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FLORA-Siegerreise ins Blumenparadies

Drei Landschaftsplaner, 33 Gärtnermeister und 150 Helfer – auf der Blumeninsel Mainau wird nichts dem Zufall überlassen. Das Ergebnis bewunderten Vorarl­bergs beste Hobbygärtner bei der FLORA-Siegerreise.

Sonja Schlingensiepen

Was die Vorarlberger Hobby-Gärtner von den Profis auf der Blumeninsel unterscheidet? „Ich vermute, dass die Vorarlberger ihre verblühten Tulpen nur oben abgeschnitten haben. Sie werden wissen, dass die Knolle noch Nährstoffe durch Photosynthese für das kommende Jahr braucht“, sagt Fremdenführer Klaus Dieter Zinnert. Die Gärtner auf der Mainau hingegen graben die Tulpen mitsamt der Knolle aus und entsorgen diese im Container, sobald diese verblüht sind. Schließlich wollen die Besucher bunte Blüten und keine vertrockneten Pflänzchen sehen.

Alles neu angepflanzt

„Zwei Mal im Jahr werden deshalb Beete und Rabatte komplett neu angepflanzt: Im Herbst werden winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen gesetzt. Im Frühjahr dann die Sommerbepflanzung – Begonien, Fuchsien und vieles mehr“, berichtet der Mainau-Kenner. Rund ein Drittel der Pflanzen stammen aus den Gewächshäusern der Insel, der Rest aus Gärtnereien der näheren Umgebung.

Pflanzenexperte

Seit seinem Pensionsantritt vor sieben Jahren arbeitet Zinnert als Fremdenführer auf der Insel. „Ich wohne seit 50 Jahren in Konstanz, war oft mit der Familie hier und interessiere mich sehr für Pflanzen“, erzählt Zinnert. Im Internet hat er sogar eine Pflanzendatenbank angelegt. Doch auch über die Geschichte der Mainau weiß der Deutsche Bescheid. Er erzählt von Bischof Pirmin, der 724 auf der Insel Reichenau ein Benediktiner-Kloster gründete. Und von den Deutschordensrittern, die über 500 Jahre auf der Mainau lebten. Vier Liter Wein seien einem Ordensritter damals zugestanden, berichtet der Konstanzer. Eine durchaus beeindruckende Zahl, die noch beim Mittagessen für heitere Diskussionen sorgte.

Prächtig gedeihen Goldlack, Mohn, Tausendschön, Vergissmeinnicht. Und auch der Rhododendron, obwohl dieser mit dem alkalischen Boden auf der Mainau eigentlich nicht zurechtkommen dürfte. „Naja, der Boden wurde getauscht und der Rhododendron entsprechend gedüngt“, verrät Zinnert. Ab und zu wird auf der Blumeninsel dann schon mal in die Trickkiste gegriffen. „Nach dem Krieg waren die Palmen und die Bananen die Attraktion auf der Tropeninsel Mainau“, erinnert sich Zinnert. Viele Besucher hätten gedacht, dass das Klima so mild war. Kaum jemand wusste, dass Palmen und Bananenbäume in Gewächshäusern gehegt und gepflegt wurden. „Eine Touristin erschien damals im Oktober in Shorts und beklagte sich dann bitter über die kühlen Temperaturen.“

Wir wollen Blumen sehen

Vorbei geht es an einer Riesen-Thuja aus Nordamerika. Indianer stellten einst Kanus oder Totenpfahle aus dem Holz dieser Bäume her. Für die Baumstämme können sich die Damen weniger begeis­tern. „Wir wollen lieber Blumen sehen“, flüstert die eine ihrer Freundin zu. Doch auf der mediterranen Terrasse sieht es noch nicht sehr farbenfroh aus. Die Sammlung mit den Passionsblumen wird erst in den kommenden Tagen angeliefert.

Wesentlich beeindruckender sind da schon die bekannten Blumenfiguren, die aus 5000 bis 6000 Pflanzen bestehen: Ein meterhoher Pfau thront im Gras. In einem normalen Privatgarten dürfte er ebenso wenig Platz finden wie die Entenfamilie auf der Rasenfläche gegenüber.

Nach dem wohlverdienten Mittagessen haben die FLORA-Landessieger noch ein bisschen Zeit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Die meisten zieht es ins Schmetterlingshaus. Angelockt von Ananas und anderen Leckereien sitzen die farbenfrohen Tiere auf den Früchten – und lassen sich natürlich auch bestens fotografieren. Noch ein kleiner Spaziergang über die Insel, bevor es mit dem Motorschiff „Alpenstadt“ wieder zurück ins Ländle geht.

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