Vorarlberg

Ein Drittel mehr Gründungen

03.08.2021 • 19:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Startups finden in Vorarlberg gute Bedingungen vor. Rhomberg

Wirtschaftlicher Aufschwung auch bei Unternehmensgründungen bemerkbar.

In den ersten sechs Monaten wurden laut Wirtschaftskammer 756 Unternehmen neu gegründet. „Die Neugründungen dokumentieren den starken Unternehmergeist der Vorarlberger.“, so WKV-Präsident Hans Peter Metzler. Die hervorragende Wirtschaftsstruktur und der gute Branchenmix im Land böten einen idealen Nährboden für Neugründungen.
Damit dieses Klima erhalten bleibe, werde man an den Forderungen der Vorarlberger Wirtschaftskammer für ideale Rahmenbedingungen festhalten. Das betreffe vor allem bürokratische und steuerliche Entlas­tungen.

Keine Notgründungen

Für das gesamte Jahr 2021 werden, sollte der Trend anhalten, 1370 Neugründungen erwartet. Bereits jetzt gab es mehr Gründungen als vor der Krise. Noch im ersten Halbjahr 2019 lag die Zahl der Neugründungen in Vorarlberg bei 579. Gerade durch die pandemiebedingten Auswirkungen könnte das beachtliche Vorarl­berg-Plus vorschnell auf Not-Gründungen zurückgeführt werden, meint Christoph Mathis, Leiter des Gründerservices in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Notgründungen erfolgen, um einer finanziell prekären Situation, etwa der Arbeitslosigkeit, zu entkommen.

Bei den Neugründungen des ersten heurigen Halbjahres handle es sich aber durchaus um länger geplante Vorhaben, betont Mathis. Man habe bei den Vorarlberger Neuunternehmern die Gründungsmotive abgefragt: „Der Wunsch, flexibler in der Zeit- und Lebensgestaltung zu sein, ist mit 74 Prozent klar in den Vordergrund gerückt, im Vorjahreszeitraum gaben ­dies noch 63 Prozent an.“ Auch das Motiv, sein eigener Chef zu sein und die Verantwortung als Angestellter lieber im eigenen Unternehmen einbringen zu wollen, bleibe mit 69 Prozent ein zentraler Grund für Unternehmensgründungen. 65 Prozent wollten ohnehin immer schon selbstständig sein.

Digitalisierung als großer Treiber

Allgemeine rechtliche Anforderungen und Amtswege sind mit knapp 33 Prozent die höchs­ten Gründungshindernisse in Vorarl­berg. Zu jeweils 25 Prozent drückt der Schuh in Sachen Sozialversicherung, Steuern und Abgaben sowie in puncto Zugang und Kontakt zu Kunden. „Etwa 23 Prozent sehen bei der Finanzierung der Gründung durch Eigenkapital sowie knapp 19 Prozent bei den Kreditmöglichkeiten Verbesserungspotenzial. Nur rund neun Prozent wünschten sich einen besseren Zugang zu Informationen, Netzwerken und Hilfestellung durch Dritte. Bei digitalen Geschäftsmodellen zeichne sich ein Boom ab, heißt es bei der WKV. Dies zeige der Anstieg im Versandhandel und hier vor allem im E-Commerce-Bereich.
Eine zentrale Rolle spielten Fördermaßnahmen zur Digitalisierung. Eine großzügige Betriebsausgabenpauschalierung, eine Tarifsenkung bei der Einkommenssteuer sowie ein konsequenter Bürokratieabbau stehen außerdem im Forderungskatalog der Wirtschaftskammer.