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Gastkommentar

Maßnahmen werden gesetzt

Es werden Maßnahmen gesetzt: an sich nichts Neues, die werden sehr oft von sehr vielen gegen oder für sehr vieles gesetzt. Mangel und Maßnahme ist ein Begriffspaar wie Pech und Schwefel. Wenn der Mangel oder ein Problem mit kostenneutralen Phrasen weder kleingeredet noch verschönt werden kann, taucht früher oder später die Maßnahme auf.

Aktuell haben Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer gemeinsam mit dem Land ein Maßnahmenpaket zum Segen der Lehrlinge geschnürt.

Man hat, spät aber doch, glasklar erkannt, dass der Lehrling sozusagen die Vorstufe zum begehrten Facharbeiter ist. An denen mangelt es in Industrie und Handwerk schon länger. Nachdem die Durchfallquote bei Lehrlingen nicht gerade niedrig ist, sollten nun wirklich dem Handlungsbedarf die Handlungen, sprich Maßnahmen, folgen.

Geplant ist, die Defizite der Lehranfänger zu kompensieren. Einmal durch Zusatzangebote, durch Stärkung der Polytechnischen Schulen und durch ein Pilotprojekt für eine zweijährige Lehre.

Die Zusatzangebote würde ich mir schon für die 3./4. Klasse Volksschule wünschen, denn da fängt das Elend an. Rechnen können sie fast alle, aber die Textaufgabenprosa erschließt sich ihnen oft nicht. Bei Maturanten wurden schon Maßnahmen bei ähnlicher Problemstellung gesetzt. Hoffen wir, dass sie 2018 wirken. In den letzten Klassen der NMS sind Zusatzangebote mehr als notwendig. Mit durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Noten findet man eben kaum Lehrstellen.

Von der zweijährigen Lehre bin ich sehr begeistert, denn da holt man endlich die Jugendlichen mit einer praktischen Begabung ab. Die blieben bis dato auf der Strecke. Die Lehre wurde immer mehr ausgebaut, um sie attraktiver zu machen. Wie viele Jugendliche können diese Angebote auch wahrnehmen? Es wurden sozusagen nicht-bedarfsgerechte Inhalte entwickelt. Als Fachwerker aber haben die praktisch begabten Jugendlichen in Industrie und Handwerk reelle Chancen.

Verblüfft hat mich allerdings der Punkt: Qualitätsstandards in der Lehre setzen. Was, bitte, gab es denn bisher? Keine oder regionale oder etwa bundesweite? Der sogenannte Kompetenzcheck ist in Ländern mit einer vergleichbaren Lehre als Zwischenprüfung bei fast allen Lehrberufen Standard; teilweise ist sie Voraussetzung für die Gesellenprüfung. Oder soll überprüft werden, ob die Lehrbetriebe auch die verlangten Lehrinhalte vermitteln können? Beides ist mehr als sinnvoll.

Mehr Facharbeiter gibt es auch, wenn mehr Betriebe ausbilden, das wird gerne vergessen. Sicher ist die Ausbildung für den Betrieb nicht preiswert, aber mittelfristig wichtig. Um mehr jungen Menschen eine Chance zu geben, müssen jetzt aber wirklich alle Beteiligten gemeinsam für dieses Ziel arbeiten!

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