Vorarlberg

Anklage: Fünf Monate altes Baby misshandelt

21.10.2021 • 21:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Prozess musste vertragt werden, um weitere Aussagen einzuholen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Prozess musste vertragt werden, um weitere Aussagen einzuholen. Hartinger

Ein 26-Jähriger soll mit geworfenem Gegenstand Tochter verletzt haben.

Opfer von häuslicher Gewalt wurden nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch mehrmals die damalige Lebensgefährtin des Angeklagten und einmal auch das gemeinsame kleine Kind. Die Delikte der fortgesetzten Gewaltausübung gegen seine Freundin und der Körperverletzung an seiner Tochter werden dem 26-Jährigen im Strafantrag vorgeworfen. Der Strafrahmen beträgt für den Fall eines Schuldspruchs bis zu drei Jahre Haft. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Im Strafprozess am Landesgericht Feldkirch erging am Donnerstag noch kein Urteil. Richterin Magdalena Rafolt vertagte die Verhandlung zur ausführlichen Befragung der Ex-Freundin des Angeklagten.

Wöchentliche Schläge

Dem seinerzeit in Vorarlberg lebenden Tiroler wird zur Last gelegt, er habe zwischen Juli 2016 und Mai 2018 seine damalige Lebensgefährtin des Öfteren verletzt, misshandelt und genötigt. Demnach soll er sie wöchentlich geschlagen haben. 2017 soll er mit einem Fußtritt gegen den Bauch im Unterleib seiner schwangeren Freundin eine Blutung verursacht haben. 2018, so die Anklagebehörde, habe er sie mit einem Faustschlag bewusstlos geschlagen und ihr einen Zahn ausgeschlagen. Bei einem anderen Vorfall habe er ihr eine 1,5-Liter-Flasche gegen die Brust geworfen und sie dabei leicht verletzt. Sollte sie ihn anzeigen, werde er sie umbringen, soll er ihr gedroht haben.

Controller gegen Kind

Gegen den Körper seiner damals fünf Monate alten Tochter soll der Angeklagte 2018 den Controller seiner Playstation geworfen haben. Dadurch soll das Kleinkind mit einer Rötung leicht verletzt worden sein. Der unbescholtene Angeklagte sagte vor Gericht, er sei nicht schuldig. Er habe keine der ihm angelasteten Taten begangen. Er sei nie tätlich gegen seine damalige Lebensgefährtin und gegen das Kind vorgegangen. Mit seiner Ex-Freundin habe er sich nur verbal gestritten. Zutiefst entrüstet sei er über ihren Vorwurf, er habe die gemeinsame Tochter misshandelt. Derartiges würde er nie machen.

Der Verteidiger sagte, ihre falschen Anschuldigungen seien wohl eine Reaktion auf ihre zivilrechtlichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinem Mandanten und auf einen Obsorgestreit.

In Spitalsambulanzen erklärte die Patientin den ausgeschlagen Zahn noch mit einem Möbelkasten, der auf sie gefallen sei. Und den Tritt in den Bauch während ihrer Schwangerschaft habe ihr eine Freundin verpasst.

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