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Neue Maßnahmen für Luftgüte nötig

Links: An der Messstelle an der Feldkircher Bärenkreuzung überschritt die Stickstoffdioxid-Konzentration 2017 im Jahresmittel den österreichischen und den EU-Grenzwert. Oben: Bernhard Anwander, Reinhard Bösch, Johannes Rauch und Arthur Sottopietra (v.l.) präsentierten den Luftgütebericht 2017.  NEUE-Archiv, VLK/Thomas Mair

Links: An der Messstelle an der Feldkircher Bärenkreuzung überschritt die Stickstoffdioxid-Konzentration 2017 im Jahresmittel den österreichischen und den EU-Grenzwert. Oben: Bernhard Anwander, Reinhard Bösch, Johannes Rauch und Arthur Sottopietra (v.l.) präsentierten den Luftgütebericht 2017.  NEUE-Archiv, VLK/Thomas Mair

Entsprechender Landes-Plan soll demnächst beschlossen werden. Stickstoffdioxid-Grenzwerte teilweise überschritten.

Einiges wurde erreicht, einiges bleibt zu tun. Damit lassen sich die Bemühungen der vergangenen Jahre um die Luftgüte in Vorarlberg zusammenfassen. Während etwa die Feinstaubbelastung reduziert wurde, besteht „deutlicher Handlungsbedarf“ in Bezug auf die Stickstoffdioxid-Belastung, sagte Landesrat Johannes Rauch (Grüne) am Montag bei einer Pressekonferenz im Institut für Umwelt- und Lebensmittelsicherheit des Landes Vorarl­berg. Das Gas, das frei wird, wenn Brenn- und Treibstoffe bei hohen Temperaturen verbrannt werden, beeinträchtigt unter anderem die Lungenfunktion, erklärte Arthur Sottopietra vom Umweltinstitut. Ebenso führe es zur Versäuerung und Überdüngung von Böden und Gewässern.

Grenzwerte überschritten. Wie Landesrat Rauch erklärte, stammen über 70 Prozent des Stickstoffdioxids (NO2) aus Verkehrs­emissionen. Dementsprechend würden gerade in der Nähe zu stark frequentierten Straßen hohe Konzentrationen des Gases gemessen, das größte Problem stellten Dieselfahrzeuge dar. An den Messstellen an der Bärenkreuzung in Feldkirch, dem Zollamt Lustenau und dem Gemeindeamt Höchst wurde bei der Stickstoffdioxid-Belas­tung 2017 der österreichische Jahresmittel-Grenzwert von 35 Mikrogramm pro Kubikmeter anhaltend überschritten, teilte der Landesrat mit. In Feldkirch und Lustenau waren die gemessenen Konzentrationen dabei auch auch höher als der entsprechende EU-Grenzwert (40 Mikrogramm pro Kubikmeter).

Wegen der anhaltenden NO2-Belastung ist seitens der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere Staaten angestrengt worden, darunter auch Österreich. Auch Vorarlberg ist davon betroffen. Der Verlauf des Verfahrens sei nicht abzuschätzen, sagte Reinhard Bösch, Vorstand der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung. Allerdings sei die Situation in Österreich weniger dramatisch als anderswo. Darauf weise etwa der Umstand hin, dass die Verantwortlichen der Republik nicht zu einer einschlägigen Besprechung im vergangenen Monat geladen wurden.

Luftgüteplan neu. Dennoch ist Bösch der Ansicht, dass an die Thematik in Zukunft „intensiv herangegangen“ werden müsse. Johannes Rauch verwies auf einen „Luftgüteplan neu“, der in den kommenden Wochen durch die Landesregierung beschlossen werden soll. Mehr als 150 Einzelmaßnahmen aus sieben Kategorien werde der Plan umfassen. Dazu gehören etwa die Kontrolle bestehender Vorschriften oder die Angebotsverbesserung im Bereich bewusste Mobilität. Zudem würden auch das Konzept zur Energieautonomie oder die Elektromobilitätsstrategie des Landes dazu beitragen, Emissionen zu senken, sagte Rauch. „Wenn man gegensteuert, kann etwas erreicht werden“, meinte er in Bezug auf die Schadstoffbelastung. Allerdings sei es nötig, in längeren Zeiträumen von etwa zehn Jahren zu denken.

„Allerletztes Mittel“ zur Verbesserung der Luftgüte ist für den Umweltlandesrat ein Dieselfahrverbot, wie es in Deutschland in den vergangenen Tagen diskutiert wurde. „Ich halte es kaum aus, dass nun die Konsumenten ausbaden müssen, was die Industrie verbockt hat“, fand Rauch deutliche Worte. Ein Großteil der Probleme resultiere daraus, dass Fahrzeughersteller ihre Versprechen nicht eingehalten hätten, meinte er mit Blick auf die Manipulation von Abgasgrenzwerten. Nun sind seiner Ansicht nach Hardware-Nachrüs­tungen auf Kosten der Hersteller nötig. Bei entsprechenden Bemühungen der europäischen Politiker sei ­dies möglich.

Feinstaub. Um einiges positiver als bei den NO2-Emissionen stellt sich die Situation dagegen bei Feinstaub und Ozon dar. Wie bei der Pressekonferenz berichtet wurde, ging die Feinstaubbelastung in den vergangenen 15 Jahren stark zurück – erhöhte Werte wurden 2017 lediglich an einzelnen Tagen festgestellt. Der Jahresgrenzwert wurde an keiner Messstelle überschritten. Dazu trugen Maßnahmen wie die Emissionsminderung beim öffentlichen Verkehr, bei der Straßenreinigung, beim Winterdienst oder bei Holzheizungen bei. Auch die Ozonwerte lagen im vergangenen Jahr durchwegs unterhalb der Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter. 
 Johannes Hofer/APA

„Ich halte es kaum aus, dass nun die Konsumenten ausbaden müssen, was die Industrie verbockt hat.“

Johannes Rauch, in Bezug auf mögliche Dieselfahrverbote
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