Vorarlberg

Mann schlug nach sexueller Belästigung zu

23.12.2021 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ein 44-Jähriger soll einem 48-Jährigen sexuell Anzügliches ins Ohr geflüstert haben.

Sexuell belästigt fühlte sich der alkoholisierte 48-Jährige im August nachts um 3.30 Uhr in einer Bregenzer Bar.

Denn der 44-jährige Lokalgast habe ihm an dem Stehtisch sexuelle Anzüglichkeiten ins Ohr geflüstert und ihn zuvor mit seinen Händen berührt, sagte der Angeklagte. Daraufhin habe er die Kontrolle verloren und zugeschlagen.
Auf dem Überwachungsvideo ist zu sehen, dass der Angeklagte seinem Zechkumpanen zuerst einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Dadurch stürzte der Geschlagene zu Boden. Dann verpasste der Angeklagte dem auf dem Boden liegenden 44-Jährigen mit Anlauf einen wuchtigen Tritt ins Gesicht.

Der geschlagene und getretene und mit 2,5 Promille alkoholisierte Mann verlor mehrere Minuten lang das Bewusstsein. Er kam mit Prellungen am Jochbein und am Schädel und damit mit leichten Verletzungen davon.
Verurteilt wurde der Angeklagte aber am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch wegen des Verbrechens der versuchten schweren Körperverletzung. Weil er damit rechnen musste, dass das Opfer schwer verletzt werden könnte. Über den unbescholtenen und geringfügig beschäftigten Arbeitslosen wurde eine Geldstrafe von 2000 Euro (400 Tagessätze zu je 5 Euro) verhängt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1000 Euro. Als Teilschmerzengeld hat der Deutsche dem Verletzten 1000 Euro zukommen zu lassen. Das Urteil, das der von Martin Kloser verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, weil der Staatsanwalt drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahm. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte Geldstrafe entspricht sechs Monaten Haft.
Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe nach seinem Faustschlag dem auf dem Boden liegenden Opfer zwei bis drei Fußtritte versetzt. Richter Thomas Wallnöfer sah auf dem Überwachungsvideo aber nur einen Tritt.

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