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Wie sinnvoll ist die Masernimpfung?

Seit Jänner sind österreichweit bereits 47 Masernfälle aufgetreten. Grund für die Zunahme ist die zunehmende Impfmüdigkeit, meint Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher.

Masern sind weltweit verbreitet und werden durch Tröpfcheninfektion, also Flüssigkeiten, die sich beim Sprechen, Niesen und Husten bilden, übertragen.

Die Erkrankung beginnt nach acht bis zehn Tagen mit Fieber, Husten und Schnupfen, nach 14 Tage tritt der typische Hautausschlag auf.

Masern sind hochansteckend: 98 von 100 Personen, die mit dem Virus in Kontakt kommen und nicht durch eine Impfung oder durch die durchgemachte Erkrankung geschützt sind, infizieren sich.

In 20 bis 30 von 100 Fällen einer Maserninfektion treten Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohr- und Lungenentzündung auf. Bei rund einem von tausend Erkrankten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung. Sehr selten kann Jahre später ein Gehirnzerfall auftreten, der immer tödlich verläuft. Man nennt diese Spätfolge „subakute sklerosierende Panenzephalitis“ oder kurz SSPE. Besonders gefährdet sind Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken oder während der Schwangerschaft angesteckt werden.

Zunahme der Fälle

Seit dem Jahr 2000 ist in Österreich wieder eine Zunahme der Masernfälle feststellbar. Dies ist bedingt durch die zunehmende „Impfmüdigkeit“. Waren in den 1990er-Jahren noch über 95 Prozent aller Kinder gegen Masern geimpft, so ist die Zahl seither im Sinken begriffen. Vom Jahrgang 2011 sind noch 87 Prozent einmalig und nur 61 Prozent zweimalig gegen Masern geimpft. Eine zweimalige Masernimpfung ist allerdings die Voraussetzung für einen vollständigen Impfschutz.

Im Jahr 2014 traten in Österreich insgesamt 100 Masernfälle auf. 2015 sind im Jänner und Februar schon 47 Fälle gemeldet worden.

In Österreich ist die Impfung gegen Masern im kostenlosen Impfkonzept enthalten. Es ist jederzeit – auch im Erwachsenenalter – möglich, diese Impfung nachzuholen.

Da Kinder erst ab dem elften Lebensmonat geimpft werden können, ist es von besonderer Bedeutung, hohe Durchimpfungsraten in der Bevölkerung zu erzielen. Denn nur so ist es möglich, die ungeschützten Säuglinge vor einer Ansteckung zu bewahren.

Viele Eltern haben wegen möglicher Nebenwirkungen Bedenken und wollen ihr Kind lieber nicht impfen lassen. Doch welche Nebenwirkungen können überhaupt auftreten?

Der Kombinations-Lebend­impfstoff gegen Masern-Mumps-Röteln ist in der Regel gut verträglich. In den Tagen nach der Impfung können gelegentlich Nebenwirkungen wie zum Beispiel eine Rötung und Schwellung an der Impfstelle auftreten.

Seltene Nebenwirkungen

In der Vermehrungsphase des Impfvirus (bis sieben Tage nach Applikation) kann es gelegentlich zu Abgeschlagenheit, erhöhter Temperatur und selten auch Fieber kommen. Weitere Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen, Schwellung der Mundspeicheldrüse, Hautausschläge treten ebenfalls eher selten auf. Bei ein bis drei Prozent der Geimpften wurden sogenannte Impfmasern beobachtet, die eine abgeschwächte Form der Masern darstellen.

Ernste Nebenwirkungen existieren bei der Masernimpfung jedoch nicht. Seit Einführung der kostenlosen Masern-Impfung im Jahre 1998 ist in Österreich kein Masern-Impfschaden bekannt geworden.

Sollten Sie nicht gegen Masern geschützt sein, weil sie als Kind nicht zweimal geimpft wurden oder die Erkrankung nicht durchgemacht haben, fragen sie ihren Hausarzt.

Haben Sie eine Frage zum Thema Vorsorge oder zu anderen Gesundheitsthemen? Schicken Sie einfach eine Mail an gesundheit@neue.at.

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