Vorarlberg

Barttauschverbot für Nikolos wegen Corona

03.12.2021 • 17:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Nikolaus macht heuer vor allem Außendienst. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Nikolaus macht heuer vor allem Außendienst. Hartinger

Trotz Verbot, tut nicht einmal die Pandemie der Brauchtumspflege Abbruch.

Was die Angst vor einem angeblich drohenden Verbot von Nikolausbesuchen betrifft, hat sich die FPÖ in den letzten Jahren besonders hervorgetan. „Der Nikolo darf nicht sterben!“ lautete etwa der dramatische Titel einer Aussendung der niederösterreichischen Freiheitlichen.

Dafür, dass das Nikolausfest am 6. Dezember in den Kindergärten aller Bundesländer begangen wird, fürchtet man sich erstaunlich oft, vor dessen Abschaffung. Dass in einigen Kindergärten darauf verzichtet wird, verkleidete Fremde einzuladen, weil sich die Kinder vor diesen fürchten könnten, und das Fest anders feiern, war bisher das Maximum an Nikolausabschaffung.

Zurück zum Nikolo

Weil in der Bundeshauptstadt ab 2006 in Kindergärten das Nikolausfest ohne Darsteller gefeiert wurde, sprach die Wiener FPÖ von einem „Nikolo-Verbot“. Der Nikolaus sei „alles andere als eine angstbringende oder furchteinflößende Figur, viel eher eine, die Gutmütigkeit verkörpert und jedem Kind, dem sie begegnet, freudenstrahlende Augen“ bereite. Die blauen Beschwerden über angebliche Verbote hinderten den damaligen Wiener FPÖ-Chef Johann Gudenus 2017 aber nicht, daran zu erinnern, dass es doch „kein Nikolo-Verbot an Wiener Schulen und Kindergärten“ gebe und man das Fest feiern solle.

Um nicht nur das Brauchtum rund um den heiligen Nikolaus, sondern auch um dessen weniger heilige Begleiter zu unterstützen, lud die damalige Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) 2018 sogar eine Krampusgruppe mit dem weniger traditionellen Namen „Lords of Darkness“ ins Parlament ein. Es sollte damit „auf das Brauchtum als wichtiger Teil der österreichischen Kultur hingewiesen werden.“

Nikolausregeln in Vorarlberg

In Vorarlberg kommt der Nikolaus nach wie vor in den Kindi. Selbst im aktuellen Lockdown wird er zu Besuch kommen, wenn auch mit Einschränkungen. Die katholische Kirche Vorarlberg empfiehlt angesichts der staatlichen Vorgaben, das Nikolausgeschäft weitgehend nach draußen zu verlagern. Die Darsteller sollten auch nicht winkend durch die Straßen spazieren, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Wenn die Stellvertreter des Bischofs von Myra vor der Tür stehen bleiben, dürfen sie auch im Lockdown die Kinderherzen höher schlagen lassen. Dabei gilt es aber einige Regeln einzuhalten:
Bei der Übergabe der Nikolaussäckle besteht FFP-2-Maskenpflicht, weil dabei der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Kinder sollten heuer den Stab und das Buch nicht halten. Aus Hygienegründen hält es die Diözese für überlegenswert, auf die Stoffhandschuhe zu verzichten und sich die Hände zu desinfizieren. Außerdem, so heißt es in der Handreichung, sollen sich die Nikoläuse keine Bärte teilen: „Wird ein Kunstbart verwendet, bitte ausschließlich den eigenen benutzen. Den Bart keinesfalls untereinander tauschen!“

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