Vorarlberg

Explodierte Schule: Verfahren geht weiter

23.12.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die zerstörte Ausweichschule. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die zerstörte Ausweichschule. Hartinger

Versicherung stellte Fortführungsantrag: Landesgericht prüft nun, ob Verfahren eingestellt bleibt.

Im Oktober 2020 ist in Dornbirn die Ausweichschule Fischbach explodiert, in Brand geraten und zerstört worden. Der dabei entstandene Sachschaden beläuft sich nach Angaben eines Anwalts einer betroffenen Versicherung auf sechs bis sieben Millionen Euro. Zwei Menschen wurden durch mehr als 100 Meter weit weggeschleuderte Trümmer leicht verletzt. Der Knall der Explosion war in der ganzen Stadt zu hören, die Flammen weithin sichtbar.

Glücklicherweise ist die Schule nicht während eines Schultags explodiert, sondern nachts an einem Wochenende. Wenige Stunden vor der Detonation hatte ein Arbeiter in der Schule Kernbohrungen vorgenommen.
Gegen ihn führte die Staatsanwaltschaft Feldkirch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Vergehens der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst. Der Beschuldigte wurde verdächtigt, die folgenschwere Gasexplosion durch unachtsames Handeln fahrlässig verursacht zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hat, wie berichtet, das Strafverfahren zunächst eingestellt, weil ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten ergab, dass die Bohrungsarbeiten nicht zur Explosion geführt haben.

Nochmalige Prüfung

Trotz der Entscheidung der Strafverfolgungsbehörde wird das Strafverfahren nun doch weitergeführt. Denn die betroffene Versicherung hat als mutmaßliches Opfer einer Straftat von ihrem Recht Gebrauch gemacht, einen Fortführungsantrag zu stellen. Bei der Staatsanwaltschaft sei ein Fortführungsantrag eingelangt, bestätigte auf Anfrage deren Sprecher Heinz Rusch.

Der zuständige Bezirksanwalt werde nun noch einmal prüfen, ob das Verfahren einzustellen oder ob Anklage zu erheben ist. Sollte die Staatsanwaltschaft die Verfahrenseinstellung bestätigen, würde das Landesgericht Feldkirch damit befasst werden, erläuterte Rusch. Dann würde am Landesgericht ein aus drei Richtern bestehender Senat entscheiden, ob die Verfahrenseinstellung zu Recht erfolgt ist oder ob Anklage gegen den Beschuldigten zu erheben ist.

Sollte letztlich doch noch Anklage erhoben werden, würde das nach Paragraf 170 des Strafgesetzbuches geschehen. Damit wird die fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst unter Strafe gestellt. Dafür beträgt für den Fall eines Schuldspruchs die mögliche Höchststrafe ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von bis zu 720 Tagessätzen. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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