef und war mit Mitte 20 schon für 2000 Mitarbeiter zuständig. Nach einem kurzen Gastspiel bei Wolford wagte der Altacher 1993 den Schritt in die Selbstständigkeit. Er stieg beim Familienunternehmen seines Schwagers Hermann Walser (Sportbau Walser) ein. „Ich habe mich nie irgendwo aufgedrängt. Ich bin immer gefragt worden, ob ich nicht Interesse hätte, eine bestimmte Aufgabe oder Funktion zu übernehmen.“

Anfangs war es für den Nationalratsabgeordneten nicht leicht, seine politische Tätigkeit und die Arbeit als Unternehmer unter einen Hut zu bringen. „Da habe ich den Zeitaufwand wohl ein bisschen unterschätzt“, meint der Altacher rückblickend. Mit einem Zuwachs an Routine gelang ihm aber das Jonglieren mit den unterschiedlichen Aufgaben immer besser. „Die Arbeit in Wien beschränkte sich zu Beginn vor allem auf die Sitzungen im Parlament und in den Ausschüssen. Da konnte ich noch einen größeren Teil der Zeit in Vorarlberg verbringen, um mich um die Menschen in meinem Wahlkreis und um unser Unternehmen zu kümmern.“ 2008 übernahm der 56-Jährige jedoch die Rolle des Klubobmanns und damit mehr an Verantwortung. Also zog er sich im Familienunternehmen auf die Rolle des Miteigentümers zurück.

Mit Ehefrau Karin ist Kopf mittlerweile seit 35 Jahren verheiratet. Seine Gattin musste durch seine politische Tätigkeit in der Bundeshauptstadt Veränderungen in Kauf nehmen. „Immerhin bin ich vier bis fünf Tage pro Woche nicht bei ihr zu Hause. Die gemeinsame Zeit nutzen wir dafür umso intensiver.“ Beim Joggen, bei ausgedehnten Spaziergängen mit den beiden Hunden oder bei Wellness-Urlauben. Ganz musste der Altacher in Wien jedoch nicht auf familiären Beistand verzichten. Knapp sieben Jahre lang wohnte er gemeinsam mit seiner Tochter in einer WG. „Allzu oft sind wir uns dabei aber nicht über den Weg gelaufen. Sie als Studentin und ich als Politiker hatten doch recht unterschiedliche Tagesabläufe“, erzählt Kopf und schmunzelt.

Mit Harald Walser lebt seit 2008 ein weiteres Familienmitglied zumindest zeitweise in der Bundeshauptstadt. Der Bildungssprecher der Grünen ist der andere Schwager des 56-Jährigen. „Wir kennen uns schon ewig, und er wohnt in Wien ganz in meiner Nähe.“ Zeit, um sich miteinander auszutauschen, bleibt wenig. „Ich bin Klubobmann. Er ist Bildungssprecher. Da gibt es nicht so viele Berührungspunkte.“

Als Tormann aktiv

Neben der Familie und der Politik hat der 56-Jährige noch eine weitere große Leidenschaft: den Fußball. Ist er doch Vorsitzender des Aufsichtsrats beim SCR Altach. Außerdem war er jahrelang selbst als Tormann aktiv. Wie in seiner beruflichen Karriere war Kopf auch im Sport ein Frühstarter. So feierte er bereits 14 Tage vor seinem 16. Geburtstag sein Debüt in der Altacher Kampfmannschaft. Zu einer Laufbahn als Profi reichte es dann doch nicht. „Dafür haben mir die technischen Fähigkeiten gefehlt. Ich habe mich dann lieber auf meinen eigentlichen Beruf als Manager und Unternehmer konzentriert“, sagt der heutige Politiker. Aber in seiner Freizeit widmete er sich noch viele Jahre aktiv dem runden Leder. Beim FC Nationalrat gehörte er zu den Stammspielern und war sogar Kapitän. Erst Sehnenrisse in beiden Schultern beendeten seine fußballerische Karriere. „Mein Arzt hat mir empfohlen, mich ‚altersadäquateren‘ Sportarten zu widmen“, sagt Kopf und lacht.

Wird in Fußballerkreisen, oft über „Dorfklubs“ wie Altach oder Austria Lustenau gelästert, so hat sich nach Meinung des Klubobmanns das Bild, das die Wiener vom Ländle haben, verbessert. „Erfolgreiche Vorarlberger Persönlichkeiten wie Kardinal Christoph Schönborn oder Karl Stoss, Generaldirektor der Casinos Austria und Präsident des ÖOC, und zahlreiche andere haben dazu viel beigetragen. Umgekehrt haben viele Vorarlberger die Scheu vor Wien abgelegt. Die ‚Distanz‘ ist nicht mehr so groß wie früher.“ In der Bundeshauptstadt werde vor allem die Handschlagqualität der Menschen aus dem Ländle geschätzt. „Bei uns ist eins und eins immer zwei. Bei den Wienern kann eins und eins mal 1,5 und mal 2,3 sein“, erklärt der 56-Jährige und schmunzelt beim Gedanken an das „Wiener Schlawinertum“.

Wahlen abwarten

Ob die kommende Legislaturperiode seine letzte sein wird, weiß der Altacher noch nicht. „Jetzt warten wir erst einmal die Wahlen ab. Dann sehen wir weiter. Meine Arbeit im Parlament bereitet mir immer noch Freude. Genauso gerne bin ich jedoch auch in Vorarlberg. Vor allem jetzt, nachdem meine Frau und ich kürzlich erst Großeltern geworden sind.“

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