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Überlebensvorteil durch Spezial-Chemo

Bei der Hipec wird eine erhitzte Chemotherapie in den Bauchraum eingebracht. Symbolfoto/Dietmar Mathis

Bei der Hipec wird eine erhitzte Chemotherapie in den Bauchraum eingebracht.

 Symbolfoto/
Dietmar Mathis

Im Feldkircher Spital ist es nun möglich, eine Chemotherapie während einer Operation durchzuführen.

Wenn es um die Behandlung von Krebs geht, sind verschiedene medizinische Disziplinen involviert. Aufgrund der guten Infrastruktur, der Fächerkonzentration sowie der Expertise sind am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch nun große onkologische Eingriffe möglich, wie gestern in einer Aussendung mitgeteilt wurde. Die neuen Methoden können demnach die Lebensqualität der Betroffenen erheblich steigern, die Lebensdauer verlängern und möglicherweise zu einer Heilung führen.

Am Landeskrankenhaus (LKH) in der Montfortstadt gehört nun etwa die zugegebenermaßen nicht einfach auszusprechende „hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion“ (Hipec) zum medizinischen Repertoire. Dabei handelt es sich um eine Chemotherapie, die während eines chirurgischen Eingriffes vorgenommen wird.

Bei dem Eingriff wird nach Öffnung des Bauchraumes zuerst krebsbefallenes Gewebe entfernt. Danach wird eine auf 42 Grad erhitzte („hypertherme“) Chemotherapie über Schläuche in den Bauchraum eingebracht. Diese zirkuliert dort – je nach Krebserkrankung – 30 bis 60 Minuten lang.

Höherer Wirkungsgrad. „Der Vorteil ist, dass die Chemotherapie lokal und direkt an den erkrankten Bereichen verab­reicht wird“, hält Onkologe Holger Rumpold fest. Durch die Vorgehensweise können höhere Konzentrationen jener Substanzen zugeführt werden, welche Zellwachstum beziehungsweise -teilung hemmen. Zudem verstärkt die Erwärmung den Wirkungsgrad.

Dank der Lokalanwendung „reduzieren sich Nebenwirkungen wie Haarausfall oder erhöhte Infektanfälligkeit“, betont Rumpold. Allerdings stelle diese Behandlung keine Alternative zur herkömmlichen Chemotherapie dar und komme nur für bestimmte Patienten infrage, merkt der Experte an. Grundsätzlich wird die spezialisierte Methode bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen des Dickdarms, des Magens und des Wurmfortsatzes angewendet.

Dabei sind, laut Rumpold, umfangreiche Voruntersuchungen und Abstimmungen zwischen Ärzten sowie mit dem Patienten selbst notwendig. In manchen Fällen kann die Entscheidung, ob Hipec möglich oder notwendig ist, erst nach der Öffnung des Bauchraumes getroffen werden. Zudem stellt auch diese Therapie „für den Organismus eine große Herausforderung dar und ist letztendlich keine Standardbehandlung. Sie gehört somit in erfahrene Hände“.

Etwa zehn Behandlungen. Nach einer entsprechenden Operation werden die Patienten zunächst in die Intensivstation aufgenommen und müssen danach zur Beobachtung zwei Wochen im Spital bleiben. Die Experten am Landeskrankenhaus Feldkirch rechnen mit zehn bis 15 Behandlungen aus dem Bereich der sogenannten zytoreduktiven Chirurgie und intraoperativen Chemotherapie pro Jahr.

Die Methoden, die einen sig­nifikanten Überlebensvorteil bieten, werden an zahlreichen Zentren, insbesondere an Universitätskliniken, angewendet. Ingmar Königsrainer, seit Anfang 2018 Leiter der Feldkircher Chirurgie, hat sein Wissen am ersten deutschen Referenzzentrum für Peritonealkarzinose (Universitätsklinikum Tübingen) bei über 600 Operationen erlangt. Von diesen hat er 300 selbst durchgeführt und verfügt über entsprechend viel Erfahrung.

Laut Königsrainer bietet das LKH Feldkirch ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die onkologischen Eingriffe. Nötig sei die enge Kooperation der beteiligten Fachdisziplinen: Chirurgie, Onkologie, Anästhesie und Intensivmedizin, Radiologie, Pathologie sowie Labor- und Transfusionsmedizin.

<p class="caption">Ein Feldkircher Ärzteteam mit einem Patien­ten (Mitte), bei dem erfolgreich ein Hipec-Eingriff vorgenommen wurde. KHGB</p>

Ein Feldkircher Ärzteteam mit einem Patien­ten (Mitte), bei dem erfolgreich ein Hipec-Eingriff vorgenommen wurde. KHGB

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