Vorarlberg

Nassere Winter und Starkregen im Sommer

27.07.2021 • 20:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach einem Starkregen im Vorjahr wurde die Senderstraße in Dornbirn überflutet. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Nach einem Starkregen im Vorjahr wurde die Senderstraße in Dornbirn überflutet. Stiplovsek

Das Wetter in Vorarlberg ändert sich in Folge des Klimawandels.


In Zukunft rechnet man mit mehr Niederschlägen im Winterhalbjahr und weniger Regen im Sommer, erklärte Landeshauptmann Markus Wallner am Dienstag beim Pressefoyer nach der Sitzung der Landesregierung.
Allerdings müsse man im Sommer mit häufigeren Starkregenereignissen zwischen trockeneren Phasen rechnen. Diese kurzfristig sehr hohen Niederschlagsmengen, die oft nur lokal niedergehen, seien aber kaum vorherzusagen, so Thomas Blank vom Amt der Landesregierung. Die Wetterextreme nähmen generell zu: Nach den Schneemassen im Jänner sei der Februar sehr warm, der April und der Mai wiederum sehr kühl gewesen. Die Niederschlagsmenge sei übers Jahr gerechnet aber durchschnittlich.

Sinneswandel beim Land

Aufgrund der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse rechnet man nun auch bei der Landesregierung mit mehr Stark­regen. In einer Anfragebeantwortung an die Grünen im Landtag meinte man noch 2015, „dass Klimamodelle vor allem bezüglich der Temperaturextreme mehr Extremereignisse erwarten lassen, wohingegen die Klimamodelle bezüglich Extremwerten bei den Niederschlägen noch mit sehr großen Unsicherheiten verbunden sind“. Diese dürften nun ausgeräumt sein. „Immer wenn es zu wenig oder zu viel Wasser gibt, wird es laut in der Wasserwirtschaft“, so Abteilungsvorstand Blank.

Problematisch an solchen Extremniederschlägen sei vor allem die Hochwassergefahr beim Abfluss der Wassermengen. Hier habe beispielsweise ein Entlastungsstollen, der seit 2019 zum Hochwasserschutz den Dornbirner Fischbach mit der Ache verbindet, beim jüngsten Starkregen eine Überschwemmung am Unterlauf des Baches verhindert. Wallner betonte, dass man investiert und nicht zugewartet habe, bis etwas passiert.

See auf Fünfjahreshoch

Der hohe Wasserstand am Bodensee sei derzeit noch kein Grund zur Besorgnis, hieß es. Man behalte die Lage aber im Auge, nachdem der See derzeit ein fünfjährliches Hoch erreicht habe. Die mobilen Pumpwerke am See seien in Betrieb und funktionierten problemlos. Landesrat Christian Gantner zählte die derzeit laufenden Hochwasserprojekte auf. Unter anderem werde am Unterlauf der Bregenzer Ach, am Bezauer Dorfbach, an der Alvier und an zwei Bächen in Lochau gebaut. Hinzu kommen noch Projekte der Wildbach- und Lawinenverbauung des Bundes. Der Bund trägt einen Großteil der 30 Millionen Euro, die heuer in den Hochwasserschutz fließen. Der Landeshauptmann wünscht sich daher weiterhin ein starkes finanzielles Engagement des Bundes in diesem Bereich.

Trinkwasserversorgung sicher

Die Sicherheit der Trinkwasserversorgung, die seit jeher eine zentrale Stellung in der Öffentlichkeitsarbeit des Landes einnimmt, wurde auch am Dienstag mehrfach betont. Zwei Drittel der Vorarlberger Bevölkerung bezögen ihr Trinkwasser aus dem Grundwasser, erklärte Landesrat Gantner. Dieses sei von Witterungsschwankungen nicht so abhängig und gewährleiste daher Versorgungssicherheit.

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