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Beznau 1 darf offenbar wieder ans Netz

Das Atomkraftwerk Beznau 1 im Kanton Aargau steht seit 2015 wegen Sicher­heitsbedenken still. Ein baldiger Neustart des Uralt-Reaktors ist wahrscheinlich. Reuters

Das Atomkraftwerk Beznau 1 im Kanton Aargau steht seit 2015 wegen Sicher­heitsbedenken still. Ein baldiger Neustart des Uralt-Reaktors ist wahrscheinlich. Reuters

Nach Schweizer Medienberichten soll das 1969 errichtete Atomkraftwerk am 31. März den Betrieb wieder aufnehmen.

Seit 2015 steht das Atomkraftwerk Beznau 1 wegen Sicherheitsbedenken still. Auf der kleinen Aareinsel Beznau im Kanton Aargau wurde dieses im Jahr 1969 errichtet und der älteste Kernreaktor weltweit, wenn dieser denn wieder in Betrieb gehen würde. Die Zeichen scheinen darauf hinzudeuten, denn still und heimlich haben die Zuständigen des AKW Beznau in der vergangenen Woche das Sicherheitsdispositiv erhöht. Mit Straßensperren wurde der Zugang zur Kraftwerksinsel komplett abgeriegelt. berichtet die Aargauer Zeitung am Donnerstag.

Vor vier Jahren hatten Greenpeace-Aktivisten in einer Nacht- und Nebelaktion das Gelände der Axpo, dem Eigentümer und Betreiber von Beznau 1 und 2, besetzt. Als Grund für die Straßensperren wird deshalb auch ein Zusammenhang mit der Wiederinbetriebnahme von Block 1 vermutet. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt dies im Wesentlichen: „Die umgesetzten Sicherungsmaßnahmen stehen in Zusammenhang mit unserem Ziel- und Planungstermin für die Wiederinbetriebnahme von Block 1 vom 31. März 2018“, sagte Antonio Sommavilla, Pressesprecher der Axpo gegenüber dem Privatfernsehsender Tele M 1.

Erst im Jänner hatte Landesrat Johannes Rauch (Grüne) gefordert, alle Schweizer Atomkraftwerke abzuschalten. „Wir brauchen keine tickenden Zeitbomben in unserem Nachbarland“, sagte er damals. In Vorarl­berg herrsche häufig Westwind – die Radioaktivität nach einem Unfall beispielsweise im „Uraltreaktor Beznau“ würde somit direkt nach Vorarl­berg getragen.

Ob das Atomkraftwerk wieder ans Netz geht, liegt im Ermessen der Zuständigen des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI. Von dieser Seite gab es bisher aber noch kein offizielles Statement.

Grundsätzlich hat die Schweizer Regierung nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Mai 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Dieser soll bis 2034 vollzogen sein.

Endlager für Atommüll. Nicht abgeschlossen ist die Suche der Schweizer nach einem Endlager für Atommüll. Ende vergangenen Jahres wurde die Auswahl für ein Tiefenlager auf drei Optionen eingeengt. Die Mitglieder des Schweizer Bundesrats wollen nach dieser ersten Standortbestimmung die drei Möglichkeiten „Jura Ost“, „Nördlich Lägern“ und „Zürich Nordost“ vertieft untersuchen lassen.

Mit „Zürich Nordost“ liege eines der drei Gebiete relativ nahe an Vorarlberg, meldete sich am Samstag Landeshauptmann Markus Wallner zu Wort. Er habe in einem Brief an das Bundesamt für Energie in Bern auf die „existierenden, vielfältigen ungelösten Probleme“ im Zusammenhang mit der Endlagerung radioaktiver Abfälle aufmerksam gemacht.

An das Schreiben fügte der Landeshauptmann ein im Auftrag des österreichischen Umweltbundesamtes erstelltes Gutachten mit Empfehlungen für eine möglichst sichere Landzeitlagerung dieser Abfälle an, mit der Forderung, diesen im weiteren Verfahren Rechnung zu tragen. „Insbesondere ist der Frage der – über diese langen Zeiträume nicht abzuschätzenden – künftigen geologischen Entwicklungen besonderes Augenmerk zu schenken.“

 Sonja Schlingensiepen

Atomkraft

In der Schweiz sind vier Kernkraftwerke mit derzeit vier Reaktorblöcken am Netz. Deren Anteil an der Gesamtstromerzeugung beträgt 40 Prozent.

Als erster Reaktorblock wurde am 17. Juli 1969 Beznau 1 in ­Betrieb genommen. 1971 entstand Beznau 2. Beznau 1 ist der älteste, aktive Kernreaktor der Welt. Seit März 2015 befindet sich das Werk in Wartung. Bereits Ende März könnte es seinen Betrieb wieder aufnehmen.

Das Kernkraftwerk Gösgen (Nähe Aarau) nahm im November 1979 den kommerziellen Betrieb auf und gilt als erstes Schweizer Kernkraftwerk der 1000-Megawatt-Klasse.

Das Kernkraftwerk Leibstadt ist das größte Schweizer Kernkraftwerk. Es nahm 1984 den kommerziellen Betrieb auf und versorgt jeden Tag über eine Million Menschen mit Strom.

Das Kernkraftwerk Mühleberg steht seit 1972 in Betrieb. Mit der jährlichen Stromproduktion deckt es rund fünf Prozent des gesamten Schweizer Strombedarfs ab.

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