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Im Zeichen des Reifens

Die erste Hula-Hoop-Instruktorin Vorarlbergs lebt in Feldkirch. Ihr Name: Andrea Raffl. Ihr Ziel: Die Hula-Hoop-Kultur in Vorarlberg wiederbeleben.

Dunja Gachowetz

Die Hüfte kreisen lassen und nur nicht den Schwung verlieren. Der Reifen soll ja schließlich nicht Richtung Boden wandern. Viele Menschen, die heute erwachsen sind, haben genau dies in ihrer Kindheit und Jugend getan. Sie ließen Hula-Hoops um ihre Hüften, Taillen, Beine, Arme und Hals kreisen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Fast in Vergessenheit geraten ist dieses Spiel mit den Plastikreifen. Doch mittlerweile erlebt es ein Comeback, in Amerika ist schon ein richtiger Boom, die Reifen um den Körper zu bewegen. Das berichtet die 26-jährige Feldkircherin Andrea Raffl. Sie ist Vorarlbergs erste und nach ihren Angaben bis jetzt einzige Hula-Hoop-Instruktorin. Ihre Ausbildung zur zertifizierten Hoopfitness- und Hooptanz-Lehrerin hat sie in Wien absolviert.

Fasziniert vom Reifenspiel

Wie ist die alleinerziehende Mutter auf die Sportart gekommen? „Das war bei einem Festival in der Schweiz. Damals jonglierte ich mit Pois (eine Art von Bällen, Anm.). Ich habe einer Frau zugesehen, wie sie mit einem großen Reifen gespielt hat. Das sah toll aus, und ich wollte es auch können“, erinnert sie sich an die Szene vor nicht einmal acht Jahren in Zürich. Als sie den Hoop dann in den Händen gehalten hatte, hatte es sich gut angefühlt, und sie war mit dem Fieber infiziert.

Sie weiß, dass ihr Spiel mit den Hoops, wie Andrea es nennt, nicht mit jenem aus den vergangenen Jahrzehnten zu vergleichen ist. „Die Reifen, die ich verwende, die sind viel größer und schwerer. Mit denen zu spielen ist viel leichter als mit solchen, die in den verschiedenen Supermärkten gekauft werden können“, informiert sie. Die junge Frau weiß, wovon sie spricht. Schließlich fertigt sie ihre Sportgeräte selbst an. „An die 15, wahrscheinlich sind es aber mehr, Reifen in den unterschiedlichsten Größen gehören mir selbst“, sagt sie. Gefertigt werden die aus Polypropylen- oder Polyethylen-Rohren. Diese werden zugeschnitten, zusammengeschweißt und abschließend mit einem Tape umwickelt. „Es gibt sogar Reifen, die zusammengelegt werden und leicht mitgenommen werden können“, berichtet die Feldkircherin. Ihr Tipp: Anfänger sollten immer zu einem Reifen mit einem großen Durchmesser greifen. „Diese sind viel leichter in der Handhabung als kleine. Sogar meine kleine Tochter spielt mit einem großen. Mit kleinen Reifen tu sogar ich mir schwer“, gesteht sie.

Die junge Frau will mehr Menschen mit dem Hoop-Virus infizieren. Daher hat sie im Jänner den Verein zur Wiederbelebung der Hula-Hoop-Kultur in Vorarlberg gegründet. Seitdem bietet sie auch Kurse an, bringt Interessierten das Spiel mit dem Reifen bei. „Da es in Vorarlberg so viele Vereine gibt, war es wirklich schwierig, einen Raum zum Trainieren zu finden“, sagt Andrea. Doch sie wurde fündig, und zwar beim Zen Taekwondo Center in Feldkirch.

Um Hula-Hoop zu erlernen, braucht es keine besonderen Voraussetzungen. „Das kann jeder lernen.“ Und die Instruktorin ist sich sicher, dass das Training mit den Hoops nicht nur Freude bereitet, sondern auch für die körperliche Fitness gut ist. „Am Ende des Kurses haben mir Teilnehmerinnen schon verraten, dass sich ihr Körper verändert hat. Das hätten auch ihre Freunde oder Männer festgestellt. Gut ist das Training auch für den Rücken und für das Rhythmus-Gefühl.“ Ein wenig schade findet es Andrea, dass nur wenige Vertreter des starken Geschlechts zum Reifen greifen. „Es ist schon eher eine Frauensache. Aber es würde mich freuen, wenn sich auch mehr Männer dafür begeistern könnten“, sagt Andrea und lacht.

Kurse im Freien

In der nun kommenden warmen Jahreszeit möchte die Trainerin Kurse im Freien anbieten: „Oder auch einfach so ein Treffen organisieren, um gemeinsam mit den Hoops zu spielen, sich gegenseitig Reifentricks zu zeigen.“ Das Schöne an dieser Art der Bewegung ist für sie, dass es kein Konkurrenzdenken unter den Gleichgesinnten gibt. „Es gibt nicht wie in anderen Sportarten Wettkämpfe, in denen man sich gegenseitig übertrumpft“, sagt sie.

Ihre Kurse kommen bei den Teilnehmern gut an, doch leben kann Andrea davon noch nicht. Sie arbeitet in einem Feldkircher Cafe. „Aber wer weiß, was kommt. Überstürzen möchte ich aber auf keinen Fall etwas“, sagt sie. Doch mit der Enwicklung in den vergangenen Monaten ist sie zufrieden. „Es ist alles sehr gut angelaufen. Natürlich war ich beim ersten Kurs total aufgeregt. Ich wusste ja nicht, wie es ankommt. Aber das Feedback der Teilnehmer ist einfach super. Viele sagen mir auch, dass sie endlich einen Sport für sich gefunden haben, der ihnen Spaß macht“, erzählt Andrea und lächelt.

■ Information: Um 15.40 Uhr ist heute auf der Aktionsbühne der Vereinsmesse im Feldkircher Reichenfeld ein Auftritt von Kursteilnehmerinnen und Andrea Raffl angekündigt.

Kontakt

Andrea Raffl

Telefon: 0699/17276758

E-Mail:
reifenfabrik@gmail.com

Website: www.reifenfabrik.org

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