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Mach mich und iss mich

So manches Gericht mussten die Schülerinnen mehrfach kochen, bis die Fotos zu ihrer Zufriedenheit waren.Alexander Au Yeong (3)

So manches Gericht mussten die Schülerinnen mehrfach kochen, bis die Fotos zu ihrer Zufriedenheit waren.

Alexander Au Yeong (3)

Neun Maturantinnen des Borg Götzis haben im Rahmen eines Schulprojekts ein Kochbuch entwickelt. Herausgekommen ist ein professionelles Werk, herausgegeben vom Hohenemser Verlag Bucher.

Von Miriam Jaeneke

Wer isst nicht gerne gut? Zumal, wenn das Gericht auch noch einfach zuzubereiten ist? Das dachten sich auch die 19-jährige Amrei Riedmann, die 17 Jahre alte Melanie Achmüller, Lena Weber, 18 Jahre alt, und sechs ihrer Klassenkameradinnen: „Das Kantinenessen in unserer Schule ist nicht schlecht. Aber wenn man vier Jahre lang immer wieder dasselbe isst …“, erklärt Amrei Riedmann die gemeinsame Motivation für das Projekt.

Zu neunt haben die heutigen Maturantinnen des Borg Götzis ein Kochbuch entwickelt. Einfach sollte es sein mit schnell umzusetzenden Rezepten. Die Idee dahinter war, dass die Mahlzeiten abends zuhause zubereitet und am nächsten Mittag in einer der schuleigenen Mikrowellen aufgewärmt werden könnten. Anstatt Kantinenessen.

Zunächst war lediglich vorgesehen, dass die beteiligten neun Schülerinnen das Buch für den Eigengebrauch ausdrucken. Mit der voranschreitenden Arbeit an dem Buch wuchs aber auch das Vorhaben, wurde professioneller. Herausgekommen ist nun ein im allgemeinen Buchhandel erhältliches, über 100 Seiten starkes Werk, herausgegeben vom Hohenemser Bucher Verlag.

Ursprünglich entwickelten die jungen Frauen das Projekt im Wahlpflichtfach „Bildnerisches Gestalten und Werken“, begleitet durch den Lehrer Gerhard Petter. Dieser betreute das Kochbuchteam weiter, auch, als das Vorhaben längst über seine ursprüngliche Zuständigkeit als Werklehrer hinausgewachsen war. „Er hat uns immer wieder seine Hilfe angeboten. Aber meistens haben wir abgelehnt und die Sachen allein gemacht“, erklärt Melanie Achmüller. Weitergeholfen hat Petter ihnen vor allem mit Kontakten: zu Sponsoren, zu einem Fotograf, zu den Ausrichtern der Buchpräsentation. Diese geht am Dienstag im Feldkircher Theater am Saumarkt über die Bühne. Dort werden auch kleine „Probiererle“ gereicht, Handliches, gekocht nach Rezepten aus dem Buch.

Eigene kulinarische Ideen. Die Kochanleitungen stammen von den Schülerinnen selbst. „Wir haben beschlossen, dass jede von uns mindestens drei Rezepte einbringt.“ Herausgekommen ist ganz Unterschiedliches: Indischer Kichererbsensalat, Zucchinicremesuppe, Nudeln mit Sahnesauce, Mandel-Tomatenpesto. Himbeertiramisu, Blaubeermuffins, Nutella-Cookies. Das alles anstatt Kantinen-Schnitzelsemmel oder üppig belegten Brötchen.

Außerdem haben die Maturantinnen Zubereitungstipps „eingestreut“. Wie werden auf einfache Weise Eier getrennt? Wie wird am besten eine Ananas, eine Mango aufgeschnitten? Und die jungen Frauen haben sich Shootingstars mit in die Küche geholt: den Koch des Restaurants Rauch in Feldkirch, der in einem Interview Küchendetails ausgeplaudert und ein Rezept beigesteuert hat. Mit ihm zu kochen war ein echtes Erlebnis, sagen die Schülerinnen. Die darüber hinaus den durch Instagram und YouTube bekannten Fitnesscoach und Ernährungsberater Simon Mathis auf ihre Bühne und sich von ihm Tipps holten.

Regionalität als Aspekt. Und weil sie von den Verantwortlichen des Landes Vorarlberg finanziell unterstützt werden und diese sich ausbedungen hatten, dass Wert auf Regionalität gelegt wird, haben sie auch darüber einen Absatz verfasst. In dem es auch um Rücksicht auf die Umwelt geht. So schlagen sie beispielsweise vor, das aufzuwärmende Essen in Glas statt in Plastik zu transportieren.

„Ich finde es gut, dass wir auch Anleitungen für gesunde Müsliriegel drin haben“, sagt Amrei Riedmann. Lena Weber ergänzt: „Ich habe dadurch neue Produkte kennengelernt. Zum Beispiel habe ich davor noch nie von dem Getreide Ebly gehört.“ Auch Melanie Achmüller blickt zurück: „Dass das Arbeiten in der Gruppe so gut geklappt, ist echt schön.“ Insgesamt ist die Realisierung gut gelungen, bestätigen die anderen. „Die einzige Schwierigkeit war, dass wir mittendrin immer mal festgestellt haben: ,Das und das müssen wir ja noch machen. Wer macht’s?‘“ Umso wichtiger, dass alle bereit waren, Verantwortung und damit noch einen zusätzlichen Part zu übernehmen.

„Es hat Spaß gemacht, mit professionellen Leuten zusammenzuarbeiten“, sagt die 18-jährige Lena Weber. Beispielsweise mit dem Fotograf Alexander Au Yeong, einem ehemaligen Schüler des Borg Götzis. Er hat ihnen mit den Fotos der Gerichte geholfen – um Fotos ging es schließlich auch zu Anfang, als das Projekt im Werkunterricht geboren wurde. Die Schülerinnen wollten besser fotografieren lernen. Dass sie sich dabei für ein Kochbuch entschieden haben, bereuen sie sicher nicht. Auch wenn sie manche Mahlzeiten mehrmals kochen mussten, weil die Fotos im ersten Anlauf nicht gut genug geworden waren. „Wir sind gerade mal 17 oder 18 Jahre alt und schon Autoren“, sagt etwa Achmüller stolz.

Publik machen. Obwohl das Buch noch nicht einmal gedruckt ist, haben die Schülerinnen bereits jetzt viele Vorbestellungen und positives Feedback bekommen. Um noch mehr Werbung zu machen, haben sie jüngst eine Facebook-Seite für das Buch erstellt. Ihr Ziel ist es, dass das Ergebnis ihrer Mühen über Familien, Bekannte und Freunde hinaus bekannt wird. Die Voraussetzungen dafür sind gut.

<p class="caption">Stehend v.l.: Amrei Riedmann, Lena Puzio, Melanie Achmüller, Janine Devigili, Lena Weber. Sitzend v.l.: Hannah Johnson, Jana Thurnher, Hannah Egle, Lara Pretz.</p>

Stehend v.l.: Amrei Riedmann, Lena Puzio, Melanie Achmüller, Janine Devigili, Lena Weber. Sitzend v.l.: Hannah Johnson, Jana Thurnher, Hannah Egle, Lara Pretz.

Buchpräsentation

Dienstag, den 25. April, um 19 Uhr mit Sektempfang und Häppchen im Theater am Saumarkt in Feldkirch.

Kochbuch „Eat me“, Bucher Verlag, 19,80 Euro. Zu bestellen unter der E-Mail-Adresse kochbuch.eat.me@gmail.com, innerhalb Österreichs versandkostenfrei.

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