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aus dem Gerichtssaal

„Wir gehören ja unter Sachwalterschaft gestellt“

Ärger um undichten Swimmingpool. Nach zweieinhalb Jahren noch immer kein Vergleich.

Am 1. Dezember 2011 gab es die ersten gerichtlichen Vergleichsgespräche in dem Bauprozess um einen undichten Swimmingpool auf dem Flachdach eines Dornbirner Hauses. Nun, zweieinhalb Jahre später, kam in dem teuren Zivilverfahren am Landesgericht Feldkirch nach langen Diskussionen wieder keine gütliche Einigung zustande.

Kein Verständnis

„Das will und werde ich nie verstehen“, sagte Zivilrichter Norbert Stütler, für den der Fall seinen „dicksten Akt“ darstellt. Aus wirtschaftlichen Erwägungen hält er die Beendigung des gleich acht Rechtsanwälte beschäftigenden Verfahrens mit einem Vergleich angesichts der Prozesskosten und Prozessrisiken für die einzige vernünftige Lösung. Zumal die Streitparteien seiner Berechnung nach inzwischen nur noch durch 100.000 Euro voneinander getrennt sind.

Der klagende Hausherr fordert 800.000 Euro als Entschädigung für die Sanierungskosten an Swimmingpool und Haus nach den aufgetretenen Wasserschäden. Davon übernehme der Kläger selbst 200.000 Euro, so das Vergleichsangebot von Klagsvertreter Alexander Fink.

Die drei beklagten Parteien, darunter die Architektin des Hauses, sind bereit, für eine Kompromisslösung jeweils 150.000 Euro zu bezahlen, insgesamt also 450.000 Euro. 20.000 Euro beisteuern will ein Nebenintervenient auf der Beklagtenseite. Der Richter meint, er müsste wohl 50.000 Euro bezahlen. Der Richter kommt damit auf ein Gesamtangebot von 500.000 Euro bei einer Forderung von 600.000 Euro.

Alle beteiligten Parteien behaupten, sie seien mit ihren Vergleichsangeboten ohnehin schon über die Schmerzgrenze gegangen. Georg Mandl, pointiert argumentierender Anwalt der beklagten Architektin, sagte, es sei ungewöhnlich, in einem Bauprozess für eine gütliche Einigung mehr als die Hälfte der geforderten Gesamtsumme anzubieten. „Dafür gehören wir ja unter Sachwalterschaft gestellt.“

Seff Dünser

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