Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Damüls: Wintersportler stirbt bei Lawinenunglück

Experten warnen: Bei erheblicher Gefahr können bereits einzelne Skifahrer Lawinen auslösen.

Zwei Lawinenabgänge haben am Samstagnachmittag die Einsatzkräfte im Bregenzerwald in Atem gehalten. Ein Unglück ereignete sich am Südhang der Kanisfluh, das andere in Damüls im freien Skiraum auf der Abfahrt vom Portlerhorn.

Während es bei der Lawine in Au unklare Angaben gegeben hat, ob Personen verschüttet worden sind, war bei jener in Damüls ein Todesopfer zu beklagen. Ein Mann konnte zwar noch aus den Schneemassen befreit werden, jedoch kam für ihn jede Hilfe zu spät. Eine Frau, die ebenfalls verschüttet gewesen war, konnte reanimiert werden. Sie war nicht ansprechbar. Die Verletzte wurde zuerst ins LKH Feldkirch und von dort ins Spital nach Innsbruck geflogen.

Wann genau die Lawine abgegangen ist, konnte Christoph Gargitter, Einsatzleiter der Alpinen Einsatzgruppe, nicht sagen. Entdeckt wurde das Unglück von einer zufällig vorbeikommenden Tourenskigruppe. Diese hätten routinemäßig ihre Lawinenverschüttetensuchgeräte auf „Suchen“ gestellt und zwei Signale empfangen, berichtet Gargitter. Sofort begann die Gruppe mit der Bergung der Opfer.

Nicht bestätigt wurde die erste Vermutung, dass sich noch eine dritte Person unter den Schneemassen befinden könnte.

Zeugen bei Polizei melden

Ebenfalls bis spät in die Abendstunden wurde von den Einsatzkräften der Lawinenkegel am Südhang der Kanisfluh sondiert. Dort war gegen 15.30 Uhr eine Lawine in Richtung Wurzachalpe abgegangen. „Auch hier wurde der Abgang selbst nicht beobachtet. Der Abriss wurde von einem Skitourengeher durch einen Feldstecher von einem gegenüberliegenden Gipfel entdeckt“, erklärte der Einsatzleiter.

Da unklar war, ob Menschen verschüttet worden sind, sollten sich Zeugen des Unglücks bei der Polizei in Au (Tel.: 059 133 8122) melden. Insbesondere bittet die Polizei drei Snowboarder, sich zu melden. Sie sollen am Nachmittag in dem Gebiet unterwegs gewesen sein. Die Einsatzkräfte weisen extra darauf hin, dass das Gespräch weitergeleitet wird, wenn die Dienststelle nicht besetzt ist und der Anrufer daher nicht auflegen soll.

Erhebliche Lawinengefahr

Bereits den ganzen Tag über herrschte in Vorarlberg sowie Tirol am Samstag verbreitet erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfteiligen Gefahrenskala. In Vorarlberg galt diese Warnstufe praktisch generell oberhalb von 1600 Metern, in Tirol mit Ausnahme der östlichen Nordalpen und der Kitzbüheler Alpen (ebenfalls 1600 Meter) oberhalb von 1800 Metern. Die Experten mahnten zu defensivem Verhalten abseits der Pisten.

Bernhard Anwander vom Lawinenwarndienst in Vorarlberg betonte, dass Lawinen bereits durch einzelne Wintersportler leicht ausgelöst werden könnten. Wer sich in den freien Skiraum begebe, benötige große Erfahrung in der Lawinenbeurteilung.

In Tirol bildete störanfälliger Altschnee die Hauptgefahrenquelle. Als Problembereiche nannte Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol schattseitige Hänge in den Kitzbüheler Alpen zwischen etwa 1600 und 1900 Metern, die Regionen südlich des Arlbergs, der Nordalpen und der Kitzbüheler Alpen.

Sowohl Anwander als auch Nairz gingen davon aus, dass die Situation kritisch bleibe und die Lawinengefahr nur langsam zurückgehe.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.