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Evangelium

Ene achtsame und wachsame Zeit

Edwin Matt, geistlicher Begleiter von plan:g und Pfarrer in Bregenz

Edwin Matt, geistlicher Begleiter von plan:g und Pfarrer in Bregenz

Jesus sprach zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Mk 13, 24–37

Am Ende ist viel los. Mehr als einem lieb sein kann. Mehr als wir uns vorgestellt oder erwartet, erwünscht oder befürchtet haben. Was kommt am Ende und was geschieht am Ende – individuell und wenn die Schöpfung „erschöpft“ ist? Die Worte vom Hereinbrechen der Endzeit wurden nicht nur zu biblischen Zeiten mit dem Gefühl des Schreckens und der Angst gehört. Durch die Jahrhunderte hindurch wurden diese Stellen verwendet, wenn „ein Ende nahte“, eine bestimmte Gruppe dieses Ende voraussah oder Katastrophen sich anbahnten, die nur noch mit solchen Texten verglichen werden konnten. Aber: Es ist nicht biblische Absicht, die Angst noch zu verschärfen. Neue Hoffnung will sie wecken.

Eugen Drewermann schreibt zu diesem Text, dass es für ihn in diesem Text nicht um das Ende der Erde oder um das Ende der Welt im äußeren Sinne geht, wohl aber darum, sich zu fragen, was alles aufhören könnte und sollte, um ein Leben zu beginnen, das uns aufschauen lässt zu den Wolken des Himmels und uns der Vision der Menschlichkeit näherbringt. Wohin wir auch schauen, stehen wir uns selber im Wege und werfen Schatten auf unsere eigene Hoffnung. Nur deshalb bricht das, worauf wir in Wahrheit am meisten warten, schließlich wie ein Weltuntergang in unser Leben ein.

Ein zutiefst adventlicher Gedanke begegnet mir/uns von diesem Zugang her in diesem Abschnitt des Evangeliums. Advent lässt uns aufschauen zu den Wolken des Himmels. Advent nährt in uns die Vision der Menschlichkeit. Advent lässt unseren Blick auf das Licht hin ausrichten, damit die Schatten hinter uns fallen. Advent – worauf warte ich? Eine achtsame und wachsame Zeit wünsche ich uns.

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