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Aus dem Gerichtssaal

Angeklagter wollte lieber Vorstrafe als Versöhnung

Strafrichterin bot vergeblich außergerichtlichen Tatausgleich an. Angeklagter wurde daraufhin wegen gefährlicher Drohung verurteilt.

Von Seff Dünser

Die Unversöhnlichkeit des Zweitangeklagten hat ihm eine Verurteilung eingetragen und zudem dazu geführt, dass auch der Erstangeklagte nicht ohne Sanktion davongekommen ist. Angeklagt waren die beiden unbescholtenen Osteuropäer jeweils wegen gefährlicher Drohung. Demnach sollen die beiden jungen Männer dem jeweils anderen damit gedroht haben, ihn umzubringen. Hintergrund für die angeklagten Vorfälle sollen familiäre Streitigkeiten gewesen sein. Die Schwes­ter des Erstangeklagten war die Lebensgefährtin des Zweitangeklagten und hat von ihm Kinder.

Zu Beginn der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch bot Richterin Claudia Hagen mit Rücksicht auf die familiären Verbindungen den beiden Angeklagten an, die Strafverfahren ohne Sanktionen mit einem außergerichtlichen Tatausgleich einzustellen. Der Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehmende Erstangeklagte war zu einem versöhnenden Gespräch mit dem Zweitangeklagten unter Anleitung eines Konfliktreglers des Bewährungshilfevereins Neustart bereit.

Aber der uneinsichtige Zweitangeklagte lehnte den Vorschlag der Richterin ab und verlangte ein Urteil mit einem Freispruch. Daraufhin wurde der arbeitslose Zweitangeklagte wegen gefährlicher Drohung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 640 Euro (160 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 320 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Erwürgen. Der Zweitangeklagte hat nach Ansicht der Richterin zum Erstangeklagten gesagt, er werde ihn erwürgen und ihm den Kopf abschneiden. Die Richterin ging jedoch von keiner Todesdrohung aus, sondern nur von einer Drohung mit einer Körperverletzung. Die mögliche Höchststrafe verringerte sich dadurch von drei Jahren Haft auf ein Jahr. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wäre der Zweitangeklagte mit einer Vorstrafe belastet. Weil weniger als 180 Tagessätze verhängt wurden, würde die Vorstrafe aber im Leumundszeugnis nicht aufscheinen.

Nachdem kein Tatausgleich zustande gekommen war, wurde dem Erstangeklagten eine andere diversionelle Erledigung gewährt. Wenn er dem Gericht als Geldbuße 400 Euro überweist, wird das Strafverfahren gegen ihn ohne Eintrag ins Strafregister eingestellt werden. Der Erstangeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch waren auch mit dieser Form einverstanden.

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