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Gutes aus dem „zehnten ­Bundesland“

Tanja Prünster und Sonia Egger bringen mit „Zehnerland“ Südtiroler Spezialitäten nach Vorarlberg. Das sympathische Frauen-Duo ist einer der Aussteller auf der Gustav.

Brigitte Kompatscher

Wie wäre es, wenn wir gemeinsam Südtirol nach Vorarlberg bringen?“ Das war die Frage, die plötzlich auftauchte, als die Vorarl­bergerin Tanja Prünster (43) und die Südtirolerin Sonja Egger (46) vor eineinhalb Jahren in Südtirol beisammensaßen. Eine Frage, die in die Gründung des Spezialitätenhandels Zehnerland mündete, mit dem die beiden kommendes Wochenende auf der Messe Gustav in Dornbirn (siehe unten) präsent sind und ab Anfang Dezember auch mit einem kleinen Geschäft in der Feldkircher Kreuzgasse.

Aber der Reihe nach: Kennengelernt haben sich die gebürtige Bregenzerin und nun in Feldkirch lebende Prünster und die aus Terlan, in der Nähe von Meran stammende Egger in den 80er-Jahren an der Berufsschule für Zahntechnik in Wien. Entstanden ist eine Freundschaft, die über die Jahre gehalten hat. Prünster, die aufgrund ihres Bozner Vaters schon als Kind häufig südlich des Benners war, hat auch in den letzten Jahren viel Zeit in Südtirol verbracht, oft bei Egger, und von dort immer wieder Produkte für Bekannte mitgebracht, erzählt sie.

Die gemeinsame Liebe der Freundinnen zu gutem Essen und Trinken war es auch, die ihr Projekt eines Südtiroler Spezialitätenhandels konkret werden ließ. Für beide durchaus eine neue Erfahrung: Egger hat lange in der Zahntechnik gearbeitet und unlängst auch eine Sommeliereausbildung gemacht. Prünster hat die Zahntechnik hingegen bald sein lassen, war zunächst im Conrad Sohm, um ab 2001 einige Jahre lang das Cafe April in Feldkirch zu führen. Ab 2010 hat die zweifache Mutter dann in einer Bäckerei gearbeitet.

Nachdem die Idee damals da war, erinnert sich Prünster, „sind wir aufs Geradewohl losgefahren, um Produzenten zu suchen, monatelang x-Kilometer vom Pustertal bis in den Vinschgau“. Typische Produkte direkt von den Bauern sollten es sein, einzigartig und mit hoher Qualität. Und die beiden Frauen sind fündig geworden und haben mittlerweile ein umfangreiches Sortiment zusammengestellt, dessen Produkte sie alle selbst getestet haben. Etwa den Senf von Silvia Wirths aus Meran, die nur vier Senfsorten produziert, aber mit einer „unsagbaren Liebe und Hingabe“, so Prünster. Oder die Säfte, Essige und Fruchtaufstriche des Bühler-Hofs auf dem Ritten oberhalb von Bozen, bei deren Produktion die ganze Familie mitarbeite.

Schwierig sei die Suche nach einem Metzger gewesen, der Speck aus Schweinen aus Südtirol produziere, aber auch da habe man einen gefunden. Ihr Wurst- und Fleischwarenlieferant, der in Meran ist, verarbeitet etwa auch Rindfleisch einer Kooperative von Bergbauern, die ihre Tiere artgerecht und nachhaltig hält, oder er erzeugt Wildschweinsalami. „Die ist allerdings gerade fertig“, sagt Prünster und weist darauf hin, dass es immer wieder mal Sachen nicht geben werde, weil die Produkte ausgegangen und mit der Herstellung neuer aufgrund noch nicht vorhandener Rohstoffe gewartet werden müsse – ehrlich regional eben.

Ihre Nudeln beziehen die beiden Frauen von einem „leidenschaftlichen Nudelmacher“ aus Aldein, der jeden Tag eine Sorte mache und dabei unter anderem auch auf das Wetter schaue. Je nach Luftfeuchtigkeit brauche er nämlich mehr oder weniger Eier. Biokräuter von der Seiseralm, Schüttelbrot aus Brixen und natürlich Wein – spezielle Weine von verschiedenen Südtiroler Kellereien – gibt es bei Zehnerland und noch eine ganze Reihe anderer Spezialitäten. Seit wenigen Wochen geht Prünster mit den Produkten auf den Feldkircher Wochenmarkt, um sie bekannt zu machen, und ab 2. Dezember eröffnet Zehnerland ein kleines Geschäft in der Kreuzgasse 15 in Feldkirch. Zusammen mit Gasthäusern bieten die beiden Frauen in Zukunft auch Veranstaltungen an, Törggeleabende etwa oder Weindegustationen.

Neben dem Geschäft in der Montfortstadt wird auch ein Onlineshop eingerichtet – viel Unterstützung bei Website und grafischer Umsetzung hätten sie von der Feldkircher Werbeagentur somecolors erfahren, zeigt sich Prünster dankbar, die überhaupt von zahlreichen positiven Reaktionen auf die Neugründung berichtet.

Am Samstag und Sonntag aber sind Egger, die in Südtirol den Kontakt zu den Produzenten hält, stets auf der Suche nach neuen ist und auch immer wieder nach Vorarlberg kommt, und Prünster auf der Gustav in Dornbirn. „Eine tolle Gelegenheit für uns“, so die Feldkircherin.

Und was hat es eigentlich mit dem Namen Zehnerland auf sich? „Ach, weil Südtirol doch das zehnte Bundesland war“, lacht Prünster.

n www.zehnerland.com

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