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Evangelium

Mutig ins Licht treten

Dominik Toplek, Pfarrer in Dornbirn

Dominik Toplek, Pfarrer in Dornbirn

I n jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Johannes 3, 14–21

Wir kennen es aus zahlreichen Serien und Filmen: Das Böse, welches sich durch Monster und ähnlichem zeigt, taucht nur im Dunkeln auf bzw. lebt in finsteren Ecken. Es scheut das Licht und weicht diesem, wenn es sich nähert. Erst kürzlich habe ich mir ein paar Folgen einer Serie angeschaut, in der ein Übergang in ein „Schattenreich“, in ein Paralleluniversum geöffnet wurde, welches wie unsere Welt ist, nur eben finster. Die dort existierenden Kreaturen entdecken unsere Welt, dringen in diese ein und wollen sie ebenfalls in die Finsternis reißen.

In unserem Evangelium ist unsere Welt diese Schattenwelt, wir leben im Finstern – und lieben dieses Reich, leiden aber gleichzeitig daran, weil wir eigentlich immer Hunger haben. Wir haben gekostet vom Materiellen, das unser Gott wurde, und begnügen uns damit, werden aber nicht satt davon. Wir freuen uns an uns selbst und meinen weiß Gott was, was wir sind, und lassen uns bejubeln und feiern, werden uns aber nie völlig lieben. Und wir berauschen uns an der Macht und Kontrolle – und ärgern uns darüber, dass unser Leben nicht nach Plan verläuft. Es ist uns sogar gelungen, das von irgendwo her stammende Licht dienstbar für eigene Zwecke zu missbrauchen und täuschen mit Religion/Tradition/Gesetz usw. jene, die sich so sehr nach dem Licht sehnen mit unserem verzerrten Licht.

In der oben erwähnten Serie will das Schattenreich das andere verfinstern. Das können wir – Gott sei Dank – nicht, wir können das Himmelreich nicht erobern. Es ist genau umgekehrt: Das Himmelreich will uns für sich gewinnen. Der von Gott Gesandte will uns von dieser liebgewonnenen Finsternis befreien. Er, das Licht, hat etwas zu bieten, das uns wirklich satt macht. Das Problem ist, dass uns dieses Licht schmerzt.

Treten wir aus der Dunkelheit vor dieses Licht, werden wir unsere Schattenseiten erkennen – und das tut weh. Wir müssen dann erfahren, dass unsere Unersättlichkeit nach Geld und Ehre und Macht uns selbst und den anderen schadet. Und trotzdem lade ich ein, ja appelliere ich geradezu, mutig in dieses Licht zu treten und den Schmerz auszuhalten, denn das Leben, dass dann erfahren wird, ist unvergleichlich besser als das Fristen im Schattendasein. Das geht leichter, wenn wir uns auch immer vor Augen führen und bewusst sind, dass Gott uns haben will.

<p class="caption">Wilfried M. Blum</p>

Wilfried M. Blum

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