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Wissenswertes aus der Luft gegriffen

Von oben: Andreas Seeburger, Albert Rauch und Raphael Nagel kennen sich aus.

Von oben: Andreas Seeburger, Albert Rauch und Raphael Nagel kennen sich aus.

Die „Flying Vorarlberg Experts“ vom Rundflugteam in Hohenems sind Reiseführer der Lüfte. Wer mit in die motorisierte Maschine steigt, dem wird Spannendes über das Ländle auf quasi höchstem Niveau vermittelt.

Von Danielle Biedebach (Text) und Frederick Sams (Fotos)

Seebühne, Schattenburg, Basilika Rankweil, Piz Buin, Zimba oder Mittagsspitze. Die sanften Hügel des Bregenzerwaldes, die Weiten des Bodensees oder die Bergmassive im Süden des Landes. Vorarlberg hat viel Sehenswürdiges zu bieten. Wer alle Attraktionen samt kompetenter Führung in Augenschein nehmen möchte, muss sich viel Zeit nehmen. Drei Stunden etwa.

Seit Jahren bringen die Piloten des „Rundflugteam Flugplatz Hohenems“ interessierten Menschen ihre Passion fürs Fliegen näher. Mehr noch. Aus der Vereinigung haben sich einige zu regelrechten Experten entwickelt. Zu „Flying Vorarlberg Experts“.

„Im Rahmen der Pilotenausbildung wird bereits viel über Topografie vermittelt. Aber mir war das nicht genug“, erzählt Andreas Seeburger vom Rundflugteam. Der erfahrene Pilot ist quasi seit 33 Jahren in der Luft und Initiator der „Flying Vorarlberg Experts“. Natürlich habe er in dieser langen Zeit viel an Know-how gewonnen. „Aber ich wollte eine Möglichkeit schaffen, sich noch mehr Wissen über Vorarlberg von oben anzueignen“, berichtet der 52-Jährige von seinen Beweggründen. Kurzerhand kontaktierte er die Verantwortlichen von Vorarl­berg Tourismus und brachte sein Anliegen vor. Es sollte eine Art Kurs entstehen, nach dessen Abschluss die Piloten auch „etwas in der Hand halten sollen“.

Umgesetzt wurde das Projekt dann gemeinsam mit Doris Rinke, einstige Sprecherin des Unternehmens. Sie war selbst Pilotin. „Die Idee ist außerordentlich gut angekommen. Menschen, die sich freiwillig weiterbilden? Super!“, erzählt Seeburger von der Reaktion der Tourismus-Verantwortlichen. Mittlerweile werde das Konzept sogar mit Skilehrern umgesetzt.

Umfangreich. Insgesamt 25 fliegende Experten wurden bisher ausgebildet. Der erste Kurs ging 2010 über die Bühne, 2015 der zweite. „Es wäre ideal, alle fünf bis acht Jahre eine Schulung anzubieten“, sagt Seeburger. Der „Inhaltsstoff“ ist ihm zufolge ziemlich umfangreich. Eine dicke Mappe mit Informationen gilt es durchzuarbeiten. Dafür gibt es danach für alle Teilnehmer des Seminars das Dekret „Flying Vorarlberg Expert“. „Es war mir wichtig, diejenigen auszuzeichnen, die sich tatsächlich mit den Besonderheiten im Land ausführlich beschäftigen“, betont der Bludenzer.

Besagte Mappe enthält etwa Wissenswertes über die hiesige Architektur. Bereiche wie Tourismus, Klimakunde und Geschichte werden abgedeckt. Was wurde früher im Montafon angebaut? Wann startete der Bergbau im Silbertal? Es geht um die Entstehung des Bodensees und dessen Entwicklung in den nächsten 1000 Jahren. Wie tief ist das Gewässer, wie viel Wasser verdunstet? Warum ist der Piz Buin gewachsen? Das sind Fragen, welche die Experten beantworten können. Ein weiteres Themengebiet ist die Geologie. „Wenn ein fröhliches ‚Herzlich willkommen in Afrika‘ meinerseits aus den Kopfhörern dröhnt, werden die Augen der Passagiere meist ziemlich groß“, sagt Seeburger und lacht laut. „Es wissen wohl die wenigsten, dass auf Höhe Nüziders die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen“, ergänzt er.

