Vorarlberg

Ungelöste Konflikte vor dem Schulstart

26.08.2021 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An den Schulen wird weiterhin getestet. <span class="copyright">Hartinger</span>
An den Schulen wird weiterhin getestet. Hartinger

Das Land will auf impfskeptische Lehrer zuzugehen, hat aber wenig Spielraum.

Vor Schulbeginn herrscht nach wie vor Unsicherheit bei Lehrern, Schülern und Eltern im Hinblick auf die Pandemie. Diese bemühte sich, das Land zu zerstreuen, indem es alle Beteiligten zu einem Bildungsgipfel lud. Es sei durchaus kontrovers diskutiert worden, gab Landesstatthalterin und Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink zu. Darauf deutete auch die Tatsache hin, dass sie mit Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und nicht mit den anderen Diskussionspartnern vor die Medien trat.

Streit mit Testverweigerern

Einen Konfliktpunkt mit der Gewerkschaft stellen jene Lehrer dar, die sich weder impfen noch tes­ten lassen wollen. Bildungsminister Heinz Faßmann hat per Verordnung festgelegt, dass sich ungeimpfte Lehrer künftig regelmäßig testen lassen müssen.
Man wolle auf diese Personen zugehen und sie auch nicht in ein Eck stellen, betonte Schöbi-Fink. Außerdem möchte man versuchen, ihnen ein Angebot zu machen. Wie weit dieses im Hinblick auf die, in diesem Punkt recht eindeutige, Verordnung reichen wird können, bleibt fraglich. Schöbi-Fink betonte allerdings, dass die Impfrate bei den Lehrern in Vorarlberg derzeit über jener der Gesamtbevölkerung liege. Die Quote in den Kindergärten will man nun gesondert erheben.

Schöbi-Fink und Marte-Stefani betonten, dass man Schul- und Kindergartenschließungen unter allen Umständen vermeiden wolle. An den Schulen werde weiterhin getestet, es gebe aber keine Maskenpflicht für Ungeimpfte. Der Mund-Nasen-Schutz werde bei erhöhter Gefahrenlage für alle vorgeschrieben. Sollte das Gesundheitsministerium keine Testpflicht für Elementarpädagoginnen vorsehen, werde das Land diese selbst verordnen.

Breites Testangebot

Gesundheitslandesrätin Rüscher wies noch einmal auf die umfassenden Impfangebote hin. Wer sich online keinen Termin ausmachen wolle oder könne, habe auch die Möglichkeit, zum Impfbus zu kommen. Außerdem werde man ab zehn Impfwilligen pro Schule auch ein mobiles Impfteam vorbeischicken. 14-Jährige dürfen sich als mündige Minderjährige auch ohne Einwilligung der Eltern impfen lassen. Man warte derzeit noch auf einen Erlass des Gesundheitsministeriums, der den Einsatz der Gesundheitsbehörden in den Schulen präzisieren soll. Geimpfte werden bei Kontakt zu Infizierten an Schulen jedenfalls als K2-Personen behandelt und nicht isoliert, sondern zu zwei PCR-Tests eingeladen, so Rüscher.

Der überwältigende Teil der medizinischen Fachwelt befürworte die Impfung, da sie ein wesentlich geringeres Risiko berge als eine Erkrankung.
Unklar ist noch, wie lange die PCR-Tests für Ungeimpfte kostenlos bleiben werden. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Bund laufen laut Rüscher noch. Bis Ende Oktober sei die Finanzierung allerdings gesichert.