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Der Baum der Reinigung

Um den Körper von den winterlichen Schlacken zu reinigen gibt es nichts Besseres als Saft und Knospen der Birke.

Christoph Riedmann

Ich freue mich über den Schnee. Das lässt mich hoffen, dass der Klimawandel doch nicht so gravierend ist. Ohne Winter gäbe es den wunderschönen Jahreszeitenzyklus und die spezielle Qualität unserer Natur nicht. Auch die Sonne bewegt sich noch wie eh und je. Die Grundlage alles irdischen Lebens zieht unerschütterlich ihre Bahnen und schraubt sich immer schneller nach oben, ganz so wie es der Jahreszeit entspricht.

Die Tage sind merklich länger geworden und mit der Sonnenkraft steigen auch die Säfte, treiben die Knospen, erwachen Pflanzen und Tiere aus dem Winterschlaf. Morgen wird Lichtmess gefeiert, heute Imbolc, das altkeltische Fest zu Ehren der Wiederkehr der strahlenden Frühlingsgöttin Brigid (Brigantia). Die Kelten teilten das Jahr in acht Abschnitte ein. Die wichtigsten Feste (Imbolc, Beltane, Lugnasad und Samhain) wurden mitten zwischen den Hauptpunkten des Jahreskreises (den Tag- und Nacht-Gleichen und Sonnwenden) gefeiert.

Auch in der Astrologie und dem elektromagnetischen Feld gelten diese Achtel (45 Grad-Unterteilungen) als Punkte der größten Kraftentfaltung. Brigid ist der jugendliche Aspekt der großen Göttin Natur. Die große Göttin wurde von vielen Völkern als dreifaltiges Wesen gesehen, als strahlende Jungfrau (weiß – Frühling), als reife liebende Mutter (rot – Spätsommer) und als weise Alte (zauberkräftige Hexe – schwarz – Winter). Brigid ist weiß wie Schnee, wie Milch, wie Schneeglöckchen und Birke. Die Birke ist ihr Baum. Das Wort Birke stammt aus der indogermanischen Wurzel „bereg“ (glänzen, leuchten, hell). Die weiße Rinde der Birke leuchtet aber nicht nur im Sonnenlicht, sondern ist selbst im feuchten Zustand der beste Zunder – sie brennt lichterloh und wurde schon von den Menschen der Steinzeit zum Feuermachen und Anfertigen von Fackeln verwendet.

An Lichtmess wird traditionell das Feuer erneuert, Kerzen werden gesegnet. Zur Feier des wiedergeborenen Lichtes gibt es Kerzenumzüge (Lichtprozessionen). Lichtmess wird auch Mariä Reinigung oder Darstellung des Herrn genannt. Denn die ersten 40 Tage nach der Geburt galt die Frau als unrein. Anschließend wurde das Kind im Tempel geweiht und die Mutter galt wieder als rein.

Licht, Feuer, Wasser

Die Bedeutung von Imbolc, Brigid, Birke und Lichtmess entspricht sich. Immer geht es um Licht, Feuer, Wasser und Reinigung. Der Februar war bei den Römern der letzte Monat, der Monat der Sühne und Reinigung (februare heißt reinigen). Auch Kelten und Germanen glaubten, man müsse sich vom Winter, von der Dunkelheit, reinwaschen. Deswegen gehörten (rituelle) Waschungen (an heiligen Quellen) dazu. Selbst heute ist die Idee des Frühjahrsputzes weit verbreitet.

Um den eigenen Körper von den winterlichen Schlacken zu reinigen gibt es wohl nichts Besseres als die Birke. Zur Frühjahrsreinigungskur eignen sich sowohl ihr Saft (den man ab etwa Mitte Februar zapfen kann) als auch ihre Knospen und Blätter (etwa als Tee) und ihre Ruten (mit denen sich die Völker des Nordens während der Schwitzkuren schlugen). Mit Räucherungen kann der Reinigungsprozess unterstützt werden.

Das Wort Imbolc kann sowohl Reinigung als auch Milch bedeuten. Zu dieser Zeit gab es erstmals wieder Milch zu trinken, denn die ersten Mutterschafe gebaren ihre Lämmer. Es war eine Zeit der Freude und Ausgelassenheit. Die Lebenssäfte steigen nicht nur in Pflanzen und Tieren, sondern auch in den Menschen. Die Birke ist sowohl ein Sinnbild der Fröhlichkeit als auch der Baum der Reinigung und des Lichtes. Fasnacht kommt nicht von Fasten, sondern von mhd. „vaselen“ (fruchten, gedeihen). Es war eine Zeit der Fruchtbarkeitsfeste.