Multitasking. Es sind spannende Fakten wie diese, warum das Seminar gerade auch bei jungen Piloten Interesse weckt und weckte. Zum „Nachwuchs“ gehören etwa Raphael Nagel und Albert Rauch. Beide haben ihre Pilotenkarriere im Segelflieger begonnen. Das ist der typische Werdegang, erzählen die beiden. Der 37-jährige Albert Rauch aus Feldkirch fliegt schon sein halbes Leben lang. „Im Segelflugzeug bekommt man bereits einen ziemlich guten Überblick. Schließlich ist man ortsgebunden und lernt so die Landschaft relativ gut kennen“, weiß Rauch. Beim Motorfliegen, so sagt der 37-Jährige, stehen das Navigieren und die Motorkunde im Fokus. Seit zwei Jahren ist der Feldkircher nun Mitglied beim Rundflugteam. „Am Anfang ging es erst einmal darum, die grundsätzliche Abfolge kennenzulernen. Wie begrüßt man die Gäste, wann weise ich die Passagiere in die Sicherheitsbestimmungen ein, und so weiter“, erzählt Rauch. Alles folgt einem gewissen Ablauf. „Wichtig ist, zuerst das Fliegerische zu verinnerlichen. Wer das beherrscht, kann Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben schaffen. Wie eben die Informationsvermittlung oder das Sprechen mit den Passagieren“, erläutert der 25-jährige Raphael Nagel aus Weiler.

Zum Repertoire der Ländle-Experten gehören Themenflüge: „Vom Bodensee zum Gletschereis“ oder „100 Gipfel in 100 Minuten“. Letzteres ist sicher die Königsdisziplin, denn der Name ist Programm. Passagiere dürfen aber stets Wünsche äußern, wo es hingehen soll. Meist sind es Vorarlberger, die mit den „Flying Vorarlberg Experts“ in die Sportmaschinen steigen. Gleich gefolgt von Schweizern, Deutschen und Gästen aus Inner­österreich. Darunter viele Paare, die sich den Rundflug gegenseitig schenken. Daher haben die Piloten auch einen „Sunset­flight“ oder das „Dinner for two“ im Programm.

„Witzigerweise sitzen auch immer wieder Gäste an Bord, die uns etwas beibringen. So wurden wir etwa über die Schwarze Wand aufgeklärt. Das ist
das Pendant zur Roten, direkt gegenüber“, sagt Seeburger und grinst.

Momentleben. Jeder der fliegenden Ländle-Experten hat wohl einen Lieblingsplatz in Vorarlbergs luftiger Höhe. Oder zwei. Oder auch furchtbar viele. Rauch und Nagel sind etwa vom Hohen Ifen oder dem Formarinsee fasziniert. Seeburger möchte sich hingegen nicht so recht festlegen. „Ich fliege nun seit 33 Jahren und kann nicht sagen, wo es am schönsten ist. Der Anblick von oben ist meiner Meinung nach immer imposant“, ist er sich sicher.

Die Fliegerei ist ein „Momentleben“, da sind sich die Piloten einig. Es ist etwa der Sonnenuntergang, der einen letzten leuchtenden Strahl über einen Bergkamm schickt. Es sind die verschiedenen Jahreszeiten. Die unterschiedlichen Perspektiven. Der Blick auf die Landschaft ist niemals derselbe.

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„Es ist einfach fantastisch, was wir ‚über‘ Vorarlberg alles lernen können“

Andreas Seeburger, Initiator

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www.rundflugteam.at

info@rundflugteam.at

Übrigens fließt mit jedem gebuchten Flug ein kleiner Beitrag auf das Konto für den Kinderflugtag.

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