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Rosen: Blumen der Venus

Jetzt blühen die wilden Rosen, und auch einige der Gartenrosen öffnen bereits ihre Knospen.

Von alters her ist die Rose als Königin der Blumen bekannt. Schon immer galt die Rose als Blume der Liebe, der Schönheit und des „schönen Geschlechts“. In der Rose verbindet sich die äußere Schönheit mit dem edlen Duft und den segensreichen Wirkungen. Deshalb spielte sie auch in vielen alten Kulturen eine bedeutende Rolle, in Persien gibt es seit Jahrtausenden Rosengärten (gulistane), in denen Rosen mit stark duftenden Blüten gezogen wurden, den alten Ägyptern galt sie als Universalheilmittel, und die alten indischen und chinesischen Schriften rühmen ihren Duft. Viele griechische Dichter verherrlichen die Rose und im römischen Reich erreichte der Rosenkult eine weitere Hochblüte.

Sinnbild der Liebe

Immer und überall wurde die Rose mit der Göttin der Liebe und Schönheit (Aphrodite, Venus, Freya) in Verbindung gebracht, und auch diese alte Tradition wurde (nach anfänglichem Widerstreben wegen der erotischen Konnotation des Rosenkultes) von der christlichen Religion assimiliert und die Rose mit Maria assoziiert, wobei die erotische Bedeutung der Rose zum Sinnbild der Keuschheit wurde.

Interessanterweise erinnert das fünfzählige Formprinzip der Rosenblüte an die Bewegungsform, die der Planet Venus in Bezug zur Erde beschreibt. Diese Bewegungsform ist die harmonischste aller Planeten und entspricht damit genau der Bedeutung der gleichnamigen Göttin und den alten astrologischen Zuordnungen. Auch für die Germanen war die Rose eine Pflanze der Freya (Venus) und wurde bei deren Heiligtümern gepflanzt. Nur am Freitag, dem Tag der Göttin, durften die Rosen für Heil- und Zauberzwecke gepflückt werden.

Von allen Düften ist der Rosenduft nicht nur der wohl wertvollste (5000 bis 6000 Kilogramm Blütenblätter werden zur Herstellung von einem Liter ätherischem Öl benötigt), er ist auch unvergleichlich zart, sinnlich und zugleich rein – es ist der Duft der Liebe, der Schönheit, der Duft der Frau (das Wort Frau kommt von Freya und das Wort Rose von indoeuropäisch vrod = zart, biegsam). Der Rosenduft hat vor allem eine harmonisierende Wirkung auf die Seele, wodurch er seelisch bedingte körperliche Symptome (wie stressbedingte Kopfschmerzen oder Herzprobleme) heilen kann. Aus den Rosen wurde seit jeher eine Vielfalt an Heilmitteln hergestellt, wie Rosenöl, -wasser, -sirup, -zucker, -konfekt, -honig, -essig, welche auch als Grundstoffe für weitere Zubereitungen dienten. Genau wie die meisten dieser Heilmittel sind die zahlreichen Anwendungen der Rose in der Küche leider in Vergessenheit geraten, aber wie so vieles altes Wissen taucht auch dieses langsam wieder auf.

Rosenkonfekt lässt sich leicht herstellen, indem frische, stark duftende Rosenblütenblätter mit der doppelten bis dreifachen Menge Zucker zu einer gleichmäßigen Masse gemörsert oder gemixt werden. Diese kann man in der Küche verwenden oder (mit anderen Kräutern) verarbeiten.

Neben ihrer seelischen Wirkung (gut gegen Depressionen, Trauer, Verzweiflung … ) wirken Rosen herz- und nervenstärkend, blut- und schmerzstillend, entzündungshemmend und entkrampfend und werden bei Magenkrämpfen, Blutungen und entzündetem Zahnfleisch eingesetzt. Besonders für Frauen sind sie ein wichtiges Heilmittel und können viele Störungen der weiblichen Organe ausgleichen. Frische Rosenblüten sind eine hervorragende Auflage etwa bei Brandwunden. Eine Kompresse mit Rosenwasser hilft auch bei Sonnenbrand, Fieber und Kopfweh. Rosenwasser ist ein hervorragendes Gesichtswasser, die Rose ist eine wunderbare Hautheilpflanze und dient in vielfältiger Weise der Schönheitspflege.

Nächste Heilpflanzenernte

Unsere wilden Rosen (Hecken- oder Hagrosen) sind für mich die nächste wichtige Heilpflanzenernte, sie duften zwar nicht so stark wie die Duftrosen und sind nicht so groß wie die Gartenrosen, sind aber sehr fein und besonders heilsam. Bevorzugt werden die Knospen und frisch aufgeblühte Blüten.

Den Großteil trockne ich schonend für die Anwendung als Tee, verwende sie aber auch für die Herstellung von Tinktur und Sirup. Rosenblüten passen als harmonisierende und schmückende Zutat in fast jede Teemischung.

Hagebutten-Zeit

Im Herbst, wenn die weißen Blüten zu den roten Früchten, den Hagebutten, geworden sind, offenbart sich die Schönheit der Hagrose noch einmal anders, und es ist Erntezeit für die vitaminreichen, stärkenden Hagebutten.

Funde weisen darauf hin, dass schon die Pfahlbauer das Hagebuttenmus, welches sich heute noch großer Beliebtheit erfreut, zu schätzen gewusst haben. Die schönsten Zweige voller leuchtend roter Hagebutten hänge ich dann im Haus auf. Dort können sie schonend trocknen und dienen zugleich als Schmuck in kalten und düsteren Monaten. Die trockenen Hagebutten kann man dann zum Tee verwenden. Sie sind als stärkend für Blase, Niere, Leber und Magen bekannt.

Über keine andere Blume ist so viel geschrieben worden, die Rose ist auch die Blume der Poesie, und so will ich zum Abschluss ein Gedicht von Achilleus Tateus (2. Jh. v. Chr.) zitieren: Sie ist die Zierde der Erde, der Stolz des Pflanzenreichs, die Krone der Blumen, der Purpur der Wiesen, der Abglanz des Schönen. Sie ist der Liebe voll, im Dienste der Aphrodite, sie prangt mit duftenden Blättern, wiegt sich auf beweglichem Laub, freut sich des lächelnden Zephirs.

Christoph Riedmann

Christoph Riedmann betreibt den BaumRaum in Lustenau, baut Kräuter selbst an oder sammelt diese. Kontakt: info@treetea.net. Auch die Anmeldung für die Kräuterführung am kommenden Wochenende sollte per e-Mail erfolgen.

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