Nahrhafte Haselnüsse

Mit der Hasel beginnt der Blütenreigen des neuen Jahres. Sie gilt als die beste Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen den Reichen über und unter der Erde, zwischen Menschenwesen und Naturgeistern. Die nahrhaften Haselnüsse waren eine Lebensgrundlage der steinzeitlichen Menschen Europas und spielten eine wichtige Rolle im Toten- und Fruchtbarkeitskult. Verstorbene wurden auf Haselruten gebettet und mit Haselnüssen für die jenseitige Reise versorgt.

In der Fas(el)nacht schlugen maskierte Burschen die Mädchen mit Haselruten, um die Lebens- und Fruchtbarkeitskräfte dieser magischen Pflanze zu übertragen. Die Hasel half nicht nur Quellen und verborgene Schätze, sondern auch den richtigen Lebenspartner zu finden.

Wünschelruten und Zauberstäbe wurden in einem aufwendigen Ritual zu besonderen Zeitpunkten (etwa Lichtmess) geschnitten. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist Vollmond (exakt um 0.09 Uhr) und zugleich ist die Sonne genau zwischen (im 45-Grad-Winkel) dem Wintersonnwend- und Frühlingspunkt – eine sehr gute Gelegenheit (kosmisch aufgeladene) Hasel- und Birkenruten zu schneiden.

Auch für Wanderstäbe eignen sich die schönen schlanken und geraden Stämme der Hasel vorzüglich. Diese eignen sich traditionell auch zum Schutz vor bösen Geistern (negativen Energien), gefährlichen Tieren (etwa Schlangen) und Gewittern (Haselruten dienten gerade auch dem Wetterzauber).

Auch Haselkätzchen und Birkenrinde können jetzt geerntet werden. Haselkätzchen sind ein fruchtbarkeitsförderndes, potenzsteigerndes und schweißtreibendes Mittel und können die Reinigung (vor allellm im Rahmen von Schwitzkuren) unterstützen und vor anziehenden Infektionen schützen. Dazu kann man sie mit Holunder- und Lindenblüten mischen. Birkenrinde erntet man von gefällten oder gefallenen Bäumen beziehungsweise abgebrochenen Ästen. Sie ist der beste Zunder und eignet sich zur Herstellung von Ofenanzündern und Fackeln. Früher wurde sie auch als Papier, als Wundauflage (natürliches Pflaster) und zur Herstellung von Kleidung, Gefäßen, Kanus und Birkenpech genutzt. Letzteres entsteht durch trockene Destillation aus der Rinde und wurde schon in der Altsteinzeit zur Befestigung von Feuersteinklingen, Pfeil- und Speerspitzen und zur Abdichtung von Gefäßen und Booten verwendet. Die Substanz, die für die weiße Färbung der Birkenrinde und auch für deren leichte Brennbarkeit verantwortlich ist, wird Betulin (nach dem botanischen Gattungsnamen „Betula“ der Birke) genannt. Streicht man über die Rinde, kann Betulin als weißes Pulver auf den Fingerspitzen haften bleiben. In zahlreichen Versuchen hat sich diese Substanz, mit der die Birke ihre Haut vor Frost und Hitze, UV-Strahlung und Krankheitserregern schützt, auch als hervorragendes Heilmittel für die menschliche Haut erwiesen. Da Betulin schwierig zu gewinnen ist und es gute Fertigpräparate auf dem Markt gibt (etwa Imlan) würden sich diese empfehlen. Besonders wirksam ist Betulin gegen Krankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis, trockene, schuppende Hautausschläge und Ekzeme, die der Signatur der Birke entsprechen.

Wichtig: Heilpflanzen nur mit ärztlicher Zustimmung verwenden!

INFORMATION

Christoph Riedmann betreibt den BaumRaum in Lustenau, baut Kräuter selbst an
oder sammelt diese.
Kontakt:
info@treetea.net.

Der „BaumRaum“ ist in der Goethestraße 5 in Lustenau zu finden.

Öffnungszeiten:
Donnerstags von
9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr

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