Vorarlberg

Stalking: Pensionistin neuerlich angeklagt

22.10.2021 • 14:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das gericht lässt ein psychiatrisches Gutachten erstellen. (Symbolbild) <span class="copyright">Hartinger</span>
Das gericht lässt ein psychiatrisches Gutachten erstellen. (Symbolbild) Hartinger

74-Jährige soll Flüchtlingsbetreuerin weiterhin gestalkt haben.

Alle Versuche, die wegen beharrlicher Verfolgung einer Flüchtlingsbetreuerin angeklagte Pensionistin zur Vernunft zu bringen, seien bislang leider gescheitert, sagte Richter Martin Mitteregger in der neuerlichen Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch. Der örtliche Pfarrer und der Caritas-Direktor hätten es vor der ersten Gerichtsverhandlung erfolglos mit Mediation versucht.

Diversion gescheitert

Als Strafrichter habe er der unbescholtenen Angeklagten im Mai für den angeklagten Tatzeitraum von Februar 2020 bis Februar 2021 eine Diversion mit 40 Stunden gemeinnütziger Gratisarbeit gewährt. Aber es sei nicht möglich gewesen, die Sozialstunden abzuarbeiten weil sich alle Institutionen geweigert hätten, die renitente 74-Jährige zu beschäftigen.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft einen weiteren Strafantrag wegen beharrlicher Verfolgung eingebracht. Demnach soll die Angeklagte die Leiterin von Flüchtlingsheimen seit der Gerichtsverhandlung im Mai bis September weiterhin mit kränkenden Nachrichten belästigt und ihr aufgelauert haben.

Psychiatrisches Gutachten

Nun wird am Landesgericht über beide Stalking-Anklagen verhandelt. Die Angeklagte bekannte sich auch in der jüngsten Verhandlung nicht schuldig. Richter Mitteregger vertagte die Hauptverhandlung auf unbestimmte Zeit. Er lässt die angeklagte Rentnerin von Amts wegen psychiatrisch begutachten.

Die Angeklagte Seniorin versteht nicht, warum die Leiterin der Flüchtlingsheime über sie Anfang 2020 ein Hausverbot verhängt hat. Die Deutsche sagt, sie habe sich in dem Heim doch nur um zwei geflüchtete Frauen gekümmert.
Die Leiterin der Flüchtlingsheime sagte als Zeugin, sie sei wegen der Angeklagten sehr gestresst. Sie könne wegen der kränkenden Schreiben der Angeklagten und der unerwünschten Besuche ihre Arbeit nicht mehr befriedigend leisten.
Sie leide unter Schlafstörungen und müsse Supervision in Anspruch nehmen, gab die 42-Jährige vor Gericht zu Protokoll. Sie lasse sich zum Flüchtlingsheim begleiten, um nicht allein mit der dort zuweilen auf sie wartenden Angeklagten konfrontiert zu sein.

Die Opferanwältin berichtete, es gebe inzwischen bereits eine zweite einstweilige Verfügung eines Bezirksgerichts. Damit sei der 74-Jährigen wiederum verboten worden, die Flüchtlingsbetreuerin zu kontaktieren.
Die Angeklagte sagte im Gerichtssaal, sie werde von der Flüchtlingsbetreuerin verleumdet. Sie werde außerdem politisch verfolgt.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.