Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Bregenz/Feldkirch

Herdprämie: Auer (SPÖ)verweist auf Nachteile

Bemühungen, Frauen mehr Chancen in ihrem Erwerbsleben zu ermöglichen, würden zerstört, meint Auer. Freiheitliche empört über Wortwahl.

Manuela Auer, Landtagsabgeordnete der SPÖ und Geschäftsführerin des ÖGB, erteilt den Plänen jener Gemeinden, die Frauen für die Kinderbetreuung daheim eine „Herdprämie“ bezahlen wollen, eine klare Absage. „So werden die jahrzehntelangen Bemühungen, Frauen mehr Chancen in ihrem Erwerbsleben zu ermöglichen, zerstört“, kritisierte Auer am Montag. Die Maßnahme sei „unverschämt“ und bedeute nichts anderes als: „Frauen zurück an den Herd.“ Auer warnt auch vor den massiven finanziellen Einbußen: „Es drohen Nachteile im Berufsleben und Altersarmut durch fehlende Versicherungszeiten.“

Laut Medienberichten überlegen nach Schwarzenberg auch die Gemeinden Egg und Lingenau, eine „Herdprämie“ einzuführen. Eine ÖVP-interne Arbeitsgruppe versucht offenbar, das Modell auf weitere Gemeinden auszuweiten. „Will die ÖVP wirklich in Zeiten zurück, in denen Frauenrechte noch mit Füßen getreten wurden“, fragt sich Auer. „Die Regelung drängt Frauen durch finanzielle Anreize vom Arbeitsmarkt in den Haushalt zurück.“ Die Folgen solcher Modelle seien fatal: Den Frauen fehlten neben beruflichen Perspektiven schließlich auch die Versicherungszeiten für die Pension, was das Risiko von Altersarmut stark erhöhe. Die Gemeinden würden sich damit vernünftige Konzepte und vor allem Geldmittel für die Kinderbetreuung ersparen. In der Kleinkinderbetreuung gebe es nach wie vor viel zu wenige Plätze, obwohl es dank der alten Bundesregierung im Rahmen der 15a-Vereinbarung finanzielle Unterstützung gegeben habe.

Auch SPÖ-Parteichefin Gabi Sprickler-Falschlunger schaltete sich in die Diskussion ein und verlangt von der Landesregierung ein klares Bekenntnis gegen die sogenannte „Herdprämie“. „Diese ist völliger Humbug. Ich erwarte mir, dass Landeshauptmann Markus Wallner klar Stellung gegen diese Schnapsidee bezieht.“

Ziel der Prämie sei es, Frauen dazu zu bringen, den Wiedereinstieg ins Berufsleben hinauszuzögern.

Kritik an Wortwahl. Scharfe Kritik an der Wortwahl Auers gab es von den Freiheitlichen Frauen im Vorarlberger Landtag, Familiensprecherin Cornelia Michalke und Frauensprecherin Nicole Hosp. Für die Freiheitlichen ist die Wortwahl „Herdprämie“, die immer wieder von linker Seite komme, inakzeptabel. Es sei unglaublich, wenn gewählte Mandatarinnen Frauen als quasi „Heimchen hinter dem Herd“ bezeichnen. Die Frauen hätten sich bewusst für eine innerfamiliäre Betreuung entschieden und keine außerhäusliche Betreuung in Anspruch genommen, meinen Hosp und Michalke. Sie erinnerten in diesem Zusammenhang einmal an die Forderung eines Elterngeldes für die unbezahlte Familienarbeit.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.