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Evangelium

Besondere Momente im Alltag

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

markus 9, 2–10

Es gibt sie tatsächlich, diese herausragenden Ereignisse, die alles überstrahlenden Momente, mitten im Alltag. Sie gehören zur Fastenzeit, zur österlichen Bußzeit dazu. Vielleicht sind sie uns nur nicht so im Bewusstsein, weil Verzicht und gewohnte Fastenvorsätze uns nicht auf diese Spur bringen. Aber das könnte doch ein neuer, ein ermutigender Zugang zum Fasten sein: in einer besonderen Weise aufmerksam zu sein für die be­sonderen Momente des Alltags. Acht­samkeit und Aufmerksamkeit verändern uns.

Es gibt sie tatsächlich, diese Höhepunkte im ganz gewöhnlichen Alltag: in einer kurzen Begegnung; in einem Gedanken, der uns in den Sinn kommt; in einem Wort, das uns zugesagt wird; in einem Blick, der uns aufmuntert oder stärkt.­ In derart lichten Augenblicken ist uns geschenkt, dass etwas nach außen hin sichtbar wird, was in der Tiefe des eigenen Wesens schon da ist und in uns etwas anrührt, das wir mit Zufriedenheit oder mit Glück umschreiben können. Farbig und bunt wird der sogenannte graue Alltag. Ein neues Lebensgefühl ist uns geschenkt.

Dem engsten Jüngerkreis um Jesus wird so eine besondere Begegnung geschenkt. Nicht machbar ist sie. Einfach nur geschenkt. Nicht festzuhalten ist sie. Eine Versuchung kann es allemal sein, die Momente oder Stunden des Glücks festhalten zu wollen; sich eine Hütte bauen zu wollen und sich im Glück häuslich einzurichten. Im Herzen bleibt eine kostbare Erinnerung. Sie verblasst nicht. Sie verliert sich nicht, weil sie zur Wahrheit meines Lebens gehört.

Eingerahmt wird diese Erzählung von der Verklärung Jesu – vom Aufleuchten des Innersten seines Wesens – von seiner Ankündigung, dass der Menschensohn leiden, sterben und auferstehen werde und der Klärung dessen, was Jüngersein ausmacht. Es hat wohl damit zu tun, dass wir zur Wahrheit unseres Lebens und unseres Glücks geführt werden. Selbst Leiden und Tod, genauso wie Auferstehung gehören dazu.

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