Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Keine Strafe für jungen Täter

Nach Geldstrafe für Körperverletzung am Bezirksgericht jetzt Freispruch am Landesgericht wegen des jugendlichen Alters.

Der Angeklagte hat nach Überzeugung der Richter eine Körperverletzung und damit eine Straftat begangen. Dennoch wurde er im Berufungsprozess am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig freigesprochen. Die Berufungsrichter machten dabei von einer Ausnahmebestimmung im Jugendstrafrecht Gebrauch. Es kann von einer Bestrafung abgesehen werden, wenn kein schweres Verschulden vorliegt und es keiner Strafe bedarf, um 14- bis 15-Jährige vor weiteren Taten abzuhalten.

Der unbescholtene Angeklagte sei zur Tatzeit erst 14 Jahre und zwei Monate alt und somit erst seit Kurzem strafmündig gewesen, sagte die vorsitzende Richterin Angelika Prechtl-Marte. Ihm sei kein schweres Verschulden anzulasten, zumal er auf eine Provokation reagiert und nur eine geringe Verletzung zu verantworten habe.

Nicht in Notwehr. Auch nach Ansicht der Berufungsrichter hatte der 14-Jährige im Oktober 2016 in Hohenems keineswegs in Notwehr einem jungen Mann mit einem Faustschlag ins Gesicht eine Rissquetschwunde am Kinn zugefügt. Das Opfer hatte nach den Feststellungen der Richter zuvor an einen Zaun uriniert. Darüber machte sich eine Gruppe Jugendlicher, zu denen der Angeklagte zählte, lustig. Daraufhin beschimpfte der junge Mann die ausländischen Jugendlichen rassistisch. Danach schlug der Angeklagte zu.

Dafür wurde er in erster Instanz im Mai am Bezirksgericht Dornbirn wegen Körperverletzung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 240 Euro (60 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu bezahlende Teil 120 Euro (30 Tagessätze). Zudem wurde der 14-Jährige am Bezirksgericht dazu verurteilt, dem Verletzten ein Schmerzengeld von 130 Euro zu bezahlen.

Der Bezirksrichter hatte dem Angeklagten eine Diversion mit einer Geldbuße oder gemeinnütziger Arbeit angeboten, die der 14-Jährige aber abgelehnt hat. Der Erstrichter brachte die Ausnahmebestimmung im Jugendgerichtsgesetz nicht zu Anwendung, weil für ihn ein schweres Verschulden vorlag und der Angeklagte uneinsichtig war.

Der angeklagte Schüler hat das Ersturteil nicht bekämpft. Berufung erhob aber als gesetzliche Vertreterin des Jugendlichen dessen Mutter. Ihrem Rechtsmittel wurde nun in der Berufungsverhandlung Folge gegeben.

Seff Dünser

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.