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Mit tödlicher Krimi-Dosis mörderisch erfolgreich

Dietmar Hofer

james Bond ist wieder im Land. Aber diesmal jagt er die Verbrecher nicht auf der Festspielbühne, sondern vielmehr trifft er sich mit anderen Super-Agenten auf dem Muttersberg in Bludenz. Aber das ist eigentlich streng geheim. Und wo 007 ist, da ist auch Q nicht weit weg. Der geniale Tüftler hat wieder raffiniert getarnte Waffen im Talon, mit denen die hinterlistigsten Verbrecher zur Strecke gebracht werden.

Klar, dass das Superhirn den Spionen die neuesten Errungenschaften präsentieren will. Aber dass dabei ein „echter“ Mord passiert, war so nicht geplant. Doch ohne Leiche gibt’s bekanntlich kein Dessert.

Auch bei Andrea Petermann und Heike Montiperle nicht, die zu ihrem fünften tödlichen Dinner mit dem Titel „Das Gipfeltreffen“ auf den Muttersberg laden. Für die beiden ist es ein kleines Jubiläum einer Erfolgsgeschichte, die sie seit 2005 gemeinsam schreiben. Zwar gibt es mittlerweile eine Vielzahl solcher Veranstaltungen, bei der ein Mehrgänge-Menü mit Theaterspiel verbunden wird. „Was uns jedoch von anderen unterscheidet ist, dass wir die Gäste aktiv in unser Drehbuch miteinbinden und sie intensiv am Schauspiel mitwirken lassen“, erklärt Andrea Petermann, die in erster Linie für das Organisatorische und das Marketing verantwortlich ist. Für das aus Laienschauspielern bestehende Ensemble bedeutet dies ein besonders hohes Maß an Spontanität und Flexibilität. „Das ist fast wie beim Improvisationstheater“, ergänzt Heike Montiperle, die für Text und Regie verantwortlich ist. Dennoch zieht sich ein Handlungsstrang wie ein roter Faden durch den Abend. In ihrer aktuellen Produktion fungiert die Muttersbergbahn als eine Art Zeitmaschine. Denn oben angekommen, finden sich die Fans des tödlichen Dinners ins Jahr 1974 zurückversetzt. Also in die Hochblüte der Agenten-Ära, als die süßen Flower-Power-Träume der Blumenkinder von der Realität des kalten Krieges abgelöst wurden. Ebenso konträr wird auch der Dresscode interpretiert. „Die einen kommen als Hippies, andere wieder schlüpfen in typische Agentenkluft“, zeigt das Duo die spannende Bandbreite der Verwandlung auf.

Unverwechselbares

Allein daraus ergibt sich, dass jede Vorführung zu einem unverwechselbaren Erlebnis wird. Ja sogar einzigartig ist. Petermann erinnert sich etwa an jenen Besucher, der in einer ihrer früheren Produktionen als „Herr Ganahl“ einen Tisch für sechs Personen reservierte. „Ich saß ihm gegenüber und beobachtete, wie er Bild um Bild skizzierte. Die waren dermaßen professionell, dass ich wirklich gestaunt habe. Salopp fragte ich ihn dann: ‚Sie machen das aber nicht zum ersten Mal?“ Was die Grafikerin dann als Antwort erhielt, verschlug ihr die Sprache. In einem kurzen Satz gab der vermeintliche „Herr Ganahl“ seine wahre Identität preis. „Ich bin ja auch Paul Flora.“ Das gab der Veranstaltung plötzlich eine neue Dynamik. Der renommierte Künstler stellte die Werke spontan für eine Versteigerung zur Verfügung. Die Einnahmen, die ohnehin zum großen Teil karitativen Zwecken gespendet werden, erhöhten sich damit zusätzlich um den Erlös aus dieser Auktion.

Es sind Abende wie diese, die dem „tödlichen Dinner“ eine einzigartige Exklusivität verleihen. Für die beiden ist es wie eine besondere Bonifikation für besondere Leistungen. „Immerhin stecken rund sechs Monate Vorbereitungszeit hinter jeder Produktion.“ Zeit, die Petermann und Montiperle trotz Fulltime-Job und Familie investieren. Aber auch, dass sie mittlerweile ein großes Stammpublikum gewonnen haben, ist ein Lohn ihrer Arbeit.

Die volle Einbindung in „Reality-TV-Manier“ kommt an, birgt aber auch Risiken. Denn wenn sich das Publikum voll in die Handlung einlebt, können Fiktion und Wirklichkeit derart miteinander verschmelzen, dass Grenzen überschritten werden. Eine besondere Herausforderung hatten die Akteure etwa im Stück „Die Irrenanstalt“ zu meistern.

„Die Gäste schlüpften in die Rolle von Irren und so mancher wollte sich in seiner Rolle wohl zu sehr verwirklichen.“ Unangenehm kann es etwa dann werden, wenn ein Gast zu nahen Körperkontakt will oder Tabuzonen missachtet. Als routinierte Schauspielerin sieht es Heike Montiperle in solchen Situationen als ihre Aufgabe, mit Fingerspitzengefühl einzuschreiten und die Szene wieder in geordnete Bahnen zu lenken. „Es gab aber auch wirklich schon einen Abend, der nicht mehr zu retten war.“ Aus dem Konzept lassen sich die beiden durch solche Ereignisse jedoch nicht bringen. Und auch die Stammgäste, die oft weite Wege auf sich nehmen, um live dabei sein zu können, motivieren das Damen-Duo zu immer neuen Ideen. So gab auch ein begeisterter Besucher Anstoß, einmal etwas außerhalb von Vorarlberg zu machen.

Ohne James Bond

Nur gut, dass sich Heike Montiperle spontan an alte Traumschiff-Folgen und dem amerikanischen Pendant „Love Boat“ erinnerte. So gibt es erstmals im Herbst ein „tödliches Dinner“ während einer Mittelmeerkreuzfahrt. Wer dabei wen ermorden wird steht aber noch in den Sternen, ebenso wie der Handlungsstrang. Nur eines ist sicher: James Bond wird nicht mit an Bord gehen. Aber dafür werden wohl einige Geheim­agenten von Muttersberg mit in See stechen. Inkognito und Top Secret versteht sich.

Tödliches Dinner

Die Produktionsreihe „Tödliches Dinner“ von Andrea Petermann (Leiterin der Teamwork-Agentur in Feldkirch) sowie Heike Montiperle (selbstständige Texterin, PR-Frau und Schauspielerin) startete im Jänner 2006 mit dem Stück „Der mörderische Maskenball“.

Der Großteil des Erlöses der Vorstellung wird für karitative Zwecke (für Familien von krebskranken Kindern) gespendet.

Die aktuelle Produktion „Das Gipfeltreffen“ wird am Muttersberg in Bludenz aufgeführt. Für die Aufführungen am 15. Mai sowie vom 28. bis 31. Mai sind noch Karten erhältlich. Der Preis pro Person beträgt (inklusive Menü) 85 Euro.

Auch für die kommende Produktion „Die Kreuzfahrt“, die mit einer fünftägigen Kreuzfahrt verbunden ist (28. September bis
1. Oktober), sind bereits
Buchungen möglich.
Preis 599 Euro.

Homepage: www.toedliches-dinner.com

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