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Gastkommentar

Friedensprojekt Europa

Wenn ich bei Vorträgen Jugendlichen die Frage stelle, was ihnen beim Begriff Europäische Union als erstes in den Sinn kommt, dann sind die häufigsten Antworten Gemeinschaft, Euro und Frieden. Andere Antworten sind beispielsweise Sicherheit, Stabilität, Reisefreiheit oder Menschenrechte. Euro­pa ist bei den Jugendlichen angekommen. Sie haben die Vorzüge des Binnenmarktes, die vier Freiheiten, den Euro, die Erweiterung der EU praktisch von Kindesbeinen an mitbekommen.

Im Dezember 2012 wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Und zwar für ihren Einsatz um Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa. In der Tat gab es noch nie eine so lange kriegsfreie Zeit auf unserem Kontinent. Das, was wie eine abgedroschene Phrase klingt, muss man sich näher vor Augen halten: Im 20. Jahrhundert gab es beim Ersten Weltkrieg 14 Millionen Tote und beim Zweiten über 50 Millionen Tote. Jede Familie war vom Krieg betroffen. Heute wächst bereits die dritte Generation heran, die selbst keinen Krieg erlebt hat. Heute können junge Menschen ein Erasmus-Semester in einem Land ihrer Wahl verbringen oder ihren Beruf in einem anderen Mitgliedstaat der EU ausüben. Man könnte daher auch sagen, dank der Errungenschaften der Europäischen Union kann jeder mehr aus seinem Leben machen.

Aber wie erklärt man den Mehrwert der EU Menschen, die nicht mobil sind, also nie ihre Landesgrenzen verlassen und daher weder vom Fall von Grenzkontrollen noch billigeren Mobiltelefontarifen im Ausland oder verbesserten Fluggastrechten profitieren? Hier empfehle ich einen genaueren Blick, wo Europa im Alltag spürbar wird. Welche Lebensmittel wir essen, welche Medikamente wir einnehmen. Ob Spielzeug aus China europäischen Sicherheitsstandards entspricht. Oder ob die Ärzte, die uns behandeln, übermüdet sind, weil sie schon zu lange im Dienst sind oder eben nicht, weil die Arbeitszeitrichtlinie hier Grenzen setzt.

Trotzdem hat die Europäische Union in Österreich mit einer weit verbreiteten EU-Skepsis zu kämpfen. Heuer, 20 Jahre nach Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen, ist die Europabegeisterung in der österreichischen Bevölkerung gedämpft. Drei von vier Österreichern glauben, dass sich die Dinge in der Europäischen Union in die falsche Richtung entwickeln. Aber wer ist denn eigentlich die Europäische Union? Die Institutionen und Organe wie die EU-Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der EU? Nein, das sind nur die gesetzgebenden Organe. Ohne EU-Bürger würde es keine EU geben. Die EU, das sind die 28 Mitgliedstaaten mit ihren Einwohnern. Die EU – das sind wir!

Hinweis: Der Inhalt dieses Gastkommentars muss nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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