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Aus dem Gerichtssaal

Aus Angst vor GattinGeständnis widerrufen

In Herbst und Winter sind Einbrecher vermehrt aktiv.   Symbolbild/NEUE

In Herbst und Winter sind Einbrecher vermehrt aktiv.   Symbolbild/NEUE

Angeklagter gibt in anhängigem Strafprozess inzwischen nicht mehr zu, dass er zwei Einbrüche in Gastlokale begangen hat.

Von Seff Dünser (Text) und Klaus Hartinger (Foto)

Sie komme sich vor wie in einem schlechten Film, sagte Strafrichterin Claudia Hagen. Zuerst habe der Angeklagte zugegeben, dass er am 13. April in einer Nacht im Montafon zwei Einbruchsdiebstähle in Gastlokale verübt und dabei 8000 Euro gestohlen habe. Inzwischen aber behaupte er, doch nicht der Einbrecher gewesen zu sein.

Überforderung. Der von Michael Battlogg verteidigte Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz erklärte in dem anhängigen Strafprozess am Landesgericht Feldkirch seine geänderte Verantwortung folgendermaßen: Er habe vor der Polizei ein Geständnis abgelegt, weil er schlichtweg überfordert gewesen sei. Details zu den Einbrüchen habe er deshalb schildern können, weil er zuvor am Stammtisch von den Vorfällen erfahren habe.

Opferanwalt Winfried Mutz hat jedoch eine andere Erklärung für den Sinneswandel des Angeklagten. Der Beschuldigte habe wohl aus Angst vor seiner Gattin schon vor der Polizei sein Geständnis widerrufen. Denn die Ehefrau habe ihm mit Scheidung gedroht, sollte er wieder etwas anstellen.

Bei der Konfrontation mit seiner Frau sei beim Beschuldigten quasi „ein Schalter im Kopf umgelegt“ worden, bestätigte der zuständige Sachbearbeiter der Polizei. Was der mutmaßliche Einbrecher zuvor eingeräumt habe, habe er im Beisein seiner Gemahlin plötzlich bestritten.

Unterschiedliche Aussagen. Die Hauptverhandlung wurde zur Zeugeneinvernahme der Gattin des Angeklagten und einer ermittelnden Polizistin vertagt. Vor Gericht hat der wegen schweren Einbruchsdiebstahls Angeklagte mehrmals beteuert, er sei es nicht gewesen. Er habe zunächst vor der Polizei stets „Ja“ gesagt, als ihm die Tatverläufe geschildert worden seien.

Aussage zu seinen Gunsten. Unerwartete Unterstützung erhielt der Angeklagte von einem der Opfer. Eine Gastronomin sagte als Zeugin vor Gericht aus, dass ausschließlich ein schmächtiger Täter durch das kleine Fenster in ihr Lokal hätte einsteigen können. Der Angeklagte sei aber korpulent. Sie könne sich deswegen nicht vorstellen, dass der Angeklagte der Einbrecher gewesen sei.

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